Reise: Traumhafte Türkei – ein Törn entlang der Küste Lykiens

Voraus liegt die Antike

Nach einer Durststrecke ist die Türkei wieder gefragt. Viele Reviere bieten sich an, doch ganz oben auf meinem Wunschzettel steht immer eines: die Küste des antiken Lykiens!

Es ist zu verführerisch, von Kaş aus einen Abstecher auf die griechische Insel Kastelórizon zu machen © Carl Victor

Die Lykier geben uns noch immer Rätsel auf. Zwar hatte schon Homer in der Ilias erwähnt, dass sie unter den Helden Sarpedon und Glaukos auf der Seite Trojas kämpften. Das war‘s dann auch schon. Heute wissen wir immerhin, dass sie eine eigene Schrift besaßen, mit dem Lykischen Bund das erste demokratische Bündnis der Menschheit gegründet hatten und der Nachwelt einzigartige Bauten hinterließen. Allein schon wegen ihrer Grabmonumente wird jeder Törn an dieser Küste zu einer Reise in eine mystische Vergangenheit – von dem, was uns Griechen, Römer, Venezianer und Kreuzritter hinterlassen haben, ganz zu schweigen. Doch noch stehen wir im Supermarkt und rätseln, was sich wohl hinter dieser und jener Verpackung verbirgt, deren türkische Aufschriften uns so gar nichts sagen. Mit jeder neuen Position auf dem Einkaufszettel wird uns klarer, wie wenig das finnisch-ugrische Türkisch mit unserem indogermanischen Deutsch gemeinsam hat. Mit Hilfe unserer Smartphones finden wir heraus, dass „Tuz“ Salz sein müsste, „Şeker“ Zucker, und „Ekmek“ Brot. Das gibt es aber nicht im Supermarkt, sondern nur beim Bäcker, dem „Ekmekçi“.

Revierinfos:

Nautische Literatur: Rod Heikell: „Turkish Waters & Cyprus Pilot“. Andrea Horn & Wyn Hoop: „Türkische Küste – Ostgriechische Inseln“.

Wind & Wetter: Von Juni bis September kann man mit bestem Wetter rechnen. Für Segelspaß sorgen Meltemi und Thermik. Von Oktober bis Mai kann der Lodos (Schirokko) für mehr Abwechslung sorgen als einem lieb ist. Wetterberichte: Empfingen wir unter www.windfinder.com und dem aus dem Internet über https://seaman.wetterwelt.de herunter geladenen „Seaman“-Wetterbericht.

Leuchtfeuer & Seezeichen: Schifffahrtsrouten und Häfen sind gut befeuert, Buchten sollte man nur bei Tag ansteuern.

Gezeiten & Strom: Der Tidenhub ist gering. Der Strom setzt an der Südküste mit 0,5 Knoten westwärts. In Passagen zwischen Inseln und an den Kaps, kann er – auch abhängig vom Wind – beträchtlich stärker laufen.

Navigation: Terrestrisch. Beim Ansteuern von Ankerplätzen sollte man nicht dem Plotter vertrauen.

Beste Zeit: Mai bis Juli und September bis Oktober. Im August ist das Revier überlaufen.

Anreise: Von den wichtigsten Flughäfen Deutschlands gibt es Direktflüge nach Dalaman. Sonst fliegt man über Istanbul oder Ankara.

Einreise: Deutsche und Schweizer Staatsbürger können mit Personal­ausweis oder Pass einreisen und sich damit 90 Tage in der Türkei aufhalten. Österreicher benötigen einen bei der Einreise noch 90 Tage gültigen Pass und müssen ein elektronisches Visum beantragen.

Zoll: Zollfrei einführen kann man Waren des täglichen Bedarfes, 400 Zigaretten und zwei 0,75-Liter-Flaschen Spirituosen. Die Ausfuhr von antiken Gegenständen aller Art ist strengstens verboten!!

Sprache: Türkisch. Bei Miknatis spricht man Deutsch, in Gebieten mit viel Fremdenverkehr Englisch.

Klima: Heiße und trockene Sommer mit über 40° C.

Kleidung: In der Vor- und Nachsaison sollten Pullover und Ölzeug mit an Bord sein.

