Vendée Globe: Jean Le Cam als 5. im Ziel – de Lamotte stopft Leck

"Passt euch meine Fresse nicht?"


Ça fume ce matin autour de SynerCiel von VendeeGlobeTV


Réveil musclé ce matin à bord de SynerCiel von VendeeGlobeTV

Jean Le Cam ist bei der Vendée Globe nach einem heftigen Finish als fünfter im Ziel angekommen. Bernard Stamm hat Probleme mit dem Kiel. Tanguy de La Motte stoppt Wassereinbruch.

Jean Le Cam in Les Sables d'Olonne

Jean Le Cam in Les Sables d’Olonne. © JEAN MARIE LIOT / DPPI

Der Vendée Globe Zweite von 2005 Jean Le Cam (53) hat bei Extrembedingungen seine Weltumsegelung nach 88 Tagen gut zehn Tage hinter Francois Gabart auf Platz fünf abgeschlossen. Dabei regte er sich in den letzten Videos von Bord noch einmal in seiner typischen Art über die Bedingungen auf, die ihm die Biskaya für die letzten Stunden auferlegte.

Im Video äußert er sich augenrollend extremst genervt über Mike Golding, der ihm ständig im Nacken sitzt. “Der Typ ist dazu geboren, um mir auf den Keks zu gehen! Gönnt mir nach 3 Monaten auf See nicht mal eine entspannte Ankunft!”

Der Vendée Globe Fünfte Le Cam

Der Vendée Globe Fünfte Le Cam mit Schmusetierchen im Ziel. © JEAN MARIE LIOT / DPPI

Aber Le Cam flucht auch über Poseidon und die Welt, spricht von echtem Stress, weil er nicht mehr zum Schlafen kommt. Beim Blick auf den Sonnenaufgang wird’s für Sekunden beschaulich, bis dann die Brecher über die Synerciel klatschen. “Hätte cooler sein können, diese Ankunft!”

Stunden später: “Passt Euch meine Fresse etwa nicht? Ich werd’ Euch mal zeigen, warum ich so mies drauf bin!” 45 kn Wind auf dem Bildschirm, strömender Regen, und dann diese Wellen… olalalala!! Schließlich 2 Uhr nachts, der Alarm bimmelt, warnt vor Hagelschauern mit vermuteten 50kn Wind, die deutlich auf dem Radar zu erkennen sind.

Der Vendée Globe zweite von 2005 in Aktion auf dem Vorschiff von "SynerCiel"

Der Vendée Globe zweite von 2005 in Aktion auf dem Vorschiff von “SynerCiel”. © JEAN MARIE LIOT / DPPI

Der alte Haudegen musste viel erleiden bevor er überhaupt an den Start seiner dritten Vendée Globe gehen konnte. Noch neun Monate vor dem Rennen hatte er so gut wie keine finanzielle Unterstützung. In letzter Minute bekam er das Geld zusammen, um das alte Schiff von Loick Peyron zu erwerben, das kurzzeitig die vergangene Vendée Globe angeführt hatte.

Die gesamte verbliebene Zeit steckte Le Cam in ein aufwendiges Refit, bei dem er die sechs Jahre alte Yacht um einige Kilos erleichterte. Danach stellte sich heraus, dass er wie erwartet den Speed der Top-Schiffe nicht halten konnte aber das Mittelfeld gut im Griff hatte.

Tanguy de Lamotte mit seinem beschädigten Schwert.

Tanguy de Lamotte mit seinem beschädigten Schwert. © De Lamotte

Zum Schluss zeigte er noch einmal ein taktisches Meisterstück, als er seinem permanenten Wiedersacher mit einem nervenstarken West-Schlenker gut 100 Meilen abnahm. Golding wird später am Tag in Les Sables d’Olonne zurück erwartet.

Dazwischen liegt noch Bernard Stamm, der außer Konkurrenz segelt aber eigentlich auf dem deutlich schnelleren Schiff sitzt. Le Cam konnte den Schweizer jedenfalls problemlos im Griff halten. Stamm meldete zuletzt aber auch noch ernsthafte Probleme mit seiner Kielramme. Sie soll sich vom Schiff gelöst haben. Damit wäre das nach-Luv-Schwenken nicht mehr möglich.

Der halb abgerissene Schwertkasten von de Lamotte

Der halb abgerissene Schwertkasten von de Lamotte unter Deck. © De Lamotte

Dramatischer ist die Lage für den Vorletzten Tanguy de Lamotte, dessen Schwertkasten nach einer Kollision aus dem Schiff gebrochen war. Er verkündet von Bord, dass er jetzt 2400 Meilen vor dem Ziel die notwendigen Laminierarbeiten ausgeführt und den Wassereinbruch einigermaßen im Griff habe. “Ich muss immer noch die Pumpen laufen lassen, aber wahrscheinlich etwas weniger.”

De Lamottes Schwert nach der Kollision.

Ziemlich mitgenommen. De Lamottes Schwert nach der Kollision. © De Lamotte

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Carsten Kemmling

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Ein Kommentar „Vendée Globe: Jean Le Cam als 5. im Ziel – de Lamotte stopft Leck“

  1. avatar dubblebubble sagt:

    JLC eine Wahnsinnstype. Brettert um die Welt, hat eine letzte schlaflose Nacht im Sauwetter hinter sich und geht, kaum sind er und seine Plüschtiere sicher an Land, total aufgekratzt im Empfangszelt ab… 🙂 🙂 🙂

    …mit einer Art “We will rock you” en francais – “Allume le Feu” (Entzünde das Feuer):

    http://www.dailymotion.com/video/xxbs50_jean-le-cam-allume-le-feu_sport#.URN6GmfjGwc

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 5 Daumen runter 0

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