12.000 Euro Zukunftspreis für Wellenenergie-Wandler von 49er Bronze-Gewinner Jan Peckolt

Erfolgreich trotz Medaille

Neu an Peckolts Entwicklung sind vor allem die Bewegungsbahn des Schwimmkörpers (verschiedene Kreisbögen) und die Steuerungsstrategie, wodurch bis zu 80 % der einkommenden Wellenenergie zum Antrieb elektrischer Generatoren genutzt werden können.

Herkömmliche Systeme mit einer reinen Vertikalbewegung liegen deutlich unter 50 %. Bei einer Veränderung der Wellenrichtung werden die Ausrichtung des Körpers und seine Bewegungsbahn durch ein von Peckolt zum Patent angemeldetes System angepasst. Zum Schutz vor allzu rauem Seegang bei extremen Stürmen kann das System vorübergehend auf eine ruhigere Wassertiefe abgesenkt werden. Je Windkraftanlage können fünf Schwimmkörper angebracht werden, die eine elektrische Energie für umgerechnet etwa 1000 Haushalte liefern.

Gemeinsam und doch auf verschiedenen Seiten. Die Brüder im coachen zwei gegnerische deutsche 49er-Teams bei der Olympiaqualifikation hier in Weymouth. © Marina Könitzer

„Natürlich ist es eine große Herausforderung, Wellenenergie wirtschaftlich nutzbar zu machen. Daran sind schon zahlreiche Projekte gescheitert“, sagt Dipl.-Ing. Benjamin Friedhoff, DST-Experte für Strömungs- und Wellenkraftwerke, „doch erste Wirtschaftlichkeitsberechnungen zeigen für das System ein beachtliches Potential auf.“

NEMOS-Initiator Peckolt, der mit seinem Entwicklungsplan einen EU-geförderten Wettbewerb der Gründungsinitiative Duisburg gewonnen hat: „Aus inzwischen mehr als 500 Versuchen im Wellentank und Tests im natürlichen Seegang haben wir sehr vielversprechende Resultate, doch die Technologie befindet sich in einem frühen Entwicklungsstadium. Verschiedene technische Risiken sind noch zu überprüfen.“

Peckolt hatte bereits sein Segelprojekt systematisch organisiert und dabei nichts dem Zufall überlassen. Gemeinsam mit seinem Bruder Hannes Peckolt (28), der inzwischen in Kiel an seiner Promotion in Medizin arbeitet, führte er die Kampagne wie ein Unternehmen mit einem großen Stab an Experten unterschiedlicher Fachdisziplinen.

Die beiden Brüder bereiteten sich in enger Kooperation mit dem US-amerikanischen Olympiateam vor und führten bereits ein Jahr vor den Olympischen Spielen die Weltrangliste an. Mit „Bronze“, der einzigen deutschen Segelmedaille in China, beendeten sie diesen Lebensabschnitt und konzentrieren sich seitdem auf ihre berufliche Laufbahn – nicht minder erfolgreich.

An Peckolts NEMOS-Projekt haben bereits verschiedene Wirtschaftsunternehmen Interesse bekundet, darunter ein großer Technologiekonzern aus dem Dax und ein Energieversorger. Geplant ist die kontinuierliche Weiterentwicklung mit dem DST, der Universität Duisburg-Essen und Partnern aus der Industrie. Unabhängig davon sind für eine zeitnahe Umsetzung Investitionen notwendig. Jan Peckolt: „Ziel ist der Aufbau einer Pilotanlage 2013/2014 in der Nordsee.“ Ein raues, aber für ihn keineswegs ungewöhnliches Revier.

Peckolts Energieprojekt NEMOS

Das Peckolt Segelprojekt

 

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Carsten Kemmling

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Ein Kommentar „12.000 Euro Zukunftspreis für Wellenenergie-Wandler von 49er Bronze-Gewinner Jan Peckolt“

  1. avatar Manfred sagt:

    Das ist ne richtig gute Idee. Besonders das anbinden der Technologie an den Fuß der WKA. Alles bereits vorhanden. Bei FVW´s oder Strukturberechnungen kommen wir gerne mit in s Boot.

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 23 Daumen runter 0

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