Gesundheit: Zu einer Hepatitis-A-Impfung wird geraten, ebenso zu einer Auslandskrankenversicherung.

Sicherheit: Ich habe die Südküste der Türkei als absolut sicheres Revier erlebt.

Reiseführer: Michael Russmann, Gabriele Tröger: „Türkei – Lykische Küste, Antalya bis Dalyan“, Michael Müller Verlag.

Visa: Vorsicht Abzocke! Österreichische Staatsbürger benötigen für Türkeireisen ein Visum. Dieses soll 24,95 Euro kosten. Fällt man auf einen der vielen Anbieter im Internet herein, kann dies auch mal 90 Euro kosten.

Transitlog: Wer in türkischen Gewässern segeln will, muss ein Transitlog beantragen. Dieses wird für ein Jahr ausgestellt. Unversteuert dürfen Schiffe nicht länger als fünf Jahre im Land bleiben.

Transfer: Der Weg vom Flughafen Dalaman nach Marmaris ist weit. Mit dem Taxi kann das für kleine Crews teuer werden. Unter www.shuttledirect.com kann man bereits vorab einen Expresstransfer für circa 7,85 Euro buchen.

Türkische Sprachkenntnisse: Die Produkte in den Supermärkten sind fast ausschließlich in Türkisch angeschrieben. Man sollte sich daher bereits zu Hause die wichtigsten Begriffe für den Einkauf ins Türkische übersetzen und sich wenigstens Grundbegriffe der alles andere als einfachen Aussprache aneignen.

Karten und Bargeld: In diesem Revier kann man fast alles mit Kredit- oder Bankkarten bezahlen. Für die wenigen Ausnahmen sollte man jedoch immer etwas Bargeld bei sich haben.

Zeit: Seit 2016 gilt in der Türkei dauerhaft die Sommerzeit! Der Zeitunterschied beträgt daher in den Sommermonaten +1 Stunde, im Winterhalbjahr jedoch +2 Stunden.

Was ist bloß mit dem Meltemi los?

Von der ablandigen Brise lassen wir uns am nächsten Morgen verführen, die Segel schon in der Bucht von Marmaris zu setzen. Doch das Vergnügen währt nicht lange, die ermüdende Fahrt unter Motor dafür umso länger. Um sie abzukürzen, laufen wir in den Kapi Koyu ein. Vor zehn Jahren war die Bucht ein Geheimtipp. Heute erhaschen wir gerade noch den letzten Platz am Steg – und das am frühen Nachmittag. Hier liegen wir zwar gratis, doch über das uns abends verordnete Menü holt der Wirt die Liegegebühr locker wieder herein. Als am nächsten Tag die Yedi Burunlar querab liegen, motoren wir wieder in völliger Flaute. Was ist bloß mit dem Meltemi los? Ende September müsste er hier noch so blasen, dass wir an diesen sieben Kaps nur so vorbeifliegen! Entlang des langen Strandes von Patara kommt ein Lüftchen auf, doch um es einzufangen, bräuchten wir einen Spinnaker. So aber säuft der Motor noch einiges an Diesel, bevor wir die Einfahrt in den Stadthafen von Kaş ausmachen können. Eine Crew, die auch nach Kaş segelt, hat am Morgen noch von all dem Komfort geschwärmt, den die neue Marina bietet.

Gökkaya Limani – eine der traumhaften Ankerbuchten an der türkischen Küste © Carl Victor

Ich hingegen möchte jenes Lokalkolorit wiederfinden, das mich einst so begeistert hat. Doch dazu müssen wir erst einen Platz im Hafen finden. Der aber ist gesteckt voll. Mit etwas Glück können wir uns schließlich zwischen zwei Gulets quetschen. Nach uns kommende Yachten müssen sich mit oft abenteuerlichen Liegeplätzen begnügen und liegen auch mal römisch-katholisch in Zweierreihen. Von See aus wirkte es, als würde das an den Berghängen wuchernde Häusermeer die kleine Altstadt erdrücken. Doch als ich in sie eintauche, ist davon nichts mehr zu bemerken. Fast schon still ist es in der „Hauptstraße“, die beim lykischen Sarkophag endet. Natürlich sind die Kunden anspruchsvoller und die Lokale feiner geworden. Aber müssen wir hier einkehren, wo es doch nur wenige Schritte bis zu jenen Lokalen sind, die von den Einheimischen bevorzugt werden? Dort gibt es immer noch unverfälscht türkische Küche zu Preisen, die man uns in den Touristenfallen nicht glauben würde.

