Knarrblog: Déjà-vu beim Sky Tower Sprung der Volvo-Medienmänner

Lässt mich der Schisser springen?

Die Medienmänner der Volvo Ocean Racer springen vom Sky Tower in Auckland. © Marc Bow/Volvo Ocean Race

Gänsehaut kriecht den Nacken hoch. Es schaudert. Die Bilder vom Sky Tower Sprung beim Volvo Ocean Race in Auckland heute erzeugen ein Déjà-vu. Die Medienmänner der Volvo-Teams erleben das gleiche Programm wie wir 2003 beim America’s Cup.

Damals fragt einer der Organisatoren: “Lust auf einen Sprung vom Tower?” Nee, für 140 Euro (heutiger Preis) 195 Meter im freien Fall? Muss nicht sein. Aber es ist ein Geschenk, Angebot im Journalisten-Pamper-Paket, einmalige Chance, einfach mal versuchen. Hmm…

Schweben über Auckland. Hübsche Abwechslung der Volvo Ocean Race Crews. © Marc Bow/Volvo Ocean Race

Nun bin ich eigentlich nicht der absolute Adrenalin Junkie. Aber der Termin für das Interview mit Dean Barker ist erst in einer Stunde. Das kann man doch mitnehmen. Ist eher eine Überwindungssache. Der Kampf mit dem Mann im Ohr, der überhaupt keine Lust zum Fliegen hat. Lässt mich der Schisser springen?

Im Video sieht es eigentlich nicht wirklich so spektakulär aus. Ist ja auch kein Bungee-Sprung am Gummiseil, sondern der Fall wird abgebremst. Aber wenn man da oben steht und dieser Schritt ins Leere ansteht…

Der entscheidende Schritt ins Leere. © Marc Bow/Volvo Ocean Race

Es gibt ja wohl Leute, die das genießen. Ich hake es eher ab. Nehme kaum die Aussicht über die City of Sails mit ihrem Mega-Hafen wahr – bekloppt eigentlich – stecke mir gedanklich die Finger in die Ohren und singe nä,nä,nä,nä nä, um die Stimme des Bedenkenträgers zu übertönen.

Gedanken ausblenden. Einfach springen…kurze Zeit im freien Fall, dann bremst auch schon die Kabeltrommel. Hmm… Adrenalin-Kick? Lustgewinn? Fehlanzeige. Es bleibt nur das Gefühl: “Geschafft. Abgehakt.”

Kleine orange Männchen 200 Meter über der City of Sails. © Marc Bow/Volvo Ocean Race

Geschirr abgeschnallt. Schreibblock und Diktiergerät aufgenommen und ab geht´s zur Basis vom Team New Zealand von Dean Barker. Er wird bald den America’s Cup gegen Alinghi verlieren, weiß es aber noch nicht. Ein nettes Gespräch. Wir kennen uns noch flüchtig vom Laser Segeln. Ein guter Typ.

Plötzlich, nach zehn Minuten, beginnen meine Knie wie wild zu schlottern. Der Körper ist fremdgesteuert. Verspäteter Adrenalin-Einschuss nach dem Sprung. Ein fieses Gefühl.

Ob es den Volvo-Kollegen ähnlich geht? Aber die turnen vermutlich so häufig in den Masten herum, dass der Tower Sprung Kinderkram ist. Wie auch immer. Es dürfte für sie ein nette Abwechslung sein. Ich muss es nicht mehr haben.

Kleine Menschen, großer Yachthafen. © Marc Bow/Volvo Ocean Race

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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