10.000 Dollar-Wette: YouTuber gegen Professor – Platt vor dem Laken schneller als der Wind?

Wer liegt richtig?

SR berichtete über den Versuch, die physikalischen Gesetze beim Vorwindsegeln brechen zu wollen. Darüber ist ein US-Professor mit dem Youtuber Derek Muller aneinandergeraten und hat eine 10.000-Dollar-Wette angenommen.

In einem Video hat der Wissenschafts-Youtuber Derek Muller erklärt, wie sich der schon 2010 von Rick Cavallaro  gebaute Landsegler genau platt vor dem Laken bis zu 2,8-mal schneller als die Windgeschwindigkeit bewegt. Der Physik-Professor Alexander Kusenko von der University of California und zahlreiche weitere Spezialisten hielten das für unmöglich und das Video für einen Fake.

Daraufhin forderte Muller den Wissenschaftler zu einer Wette heraus. Wenn ihm der Beweis gelänge, dass es funktioniert, müsse Kusenko 10.000 Dollar zahlen. Dieser nahm die Herausforderung öffentlich an.

Das experimentelle Propeller-Fahrzeug “Blackbird”. © wikimedia

Muller erklärte schließlich die Gesetzmäßigkeiten denen der Landsegler unterliegt. Auf ihm ist ein riesiger Propeller installiert, der scheinbar für den Wind-Antrieb sorgt. Tatsächlich geht es aber um die Funktionsweise der Hinterräder. Das Fahrzeug wird durch den Rückenwind angeschoben, setzt über die Räder die damit verbundene Luftschraube in Bewegung und erzeugt darüber weitere Vortriebskraft.

Der Physiker Kusenko glaubte, dass es nur kurzzeitig möglich sei, den wahren Wind-Speed zu überschreiten. Nämlich dann, wenn “Blackbird” bei abflauendem Wind den Schwung nutzt. Aber er ließ sich schließlich von Muller überzeugen, dass die Fahrt länger anhält. Dieser präsentierte dann in seinem Video auch die passenden physikalischen Gleichungen.

Auch der YouTube-Kollegin Xyla Foxlin gelang es, ein Modellfahrzeug zu bauen, das den Gesetzmäßigkeiten des Landseglers folgt:

Kusenko gibt schließlich klein bei. Er erklärt die Ausführungen als logisch und wissenschaftlich nachvollziehbar. Er zahlte den Wetteinsatz von 10.000 Dollar. Der YouTuber will den Gewinn nun als Preisgeld für einen wissenschaftlichen Wettbewerb unter seinen Followern nutzen.

Was bedeuten diese neuen Erkenntnisse nun für die Wissenschaft? Kann das auch auf dem Wasser funktionieren? Ist es der Start für windgetriebene Fahrzeuge auf den Straßen? Das wäre wohl nur der Fall, wenn auch jemand das Geheimnis des Gegen-den-Wind-Fahrens knackt. So weit ist es aber wohl noch nicht.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

4 Kommentare zu „10.000 Dollar-Wette: YouTuber gegen Professor – Platt vor dem Laken schneller als der Wind?“

  1. avatar Till sagt:

    Naja Derek Muller ist selbst Doktor der Physik, ihn also einfach als “YouTuber hinzustellen ist auch nicht so ganz richtig. Zumal es schon einige Diskussionen über Blackbird gab, wenn man das Funktionsprinzip von dem Ding nicht durchschaut scheint es als sei es unmöglich damit schneller als der Wind zu fahren.

  2. avatar Observer sagt:

    “hielten das unmöglich und das Video für ein Fake.”

    hielten das FÜR unmöglich und das Video für EINEN Fake.

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  3. avatar Harrie Jasses sagt:

    Direkt gegen den Wind ist mit einem Propeller auch möglich. Dazu gibt es sogar einem jährlichen Wettbewerb:

    https://www.racingaeolus.online/

    • avatar Till sagt:

      Wurde 2010 auch schon mit Blackbird gemacht und dabei die 2,1 fache Windgeschwindigkeit erreicht, dabei wurde nur ein anderer Rotor verwendet.

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