Kemer steht nicht im Törnplan.

Als wir Kale Köy ansteuern, sieht der von seiner venezianischen Festung gekrönte Ort aus wie einst. Erst als wir näherkommen, können wir Steganlagen ausmachen, die sich uns wie Finger entgegenstrecken. Sieht so aus, als bräuchten wir heute nicht auf großen Wassertiefen und schlecht haltendem Grund inmitten von Untiefen zu ankern! Fragt sich nur an welchem Steg wir längsseits gehen sollen? Von jedem winkt man uns zu, manche halten bereits die Leinen zum Festmachen in ihren Händen. Wir entscheiden uns für Hassan und müssen es nicht bereuen. Er und seine Frau sind ehrliche Makler: Liegeplatz, Strom und Wasser sind hier wirklich gratis und werden uns nicht auf das gediegene Abendessen aufgeschlagen. Einen Teil des so Ersparten gebe ich für das Recht, zu den Mauern der venezianischen Festung hinaufzusteigen, aus. Früher war der Ausblick auf die antiken Stätten der Kekova Insel gratis, doch auch so ist es ein Erlebnis, das ich auf dem Rückweg mit einem Streifzug durch die Nekropole mit seinen Sarkophagen aus lykischer Zeit abrunde.

Der Liegeplatz kostet oft nichts, wenn man das anliegende Restaurant besucht © Carl Victor

Als wäre die morgendliche Flaute nicht genug, steht in den Kekova Roads auch noch Strom mit bis zu einem Knoten gegenan. Erst als Demre querab liegt, kommt Wind auf. Aus Südost. So können wir die Passage zwischen Taşlik Burnu und den Beş Adaları gerade noch anliegen. Da wir nicht wissen, wie lange uns der Wind erhalten bleibt, verzichten wir darauf, mögliche Ankerplätze in den Beş Adaları zu erkunden. Voraus ragen bereits die Kliffs von Sulu Ada rot aus dem Wasser. Was hatte ich mir von dieser unbewohnten Insel nicht alles erträumt! Doch als wir näherkommen, hat es sich ausgeträumt: Ausflugsboote liegen neben Gulets, Gulets neben Ausflugsbooten. Uns bleibt wenig Raum, Den Anker in den Grund zu fahren, getraue ich mich wegen des mit Felsblöcken verseuchten Grundes nicht. Doch das Wasser ist klar und verführt zum Schnorcheln. Deshalb ist es schon spät als wir in den Çineviz Limanı einlaufen.

Spektakulär ist hier die uns umgebende Bergwelt. Sie und die herrliche Ruhe in der Bucht brauchen wir uns nur mit zwei Yachten zu teilen. Als die aufgehende Sonne die Bergspitzen golden färbt, sind wir schon wieder unterwegs. Kemer steht nicht im Törnplan. Doch wir müssen es anlaufen, weil der Inverter keine 220 Volt mehr liefert und die vollen Fäkalientanks überzulaufen drohen. Das eine Problem löst ein Elektriker. Da es in Kemers Marina aber keine Abpumpstation gibt, müssen wir das andere aufschieben, was ich mit einem „Verdammte Scheiße!“ kommentiere. Das kennzeichnet zwar präzise unsere prekäre Lage, behebt aber nicht das Problem.

Das sollte man gesehen haben:

Myra
Sankt Nikolaus war um 300 n. Chr. Bischof von Myra. Die Erzählung, dass er seine Gaben durch den Kamin bringt, hat hier den Ursprung. Die lykischen Felsengräber und eine frühchristliche Kirche sind die Höhepunkte.

Fethiye
Höhepunkte sind die lykischen Felsengräber und die traumhaft schöne Bucht Ölüdeniz, in die Yachten allerdings nicht einlaufen dürfen.

Patara
Strand, Dünen und eine antike Ruinenstadt. Mit etwas Wetterglück kann man davor sogar ankern.

