Anders leben: Segler strandete vor 31 Jahren auf unbewohnter Insel – Petition gegen Vertreibung

„Budelli und Mauro sind eine Einheit“

Mauro Morandi ist der einzige Bewohner der italienischen Insel Budelli. 1989 landete er hier zufällig mit seinem Katamaran – und blieb. Nun droht ihm die Vertreibung. Eine Petition soll helfen.

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Eigentlich wollte der Italiener Mauro Morandi aus Modena 1989 nach Polynesien segeln, um dort abseits der Gesellschaft zu leben. Er kündigte seinen Job als Sportlehrer, kaufte sich einen Katamaran und startete – kam allerdings nicht weit. Es gab Probleme mit dem Boot und nach nicht einmal einem Tag landete er auf Budelli, einer kleinen Insel im La-Maddalena-Archipel vor der Nordküste Sardiniens mit dem berühmten „Spiaggia Rosa“. Hier fand er sofort, was er eigentlich im Pazifik hatte suchen wollen.

Also verkaufte er sein Boot wieder, begann in der Einsamkeit von Budelli zu leben, als Inselwächter für den privaten Eigentümer des kleinen Paradieses zu arbeiten und sich für den Schutz der Insel einzusetzen. Schnell verliehen die Medien ihm den Titel „italienischer Robinson Crusoe“.

Als der Staat Budelli dann vor einigen Jahren zurückkaufte, begannen die Probleme für den Aussteiger. Morandi darf auf der zum Nationalpark gehörenden Insel seitdem eigentlich nicht mehr dauerhaft leben und wurde von der zuständigen Verwaltung mehrfach aufgefordert, Budelli zu verlassen. Schon damals wurde eine Petition gegen seine Vertreibung gestartet. Mehr als 18.000 Unterschriften kamen zusammen und Morandi durfte schließlich erst einmal bleiben.

Nun droht allerdings erneut das Ende des Insellebens für den inzwischen 81-Jährigen. Die kleine asbestbelastete Steinhütte aus dem Zweiten Weltkrieg, in der er sich eingerichtet hat, soll abgerissen werden und Morandi bis Ende des Jahres gehen. Ob er später zurückkommen kann, ist ungewiss.

Prompt riefen Unterstützer eine neue Petition ins Leben. Mehr als 2.000 Menschen haben im Laufe einer Woche nun unterschrieben. „Budelli und Mauro sind eine Einheit. Er soll dortbleiben“, wird auf der Petitionsseite etwa kommentiert. Oder: „Budelli braucht Mauro, und Mauro braucht Budelli.“ Italienische Medien vermuten diesmal allerdings das tatsächliche Ende.

Mauro Morandi hofft trotzdem noch, bleiben und letztlich auch auf seiner Insel sterben zu können. „Ich bin es gewohnt, mitten in der Natur zu leben”, sagte er der britischen Tageszeitung „The Guardian“. „Was würde ich in Modena tun? Karten spielen und in Bars gehen wie andere Leute mit 80? Vergesst es!“

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