BMW Sailing Cup: In Hamburg fiel der Startschuss zur 2011 Serie mit 14 Regatten

Mit Schieflage gegen die Mädels...

SegelReporter übernimmt das Ruder und gerät schnell in Schieflage. Die Kiste sitzt auf Schiet. Nur Krängung hilft. © Marina Könitzer

Es ist nicht besonders einfach, über den BMW Sailing Cup zu berichten. Wenn zusammengewürfelte Amateur-Teams gegeneinander antreten, die sich im Autohaus zur Regatta anmelden, ist der sportliche Wert schwer einzuschätzen.

Die Veranstalter versuchen das Manko mit einem Pressesegeln auf dem exklusiven Sport vor den Hamburger Landungsbrücken zu überdecken. Das soll Medien zur Veranstaltung bringen. Sonst würde die Botschaft ungehört verhallen. Dabei ist sie durchaus positiv für den Segelsport:

„Wir wollen unser Engagement im Sport ausbauen“, sagt Thomas Michael Koller, seit September der neue Sportmarketing-Leiter bei BMW. Das ist nicht selbstverständlich. Seit BMW bei Oracle ausgestiegen ist und sich das Kieler Woche Sponsoring von Audi abnehmen ließ, deutete sich eher ein Rückzug aus Segelsport an.

Aber nun will BMW offenbar verlorenen Boden gut machen. Dafür läuft der BMW Sailing Cup zu gut. Seit seiner Premiere 2006 hat er 5000 Segler in Deutschland auf das Wasser gebracht und engsten Kundenkontakt generiert.

In diesem Jahr wird die BMW-Zeltstadt bei 14 Regatten von Hamburg über Leipzig bis München, Koblenz und Essen aufgebaut. Es gab schon einmal 20 Events im Jahr, aber immer noch werden wie beim Start der 2011 Serie in Hamburg jeweils 90 Segler auf sechs J 80 Yachten auf das Wasser geschickt.

Dazu hat BMW nun die Drachenklasse als Spielfeld entdeckt. Abbonnement-Sieger Markus Wieser ist BMW Yachtsport Botschafter und die Bayern unterstützen die Drachen Europameisterschaft in Boltenhagen an der Ostsee.

Außerdem ärgert BMW die Audi-Konkurrenz, indem sie zwei aussichtsreiche Olympiateams unterstützt. Die gehören damit nicht zum Audi Sailing Team Germany, das als Nationalmannschaft auftreten möchte. Im 49er sind Tobias Schadewaldt und Hannes Baumann aussichtsreiche Bewerber um die Olympiafahrkarte wie auch Kathrin Kadelbach und Frederike Belcher (geb. Ziegelmayer) bei den 470ern.

Beide Teams stehen zum Pressesegeln parat. Rike hat sogar ihren australischen Mann Matthew Belcher mitgebracht, den aktuellen Weltmeister und Weltranglisten-Ersten im 470er.

Das Segeln unter Gennaker ist auf dem Journalisten-Dampfer ausbaufähig. An der Leetonne steht er dann endlich. © Marina Könitzer

Eine interessante Konstellation. Mit den Kollegen von SEGELN, SEGLER-Zeitung, sailinganarchy.de und dem 49er Duo auf einem Boot gegen die 470er-Cracks mit den BMW Repräsentanten um Marketing-Mann Koller.

Wie in alten Match-Race-Zeiten. Tobi drückt mir die Pinne in die Hand und schon sehe ich mich wieder SR-Unterstützerin Kathrin Kadelbach gegenüber. Ein tolles Dejavù-Erlebnis: 2009 brauste sie bei der Deutschen Match Race Meisterschaft auf der Alster mit einer fiesen Böe kurz vor der Ziellienie vorbei und warf uns aus dem Wettbewerb. Schließlich gewann sie sensationell als erste Frau den Titel.

Abgesehen davon, dass Verlieren generell wenig Spaß macht, gegen Frauen ist es irgendwie noch schmerzhafter. Nun hält sie wieder auf dem Boot gegenüber die Pinne in der Hand. Spielerisch kreuzen wir die Klingen zwischen Hafenbarkassen, Schwimmkränen und Ausflugdampfern.

„Room to tack“, ruft jemand auf dem anderen Boot. Pah, von wegen Landraum. Soll sie doch gegen die Spundwand segeln mit der niegelnagelneuen von ihr selbst getauften J 80. Hier gibt es keine Schiedsrichter, die aufpassen. Brav taucht sie hinter unserem Heck durch.

Gut vorstellbar, wie schwer es ist, beim BMW Sailing Cup die unbekannte fünfköpfige Crew zu koordinieren, die dem Steuermann zugelost wird. Im Gegensatz zu unserem Auftakt, bei dem wir schließlich hilflos ohne Wind im Gegenstrom dümpeln, weht es beim tatsächlichen Event heftig.

Schiffe krachen gegen die Pier, Gennaker verschwinden unter Bugspitzen. Ein Großteil der Crews verzichtet schließlich auf das große Vorsegel. Aber für die Zuschauer, die zum Hafengeburtstag kommen, liefern die Segler eine große Show ab.

Am Ende ist aber wieder einmal klar, das für den BMW Sailing Cup gilt, was auf alle Regatten zutrifft. Um den Reiz des Wettkampfes auf dem Wasser schätzen zu können, muss man selber dabei gewesen sein.

Pressemitteilung zum BMW Sailing Cup 2011

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Carsten Kemmling

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