Der Kajakmaran-Mann: Andreas Gabriel kommt in Nordspanien nur langsam voran

"Eine richtige Pisskarre!"

Calamares in Tinte

Einen musste ich essen © A.Gabriel

Einen musste ich essen © A.Gabriel

Dieser junge Fischer spricht kaum Englisch. Wir unterhalten uns schließlich in seinem Zuhause am PC mit Übersetzungsprogramm und ich erzähle, bis seine Aufnahmefähigkeit seinen Zenit erreicht hat. Wir essen gemeinsam, was er so mühevoll fing.

Calamares in allen Variationen. Mmmhhh sehr lecker, die Dinger in Paniermehl. Wow!!! Um die “nichtausgenommene Variation”, die auf dem Teller noch in ihrer eigenen Tinte schwimmt, versuche ich einen diplomatischen Bogen zu schlagen, komme aber letztendlich doch nicht drumherum.

Santiago und ich - das ist doch ein Bild für die europäisches Völkerverständigung © A.Gabriel

Santiago und ich – das ist doch ein Bild für die europäisches Völkerverständigung © A.Gabriel

Santiago, was für ein netter Kerl!!! Er kauft für mich ein: Essen, Benzin, Öl. Wir machen den Ölwechsel meines portugiesischen “Kampfquirls” gemeinsam, schießen Fotos von der höchsten Klippe Europas und verbringen einen schönen Tag in seiner Bude, in der ich auch Freundin Cristina kennenlerne.

Das Wetter wird jetzt härter, ich bin irgendwie etwas entkräftet. Im häufiger denke ich über eine Unterbrechung nach. Jetzt?… Ich weiß nicht. Ich werde dieser europäischen Traumgeschichte einfach nicht müde. Mein Körper ja – mein Kopf nicht. Ich sollte vorsichtig sein und auf meinen Körper aufpassen, auch auf ihn hören. Schon zu oft habe ich erfahren, dass mein Kopf eine Maschine ist, die sich nur schwer aufhalten lässt. Ein Körper dazu, ist jedoch noch nicht entwickelt worden. 🙂

Vieles geht mir durch den Kopf … Hier in einer der schönsten Landschaften meiner Reise.

22.09.2012

Der Schatten der Küste © A.Gabriel

Der Schatten der Küste © A.Gabriel

Ungewaschen mit zerzaustem Haar komme ich  am Morgen zu den alteingesessenen Fischern in ihre Stammbar. Ich entscheide mich nicht für den letzten freien Tisch. Nein … ich setze mich zu ihnen. DAS ist meine Reise. Es ist nur eine kleine Geste, den Menschen zu zeigen, dass man zusammen gehört.

Es ist ein Blick, ein Lachen, herzliches Händeschütteln. Nach meinem ersten Kaffee wird es ein wenig still am Tisch und mir entfleucht die Melodie eines wunderschönen, spanischen Liedes, dass man mir im Süden so eindrucksvoll auf einer Quetsche präsentierte … man lacht … gemeinsam summen wir die Strophe zu Ende. Das ist es, Leute … DAS IST ES!!!!! Warum ich diesen ganzen Wahnsinn treibe.

Danke Europa

Ich glaube nicht, das ich es nur alleine fühle … ich glaube, dass diese Idee, dieses Boot und mit ihm ein verwachsener, lustiger Waldschraat, Europa in der Größenordnung eines Millionärs zu einem Pfennigstück zusammen bringt. Ich wünschte mir, dass wir uns alle irgendwann einmal wiedersehen könnten. Danke Europa, dass du mir jeden Tag zeigst, dass ich zu Dir gehöre. Danke!!!

Ein weiterer EUROPA Zeitungsbericht aus Spanien © A.Gabriel

Ein weiterer Zeitungsbericht aus Spanien © A.Gabriel

Ich werde es höchstwahrscheinlich nur schwer schaffen, in diesem Jahr durch das Eidersperrwerk zu fahren. Zuviel ist unterwegs passiert, was den Zeitplan hat korrodieren lassen. Aber ich sage Euch etwas in allerhöchster, verbaler Kapitänsqualität: Das ist “Pissegal”:) Vielleicht SOLL diese Geschichte niemals enden!!!

 

Ein anderer schöšner Moment: Auf einem Traditionssegler, auf dem mich eine Studentin zeichnete. An Land und an Bord musizierte man um die Wette mit Schifferklavier und Gitarren © A.Gabriel

Ein anderer schöšner Moment: Auf einem Traditionssegler, auf dem mich eine Studentin zeichnete. An Land und an Bord musizierte man um die Wette mit Schifferklavier und Gitarren © A.Gabriel

 

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Andreas Gabriel

... ist Frohnatur, Geschichtenerzähler, Abenteurer und Maurer zugleich. Er brach von Tönning in NORDfriesland Ende April 2011 auf, um mit seinem Kajakmaran Europa zu umrunden. Über Kanäle, Rhein, Main, Donau, ins Schwarze Meer und dann über das Mittelmeer zurück. Alles ohne Geld. Andreas Gabriel erzählt wahre Geschichten, die er unterwegs erlebt, und seine Zuhörer freuen sich, dass er eigentlich ihren Traum lebt. Ihre Unterstützung kommt postwendend. Dass dieses spannende und intensive Reisen funktioniert, hat er schon in den ersten 2 Etappen bewiesen. In der dritten Etappe geht es von Laredo / Nordspanien nach Hause nach Tönning. Seine Webseite lautet www.der-mit-dem-wind-faehrt.de

2 Kommentare zu „Der Kajakmaran-Mann: Andreas Gabriel kommt in Nordspanien nur langsam voran“

  1. avatar NK sagt:

    Tolle Geschichte, ich wünsche alles Gute und viel Glück!

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 9 Daumen runter 0

  2. avatar Heini sagt:

    Andreas, ist kein Wunder wenn Du ständig pinkeln musst. Vielleicht solltest Du einfach mal die Pampelmusen aus dem Kopp lassen! 😀

    _

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 4 Daumen runter 0

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