Kaleköy
Eine Besteigung des Burgberges ist Pflicht. Für den Abstieg wählt man am besten den Weg an dessen Rückseite, der zwischen den Sarkophagen einer Nekropole talwärts führt.

Olympos
Selbst wer sich nicht für Ruinen begeistern kann, wird von dem Blick über die Bucht für den Aufstieg entschädigt werden.

Chimaera
Austretendes Erdgas speist diese „ewigen Flammen“, die bereits seit dem Altertum hier brennen. Vom weit offenen Ankerplatz (Ankerwache!) ist es schon ein gehöriger Fußmarsch bis dorthin, wo der eigentliche Aufstieg beginnt. Die Ausgaben für ein Taxi sind hier kein Luxus.

Phaselis
Alexander der Große verbrachte hier den Winter 334/333. Angeblich schätzte er die lokalen Weine. Heute ist Phaselis eine der stimmungsvollsten Ausgrabungsstätten an der lykischen Küste.

Kurze Schläge – große Erlebnisse.

Es wird ein Tag der kurzen Schläge und der großen Erlebnisse. Erst versuchen wir, in den Kriegshafen des antiken Phaselis einzulaufen. Wegen zahlreicher Klippen, die in dem flauen Licht kaum auszumachen sind, ziehen wir dann doch den ehemaligen Handelshafen im Süden der antiken Stätten vor. Obwohl die Ruinen dieser Stadt gekonnt restauriert wurden, kann ich meiner amerikanischen Crew den Wunsch, jenes Hotel zu sehen, in dem Alexander der Große von 334 auf 333 überwintert hat, nicht erfüllen. Den Wunsch, wieder ein paar Meilen zu segeln statt zu motoren, hingegen schon.

Der Ostwind ist leicht, doch er reicht, um mit seiner Hilfe bis zu den Üç Adaları zu bummeln. Dort finden wir fast überall tiefes Wasser vor, was aber einige Crews nicht davon abhält, auf ihren vor ­Buganker und Heckleinen liegenden Booten einen Badetag zu genießen, den vielleicht ein gefangener Fisch kulinarisch aufpeppt. Uns sind keine Mußestunden gegönnt, denn auf dem Schlag zu den „Drei Inseln“ fiel der Plotter aus. Im sicheren At­bükü Limanı wollen wir ihn wieder zum Laufen bringen. Der Versuch scheitert, weil der Plotter ein Update verlangt, wir hier aber kein Netz haben.

Die Burg von Kaleköy wurde von den Johannitern erbaut © Carl Victor

Vor dem langen Strand von Çıralı können wir nur ankern, weil die Bedingungen ideal sind. Es dauert, bis sich ein Taxi findet, das die Crew zum Kassenhäuschen von Chimaera bringt. Von dort muss sie zu Fuß zu den „ewigen Flammen“ hochsteigen. ­Diese sind keine „Chimäre“, sondern werden von austretendem Erdgas gespeist, das sich von selbst entzündet. Auch vor dem Ort Çıralı liegen wir weit offen. Trotzdem tun wir uns diesen rolligen Ankerplatz an, um einen Blick auf die Ruinen von Olympos zu erhaschen, das zu griechischen Zeiten eine der wichtigsten Städte Lykiens war. Als wir endlich in den Çavus Limanı einlaufen, ist die Sicht nicht mehr die beste. Deshalb übersehe ich beinahe die vielen Schwimmleinen, die auf dem südlichen ­Ankerplatz auf unseren Propeller lauern. Erst als wir diese umschifft und auf mehr Wasser als ­geplant geankert haben, geht ein langer Segeltag seinem Ende entgegen.

