Knarrblog: Berichte aus der Parallelwelt des Segelns – “den verdammten Putin stürzen”

Unfassbar

Immer noch Schockstarre. Ungläubigkeit. Ein Krieg in unmittelbarer Nachbarschaft. Als es losgeht mit dem Schießen, kommt die Sprachlosigkeit. Wie banal das plötzlich ist, was ich hier mache, worüber wir schreiben, was wir wichtig finden.

Rapsfeld an der Ostsee. Symbol für die ukrainische Flagge.

In der Ukraine kämpfen und sterben Menschen, hier kommen Bilder von der Caribbean 600 auf den Tisch. Traumregatta, türkises Wasser, imposante Rennyachten, Rekordjagden. Wie unwichtig das nun erscheint. Es passt einfach nicht. Ganz unabhängig von dem Zynismus, dass ausgerechnet die Superyachten russischer Oligarchen gewinnen.

Dabei muss man ohnehin einen Weg finden, sich im Leben nicht dauerhaft durch die Vorgänge in der Welt runterziehen zu lassen. Das ist vielleicht ein Beitrag, den SR durch die Berichte aus einer Parallelwelt leisten kann.

Das Thema Segeln, die Faszination der Nähe zur Natur, kann ein wichtiger Fluchtpunkt sein. Ein Gegenpol zum alltäglichen Wahnsinn. Flatternde Segel, Wasser, Boote haben irgendeinen geheimnisvollen Effekt auf den menschlichen Geist und Körper. Man erholt sich, wenn allein schon die Gedanken aufs Wasser schweifen.

Warum klappt das jetzt nicht?

Ein alter Weggefährte

Es ist die Nähe.

Bilder und Posts über die aktuellen Schrecken im persönlichen Netzwerk sind nicht mehr anonym. Sie stammen von Menschen, die ich kenne. Von Seglern. Einer Anastasiya Winkel, die für Deutschland in Tokio segelte. Oder Rodion Luka. Ein alter Laser-Weggefährte, der schließlich im 49er WM-Gold, Olympia-Silber und -Bronze für die Ukraine gewann.

Vor drei Jahren habe ich mit ihm noch ein Interview auf der boot in Düsseldorf geführt. Ein unternehmerisch mutiger Mann, der

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

2 Kommentare zu „Knarrblog: Berichte aus der Parallelwelt des Segelns – “den verdammten Putin stürzen”“

  1. avatar excom0 sagt:

    Danke für deine sehr persönliche Sichtweise. Nicht jeder bezieht sio klar Stellung. Ich bin aber anderer Meinung als du hinsichtlich des Ausschliessens russischer und belarussischer Sportler. Egal welche Sportart.
    Wenn Dein Land Scheisze baut, dann musz es die Konsequenzen tragen; und wer vermag dann zu entscheiden, wo die Grenze verläuft: Sportler, Landwirte, Ärzte . . . ?
    Zumal Sportler im internationalen Kontext auch noch ihr Land “vertreten”.
    Ich begrüße sehr, dasz endlich mal nicht die monetären Interessen der Verbände im Vordergrund stehen, sondern eine klare Haltung. Was wiederum – auf Sicht- auch den Sportlerinnen und Sportlern den Rücken stärkt!

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  2. avatar Jan O. Schulz sagt:

    Ich kann Dir ebenfalls nicht beipflichten. Selbstverständlich spielt Sport eine wichtige Rolle bei der Völkerverständigung. Und faire und freundliche Segler gibt es wohl in allen Nationen. Auch führen im Wesentlichen wohl nicht “die Russen” Krieg mit der Ukraine, sondern das Putin-Regime. Aber Putin wird voraussichtlich von sich aus nicht vernünftig werden. Insofern sollten auch seine unbeteiligten – und vielfach schlecht, weil ausschließlich durch die gleichgeschaltete Staatspresse informierten – Landsleute merken, dass ihre Regierung hier ein Verbrechen verübt. Ein Verbrechen, das Auswirkungen in der ganzen Welt und auch auf sie hat. Putin wird aller Voraussicht nach erst dann einlenken, wenn seine Macht aus dem Inneren gefährdet wird. Das aber erreicht man vermutlich eher, wenn das normale Leben (inklusive internationalem Segelsport) eben auch in Russland nicht weitergeht wie bisher und immer mehr Menschen unzufrieden werden.
    Auch wenn es für die Einzelnen, die möglicherweise mit dem Regime nicht einmal einverstanden sind, natürlich bitter ist.

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