Abenteuer: Matt Kent will den Atlantik im kleinsten Boot aller Zeiten bezwingen

"Todesmutig"

Der Amerikaner Matt Kent will den Rekord für die Atlantik-Überquerung mit dem kleinsten Boot brechen. Er muss überwiegend im Stehen segeln und rechnet damit, zehn Kilo Körpergewicht zu verlieren.

little boat project

Im Stehen über den Atlantik. Unter Deck kann Kent in eine Kurbel treten. © Kent

Es klingt wie ein Aprilscherz. Am 1.4. will Matt Kent (33) die Leinen lösen, um den Weltrekord für die Antlantik-Überquerung mit dem kleinsten Schiff zu brechen. Sein Boot “Undaunted”, was so viel bedeutet wie unerschrocken oder todesmutig, ist 1,06 Meter klein. Damit würde er den Rekord von Vihlen Hugo brechen, der 1993 nach 115 Tagen auf dem Atlantik im britischen Falmouth landete. Sein Untersatz war 1,68 Meter kurz.

Kent befindet sich auf Gran Canaria, wo er die selbst konstruierte Aluminium-“Yacht” für den Extremtörn vorbereitet. Seit fünf Jahren bastelt der Mann aus Portland in Oregon schon an seinem “Little Boat Project”. 

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Platz ist in der kleinsten Hütte. © Kent

Dabei hilft die Erfahrung in seinem Job, denn der Amerikaner tut seit acht Jahren als vierter Maat Dienst auf der klassischen Zweimast-Brigg USS “Niagara”, die 1813 gebaut wurde. So hat er sich nicht ohne Grund für ein Rahsegel entschieden.

Von Gran Canaria bis Miami

Es soll allerdings nicht alleine um den Rekord gehen. Kent will auch Geld für das Ausbildungsprogramm The Bioreserve in Glenmont (New York) sammeln. Seine Erfahrungen mit dem Boot sollen für wissenschaftliche Erkenntnisse genutzt werden. 

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Das aufgeriggte “Schiff” in Gran Canaria. © Kent

Kent startet von Gran Canaria aus und will in Miami ankommen. Er rechnet mit einer Dauer von 3,5 bis 4 Monaten abhängig vom Wetter.  Besonders das letzte Viertel des Törns werde es in sich haben, meint Kent. Wenn die Vorräte zur Neige gehen und Dinge zu brechen beginnen wolle er Möglichkeiten zum Notstopp haben und sich in der Nähe der ostkaribischen Inseln befinden. Ziel sei es aber, ohne Halt in Miami anzukommen.

Bei seinem Aluminium-Boot befürchtet er Probleme mit der Korrosion, aber es müsse den Törn ja nur einmal überstehen. Der Innernraum ist mit Sperrholz und Schaum verkleidet, um eine Isolierung gegen die Wasser-Kälte zu erreichen. Der Eingang befindet sich auf dem Deck der Konstruktion und ist mit einer Plexiglas-Kuppel verschlossen, die ihm eine Rundumsicht erlaubt.

Bewegung mit der Fußkurbel

Der Mast ist 4,5 Meter lang und ebenfalls aus Aluminium gefertigt. Das Leergewicht beträgt 190 Kilogramm, aber 325 Kilo Blei sollen im Kiel für Stabilität sorgen. Außerdem werden Batterien, Verpflegung und Sicherheitsausrüstung etwa 136 Kilo schwer sein und 145 Kilo für den Not-Wassertank dazu kommen.

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So wurde der Segel-Untersatz auf die Kanaren geliefert. © Kent

Mit einer Hand- und Fuß-Kurbel kann er Elektizität erzeugen, um die Batterien zu laden. Aber es geht auch darum, für Bewegung auf dem begrenzten Raum zu sorgen.

Die tägliche Wasserration will Kent mit einer kleinen Entsalzungsanlage produzieren. Damit kann er die gefriergetrocknete Nahrung genießbar machen, die gut 80 Kilo seiner Beladung ausmacht. Er rechnet damit bei dem Trip gut 10 Kilogramm Körpergewicht zu verlieren.

Die größte Angst des Skippers ist es, von einem Frachter überfahren zu werden. Aber “Undaunted” sei ja mehr eine Kapsel, denn ein Boot. “Ich bin darin vor fast allem geschützt.”

20.000 Dollar hat Kent bisher in sein Projekt investiert. Über eine Crowdfunding Aktion konnte er inzwischen 10.700 Dollar dagegen rechnen.

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Die ersten Tests vor dem Schiff, das der Arbeitsplatz des Skippers ist. © Kent

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Segeltests in der Flaute. © Kent

Die Brigg USS Niagara, auf der Kent als Maat arbeitet.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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