Minitornados wirbeln mächtig Wasserstaub auf

Der Wetterbericht warnt vor auffrischendem Gegenwind. Bis zum Taşlik Burnu hält sich der Wind daran, doch dann lässt er, statt auf 29 Knoten aufzufrischen, stark nach und schläft schließlich ganz ein. Stattdessen kommt Wind aus Süd auf und beschert uns unbeschwertes Segeln – wenn auch hinein in eine tiefdunkle Schwärze. In ihr springt der Wind auf Nordwest um und peitscht eine wahre Sintflut waagerecht über das Deck. Nur die Taucherbrille kann mich jetzt noch vor null Sicht bewahren. Der Motor dreht gerade so hoch, dass wir Ruder im Schiff haben. Bei solchen Bedingungen und ohne Plotter nach Gökkaya einzulaufen, daran brauchen wir nicht einmal zu denken. Das dazugehörige Gewitter lässt auch nicht lange auf sich warten. „Was kann man gegen Blitzschlag tun?“, werde ich gefragt. Meine Antwort „Nichts“ hebt nicht gerade die Stimmung an Bord. Als ich die ersten schemenhaften Silhouetten von Ashil und Kisneli Adası ausmachen kann, wage ich die Einfahrt, wenig später gräbt sich der Anker in den Schlick der sichersten und wohl auch schönsten Bucht an Lykiens Südküste.

Kemer bietet eine große Marina, um sich und das Boot während des Törns zu versorgen © Carl Victor

Der Wetterbericht verheißt auch für den nächsten Tag nichts Gutes. Da ich wenig Lust verspüre, gegen 36 Knoten aus West anzugehen, wird der Schlag nach Üçağiz zum kürzesten des Törns, der am Tag darauf – nach Kalkan – wegen des Windmangels zum wohl langweiligsten. Doch dann gibt es wieder Wind. Noch dazu aus Südost! Dieses im Bereich der Yedi Burunlar so rare Ereignis verdanken wir einer Kaltfront, die aus Nord anrollend, gegen eine sich aus Süd nähernde Warmfront drückt. Wo sie aufeinandertreffen, bilden sich Minitornados. Jene, die es schaffen, ihre gierig nach unten gereckten Rüsseln in die See zu tauchen, wirbeln dabei mächtig Wasserstaub auf. Wir würden uns gerne von dieser bedrohlichen Nachbarschaft absetzen, doch vor dem Wind können wir mangels Spi-Baum nur das Großsegel verwenden. Aus Südwest rollt eine hohe Dünung heran, die nahen Steilküsten reflektierten sie. Das tut den Mägen an Bord nicht gut. Deshalb steuere ich das Schiff, statt wie geplant nach Fethiye, in die nahe Bucht von Gemiler. Dort legen wir uns vor Buganker und Heckleinen an jenen Platz, von wo aus wir bei Sonnuntergang den schönsten Blick auf die Ruinen der Gemiler Insel haben werden. 

Windverhältnisse:

Meltemi (Meltem)
Der Meltemi weht an Lykiens Küste bis etwa Kekova aus Nordwest bis West. Er setzt am Vormittag ein und kann in den Sommermonaten nachmittags Stärke fünf erreichen. Abends sollte er abflauen. In großen Buchten, wie der von Fethiye, weht tagsüber meist eine auflandige Thermik.

Thermik
Östlich von Kekova, meist aber erst im Golf von Antalya, setzt vormittags eine Thermik ein, die nachmittags auflandig Stärke drei bis fünf erreichen kann. Abends flaut sie ab und wird nachts von einem ablandigen Wind ersetzt. Der ist jedoch meist schwach und reicht nur einige Meilen auf See hinaus. Ideale Segelbedinungen für den Tagestörn.

Nächtliche Böen
Wo das Gebirge nahe an die Küste heranreicht, können nachts Fallböen Probleme auf dem Ankerplatz bereiten. Daher im Vorfeld die Karte studieren und genug Platz zum Schwojen einplanen.

Schirokko (Lodos)
Dieser auflandige Südostwind kann jeder Yacht gefährlich werden! In der Vor- und Nachsaison erreicht er Sturmstärke, sorgt für dichte Bewölkung und hat fast immer Regen mit im Gepäck. Unbedingt einen der wenigen dann noch sicheren Häfen aufsuchen um den Wind dort abzuwettern.

Fronten
Ab Oktober verfrachten die Rückseiten von Tiefdruckgebieten über Europa polare Kaltluft bis in den Süden der Türkei. Wo sie auf die noch schwülfeuchte Luft aus dem Mittelmeer trifft, bilden sich schwere Gewitter. Strömender Regen, der die Sicht auf wenige Meter beschränkt, und harte Böen machen das Ansteuern eines Schutzhafens nicht selten unmöglich. An den Schnittpunkten der beiden Systeme bilden sich Wasserhosen, von denen man sich unbedingt fernhalten sollte.

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