Der Kajakmaran-Mann Andreas Gabriel hat die Donau erreicht. Ziel: Schwarzes Meer

"Und ich mit der Karre mittendrin"

Dem Schleusen-Terror entflohen. Andreas Gabriel hat Deutschland verlassen. © AG

Andreas Gabriel, der mit seinem Kajakmaran bargeldlos Europa umrunden will, hat den Rhein-Main-Donau-Knal bezwungen und ist nun in Österreich auf der Donau Richtung Schwarzes Meer unterwegs.

Er berichtet: “Körperlich und seelisch bin ich fit. Aber jetzt wird es spannend. In Österreich habe ich noch Schonfrist. Da kann ich meinen Lebensunterhalt weiterhin mit Geschichtenerzählen verdienen.

Aber dann komme ich mit Deutsch nicht mehr so richtig weiter. Da mache ich mir keinen Kopf. In Frankreich hat das ja auch prima geklappt.” 2008 war Gabriel schon erfolgreich ohne Geld mitzunehmen mit einem Segel-Fahrrad, seinem Asphalt-Segler, von Skagen nach Marseille gesegelt.

"Der Holländer Hans und ich arbeiten sich gemeinsam durch die gefühlten 5.000 Schleusen." © Andreas Gabriel

Am Samstag Morgen hat sich der Abenteurer von Hans, einem 64 jährigen Holländer verabschiedet. Der hat Haus und Hof verkauft und genießt nun sein Leben auf einem 20 t Motorboot. “Den Rhein-Main-Donau-Kanal haben wir gemeinsam gemeistert. Gefühlt waren das 5.000 Schleusen. Und ich mit der Karre mittendrin.

Wind war absolute Mangelware. Und wenn er einmal wehte, dann ist der Teufel im Himmel über mich weggezogen. Wie in Kehlheim. Ein Mordsgewitter, leider auch mit einer Verunglückten, wie ich las.

"Flussschippern ist doch nicht nur Renternkram, schöne Momente am laufenden Band. Hier in Riedenburg, glaube ich." © Andreas Gabriel

Im Schnitt schaffte ich 35 Flusskilometer täglich. Das Schleusen kostet Zeit und Nerven. Aber ich habe es irgendwie aus eigener Kraft geschafft. Eigentlich bin ich ein Mann der Küste. Fluss war bisher für mich nur Rentnerkram. Da habe ich mein Bild um 180 Grad gedreht. Der Rhein-Main-Danau-Kanal ist unglaublich hübsch – sehenswert.

Und überhaupt, überall treffe ich auf großherzige Menschen. Zum Beispiel Thomas, 31 J., der selbst nicht so viel zu haben scheint: Mit den Beinen im Wasser baumelnd fachsimplen wir am späten Nachmittag über das Leben und so.

Am nächsten Morgen kommt er vorbei, verabschiedet sich, reicht mir eine Tüte frische Brötchen und ein Fresspaket und sagt: Du lebst mein Leben – Gute Reise, mein Freund !”

In Passau verdient Gabriel Geld mit einem Interview. “Es ist kaum zu glauben, ich werde von der Straubinger und Passauer Zeitung interviewt und verdiene meine erste Interview Gage. Die Reisekasse wird unterstützt, aber ich denke mal, das war rein privat und erscheint nicht in den Spesen ;o) … ”

Zum Thema:

Das Geheimnis des Geschichtenerzählers

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Ausführliches Porträt und Bilderstrecke: Schnorrer, Spinner oder Spaßvogel


 

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Andreas John

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Ein Kommentar „Der Kajakmaran-Mann Andreas Gabriel hat die Donau erreicht. Ziel: Schwarzes Meer“

  1. avatar Katja sagt:

    Beeindruckende Bilder und eine tolle Idee :-). Hattest Du überhaupt mal ordentlich Wind oder bist Du nur sehr langsam vorangekommen?

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