Segelserie vom Surfstar: J.J. Florence auf hoher See – Weltmeister will um die Welt segeln

Faszinierende Segelbilder

John John Florence, der wohl beste Surfer der Welt, ist in einer Verletzungspause überzeugter Segler geworden. Davon zeugt nicht zuletzt die faszinierende Dokumentation “Vela”, deren ersten beiden Teile veröffentlichte.

 

Als sich der Hawaiianer John John Florence (27) nach zwei WM-Titeln im Wellenreiten beim Rio World Tour Event im Juli 2019  seinen zweitenKreuzbandriss zuzog und den sicher geglaubten dritten Weltmeisterschaft-Gewinn verpasste, war er am Boden zerstört. 

Aber er versank nicht in Selbstmitleid und bekam schnell die Kurve. Dabei half ihm nach eigenen Angaben die Segelbegeisterung. Er warf die Leinen seines Gunboat 48 Katamarans in O’ahu auf Hawaii los und segelte 2.500 Meilen. Sein Weg führte ihn unter anderem zu den unberührten Line Islands, eine Inselkette im östlichen Zentralpazifik.

John John Florence auf seinem Gunboat 48 “Falcor”.

Mit dabei war Bruder Nathan und ein paar Freunde – darunter Travis Rice, einer der besten Freeride Snowboarder der Welt. Aus diesem Törn ist die faszinierende Segelserie “Vela” entstanden, von der Florence jetzt die ersten beiden Teile veröffentlichte. 

Der Amerikaner ist längst kein Unbekannter mehr in der Segelszene. Sein Promi-Status verhalf ihm zu Einladungen nach Bermuda, um mit dem Oracle Team USA zu foilen. Daraus erwuchsen Kontakte zu James Spithill und Tom Slingsby, die ihm unter anderem Teilnahmen bei Sydney Hobart Race bescherten.

Segeln lernen mit einem Hobie 16. Natürlich muss Florence ihn in der Hawaii-Welle puschen.

Aber der bestverdienendste Surfprofi der Welt  – Einkommen von 5 Million Dollar (2018) – ist in Sachen Segeln längst mehr als Promi, der nach spannenden Einladungen auf Yachten giert. Er verpasst dem Segelsport glaubhaft ein cooles Image, weil er sich dem Segeln schon länger verschrieben hat.

1,7 Millionen Dollar Katamaran

Nach ersten Gehversuchen mit Jollen und auf dem Hobie Cat cruiste er einige Jahre mit einer J/35 um die Inseln von Hawaii. Zuletzt legte er sich dann den 48 Fuß Gunboat Katamaran “Falcor” zu. Ein 1,7 Millionen Dollar teurer, schneller Cruising-Katamaran, der unter Gennaker 20 Knoten und an der Kreuz 9 Knoten erreicht.

Eigentlich wollte er damit vor seiner Verletzung zum nächsten Surf-Event nach Tahiti segeln. Und der Traum war es, später noch etwas weiter nach Fidschi zu kommen. Als dann die Verletzung die Planungen zunichte machte, überzeugte ihn sein Sowboard-Freund Travis Rice von den Line Islands. Der hatte das schon einmal gemacht. Und so entstanden die Aufnahmen von Florence Traumtörn.

Der Surfer konnte es nicht erwarten, nach der Knieoperation wieder auf einem Brett zu stehen. Und es gelang ihm auch vor einer der abgelegenen Pazifik-Inseln. Aber die Seereise hat ihn in einem Ziel bestätigt: “Ich will einmal um die ganze Welt zu segeln,” erklärte er unlängst in verschiedenen Medien. 

 

 

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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