Reise: Die vier Gesichter von Sardinien – Einsam im Osten, lieblich im Süden, rau im Westen und vielfältig im Norden

Von lieblich bis herb

Sardinien bietet ein Segelrevier wie es gegensätzlicher nicht sein könnte: Rau im Westen, lieblich im Süden; viele Gesichter hat der Norden, einsam ist der Osten.

Malfatano

Das Kap Malfatano im Süden Sardiniens bietet geschützte Ankerplätze. Bild: Carl Victor

Die vier durch ein Andreas-Kreuz getrennten Mohren=(Mauren)-Köpfe in Sardiniens Flagge stehen für die Siege der Spanier über die Sarazenen bei Zaragoza, Valencia, Murcia und den Balearen. So gesehen haben sie keinen Bezug zu der zweitgrößten Insel des Mittelmeeres und doch könnten sie für die vier Küsten Sardiniens stehen, die klar nach Nord, Süd, Ost und West ausgerichtet sind.

So unterschiedlich diese auch sind, so hat doch jede ihren ganz besonderen Reiz, und zusammen bieten sie ein Segelrevier, wie es lieblicher und herber, entspannter aber auch fordernder nicht sein könnte. Auf Sardinien sagt man: „Wer übers Meer kommt, bringt Schlechtes“! Das sagt viel über jene aus, die auf diesem Weg als Eroberer gekommen waren, um dann als Ausbeuter zu bleiben. Doch jetzt haben Touristen die Insel entdeckt und Segler sich die mehr als tausend Meilen lange Küstenlinie erobert. Damit hat sich vieles auf der Insel geändert: Menschenraub und Viehdiebstahl gehören der Vergangenheit an, Analphabeten gibt es nicht mehr als anderswo und viele, die noch um die Jahrhundertwende in Armut lebten, haben es zu bescheidenem Wohlstand gebracht.

Gelitten hat darunter das Lokalkolorit. Wenn auch mit Maßen. So bedient sich, selbst in den abgelegenen Orten im Inneren der Insel, kaum noch jemand des Sardischen; einer Sprache, die ihren Ursprung im „Küchenlatein“ der Römer hatte. Wer vor einigen Jahren noch behaupten konnte, Sardinen wäre nicht Italien, wird heute zugeben müssen, dass Sardinien sehr wohl Italien ist. Wenn auch ein ganz besonderes!

Wer hier segelt sollte sich darauf einstellen, dass die Insel nicht unbedingt eine Schönheit ist. Sie ist auch nicht rundum lieblich, dafür hat sie Charme; ihre Menschen gehen nicht auf Fremde zu, sie lassen sich aber nicht ungern erobern. Bei einem Törn, der rund um die Insel führt, sollte jeder finden was er sucht: Stille und quirliges Leben, Mondänes ebenso wie archaisch-bäuerliches. Immer mitbringen sollte man Zeit – sehr viel Zeit! Zu Hause lassen sollte man alle Hektik.

Einsamer Osten

Cala Coda Cavallo

Die Cala Coda Cavolla bietet sehr guten Schutz bei fast allen Wind­richtungen. Nur bei Nordwind kann es schaukeln. Bild: Carl Victor

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