Reise: Törn entlang der wilden Küste der Costa Brava

Auf surrealen Kursen

Auch an Spaniens Norden ist der Tourismus-Boom nicht spurlos vorübergegangen. Trotzdem finden Segler hier noch ein Revier vor, in dem sie Spaniens „wilde Küste“ ungezähmt erleben können.

Blick auf die Festungsmauern von Tossa de Mar. Bild: shutterstock / kavalenkava

Wer einen Törn an der Costa Brava plant kann nie vorhersehen was Spaniens Norden für ihn bereithält. Selbst im Sommer faucht oft der Tramontana von den Pyrenäen herab und noch bevor es Herbst wird, kündigen ihn schon Fronten mit Sturmböen, Blitz und Donner an. In diesem widersprüchlichen Revier wurde 1904 Salvador Dalí geboren, dessen Charakter sich als noch widersprüchlicher erweisen sollte. Hochbegabt wie er war, etablierte er sich schnell in der Kunstszene, nicht zuletzt wegen seines exzentrischen Gehabes wurde er schließlich zum Aushängeschild der Surrealisten. Obwohl vom Erfolg verwöhnt, blieb er seiner Heimat ein Leben lang verbunden. Schon seinen Durchbruch hatte er mit einem Bild geschafft, auf dem vor der schroffen Felskulisse von Cap de Creus vier Uhren in Raum und Zeit zerfließen. Zuvor hatte er bereits einige Fischerkaten in Portlligat gekauft, die er über die Jahre hinweg, zusammen mit seiner Gefährtin, Muse und späteren Frau Gala, zu seinem Domizil ausbaute. Heute ist die Casa Salvador Dalí (zusammen mit dem Teatre-Museu in Figueras) Pilgerstätte für alle die dem (selbsternannten) „Göttlichen“ huldigen. Am Ufer einer geschützten Bucht gelegen, bietet sie sich geradezu an, auch von Seglern besucht zu werden.

Portbou ist ein Schengen-Opfer

Einst war ihr heute viel zu großer Bahnhof Grenzstation zu Frankreich. Hier musste jeder durch die Pass- und Zollkontrolle und mancher blieb auch den einen oder anderen Tag. Segler waren nicht gern gesehene Gäste, ihre Schiffe wurden jedoch an der Hafenmole geduldet. Kam Wind auf, mussten sie ohnedies Hals über Kopf flüchten, um deren Bordwände nicht zu gefährden. In der Bucht zu ankern, war aber auch nicht das Gelbe vom Ei. Mittlerweile gibt es in Portbou eine Marina. In ihr liegt man sicher und ist zu Fuß schnell im Städtchen. Quirlig war es nie, doch jetzt wirkt es irgendwie verstaubt. Seine Kirche wäre herzeigbar, ist jedoch verschlossen, Cafés und das eine oder andere Restaurant heitern das verschlafene Ambiente an der „putzigen“ Rambla etwas auf. Nach dem touristischen Empuriabrava würde uns das schon locken, wäre da nicht, nur wenige Meilen südlich davon, diese Badia de Garbet. Eine Bucht wie geschaffen, um in ihr die erste Nacht unseres Törns zu verbringen. Türkis ist das Wasser in das der Anker fällt. Abends machen wir uns mit der Pantry vertraut und bevor wir beim Absacker angelangt sind, haben wir uns an Bord bereits eingelebt.

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