Ant Arctic Lab: Norbert Sedlacek gibt auf – Einhand-Abenteuer erneut abgebrochen

"Können Zeitplan nicht einhalten"

Es ist tatsächlich wieder passiert. Norbert Sedlacek hat sein Ant Arctic Lab Abenteuer abgebrochen und auf 2020 verschoben. Im vergangenen Jahr zog er nach zwei Tagen den Stecker, diesmal waren es vier. 

34.000 Seemeilen, einhand, nonstop und ohne Hilfe von außen wollte der Österreicher Norbert Sedlacek unterwegs sein. Es sollte vom französischen les Sables d’Olonnes aus in den Hohen Norden gehen, durch die Nordwestpassage, durch den Pazifik ums Kap Hoorn, rund um die Antarktis, danach erneut um das mythische Kap Hoorn und durch den Atlantik Richtung Norden, zurück nach les Sables d’Olonnes.

Der geplante 34.000 Meilen Törn.

Warum? Weil er es glaubt, zu können. Weil er seinen Open 60 aus recycelbaren Materialien promoten will. Weil er einmal wieder etwas Großes leisten möchte.

Es ist schon 21 Jahren her, als er auf der Bildfläche der internationalen Extremsegler erschien. Eine schöne Geschichte, als der Wiener Straßenbahnfahrer mit seiner “Oase II” seinen Job aufgab und den Traum des Weltumsegler lebte.

Fortsetzungsgeschichten

Seitdem versucht er sich an diversen Fortsetzungsgeschichten, umsegelte 2000 die Antarktis, versuchte sich 2004 an der Vendée Globe, schied aus, schlitterte in eine Insolvenz, bestand das Abenteuer aber vier Jahre später als letzter der 11 verbliebenen Teilnehmer.

Sedlacek, Innovation Yachts, Ant Arctic Lab

Norbert Sedlacek © favreau

Es wurde nicht einfacher. 2013 versuchte er mit einer kleinen 4,90 Meter Yacht alleine, nonstop über den Atlantik zu segeln. Aber er scheiterte. Sein Sohn Harald beendete schließlich das Unternehmen. Die Glaubwürdigkeit seines Geschäfts mit dem Abenteuer war deutlich angekratzt.

Sedlacek wollte es aber seinen Kritikern zeigen. Sein neuestes Projekt sollte noch mächtiger, noch großer werden. Mit Ant Arctic Lab transportierte er auch eine sehr zeitgemäße Botschaft. Er will zeigen, dass die recycelbare Vulkanfaser eine echte Bootsbau-Alternative ist.

Technische Schwierigkeiten

Der Mann ist wirklich hartnäckig. Und im vergangenen Jahr segelte er tatsächlich wieder los. Aber er kam nicht weit. Schon kurz nach der Abfahrt musste er wieder umdrehen und räumte ein, diverse technische Schwierigkeiten zu haben.

Sedlacek, Ant Arctic Lab,

Abschied am Hochseesteg von Les Sables d’Olonnes © sedlacek

Ein Jahr später sollte nun genug Entwicklungszeit, in das Boot geflossen sein, um für die Unwägbarkeiten, die bei solche einem harten Abenteuer-Törn bevorstehen, gerüstet zu sein. Aber nun ist schon wieder Schluss nach kürzester Zeit.

Im Sturm hatte sich ein Vorsegel losgerissen, war gegen das Rigg geschleudert und hatte sich unter dem Kiel und Ruder verfangen. Der Österreicher musste es losschneiden. Das sollte im Prinzip kein großes Problem sein. Auch wenn er das Segel schmerzlich vermissen könnte. Aber nun hat Sedlacek tatsächlich erneut bekannt gegeben, dass er aufgibt.

Haarrisse

In seiner Pressemitteilung heißt es: “Unser gesamtes Team begann heute früh morgens mit der Schadensanalyse. Da sich sie Genua 1 nach Norbert Sedlaceks Touch-Down gefährlich in der obersten Steuerbordsalingverfangen hatte, galt unser besonderes Augenmerk der Salingverbindung zum Mast.

Sedlacek, Ant Arctic Lab,

Die erste , noch begleitete Seemeile vor der langen Einsamkeit © Sedlacek

Leider zeigen sich dort einige Haarrisse, somit müssen alle betroffenen Teile röntgenisierent werden. Zudem müssen wir diverse Montageteile am Bugspriet, die Genua 1 inkl. ihres Stockers und auch den Bugkorb erneuern. Bugspriet und die angrenzenden Rumpfteile zeigen keinerlei Beschädigungen, was uns verständlicherweise sehr freut.

Somit ist es leider Gewissheit, dass wir den Zeitplan für heuer nicht einhalten können und das Projekt auf das nächste Jahr verschieben müssen.”

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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2 Kommentare zu „Ant Arctic Lab: Norbert Sedlacek gibt auf – Einhand-Abenteuer erneut abgebrochen“

  1. avatar Seilor sagt:

    Könnt ihr nicht lieber mehr über seriöse Sportler berichten statt so einen Quatsch? Das interessiert doch keinen Menschen und klingt dazu total unseriös. Warum muss der Kerl überhaupt unbedingt mit einem halb fertigen Boot ins Eis … besser da fahren nur Forscher und sonst keiner lang.

    Wie wärs mal über den TO Mini zu berichten der beim Baltic 500 grandios gesegelt ist und trotzdem Sponsoren sucht?

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 9 Daumen runter 4

  2. avatar Sven 14Footer sagt:

    Ich finde es gut hin und wieder über Norbert Sedlacek hier zu lesen. Es muss ja nicht übertrieben promotet werden.
    Schön zu lesen, dass es noch Abenteurer gibt. Mit einem Profi-Rennstall im Rücken ist es möglich einen Open 60 fit zu machen und trotzdem scheitern die Profis immer wieder.
    Hier ist Jemand, der mit wahrscheinlich deutlich weniger Mitteln trotzdem etwas Großes versucht. Muss für ihn sehr frustrierend sein, so früh umkehren zu müssen.
    Vielleicht sollten wir ihm Respekt zollen. Er hat keine fremde Hilfe benötigt und hat erkennt es geht jetzt nicht. Besser als der Häme entgehen zu wollen und trotzdem weiter segeln und dann benötigt er im hohen Norden eine aufwändige Rettung.

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 8 Daumen runter 2

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