Antifouling: Probleme mit Seepocken – Wie gut funktioniert Coppercoat?

Van den Heedes Antifouling-Erfolgsformel

Beim Golden Globe Race – einhand auf klassische Weise um die Welt – gab es große Probleme mit Bewuchs am Unterwasserschiff.  Für Don MacIntyre, den britischen Organisator der Regatta, wirft das Fragen unter anderem über den Coppercoat-Anstrich auf.

Golden-Globe-Organisator MacIntyre hat die Information gepostet, dass beim Golden Globe Race sowohl Susie Goodall als auch Mark Slats mit einem Coppercoat Antifouling unterwegs waren. Dabei handelt es sich um einen aufwendigen Kupfer-Anstrich, mit dem es eigentlich über mehrere Jahre keine Probleme geben sollte. Beide Teilnehmer hätten aber große Schwierigkeiten mit Seepocken gehabt.

Golden Globe Race, Tapio Lehtinen

Feind aller Langfahrtsegler © ppl/ggr

Der zweitplazierte Mark Slats hatte während der Regatta berichtet, dass er sehr überrascht gewesen sei über den Bewuchs seiner Rustler 36 “Ohpen Maverick”. Er habe immer wieder auch im eiskalten Wasser tauchen müssen und etwa zwei Stunden benötigt, um den Rumpf zu reinigen. Er benutzte Messer, Schleifpapier und Scheuerschwamm.

Golden Globe Race, Tapio Lehtinen

Der Finne Tapio Lehtinen hat beim GGR kiloweise Delikatessen um die Welt spazieren gefahren © favreau/ggr

MacIntyre sagt in einem Facebook-Post, dass es niemand gewagt habe, den Namen der Firma Coppercoat Antifouling in diesem Zusammenhang zu erwähnen. Aber bei den beiden Teilnehmern habe der Schutz offenbar nicht so gewirkt, wie erhofft.

Die Firma reagierte schon auf die Kritik mit dem Hinweis dass man keine Informationen darüber habe, ob ihr Produkt so aufgetragen wurde, wie empfohlen. Es müssen fünf dünne Lagen gestrichen werden, alle am gleichen Tag, bei warmen Temperaturen. Man wisse von einem Teilnehmer, der es offenbar nicht richtig gemacht habe.

Golden Globe Race, Seepocken

Unterwasserschiff nach dem Golden Globe Race © Boris Senatorov / PPL / GGR

MacIntyre postet dennoch einen Beitrag der Langfahrtsegler Kim und Simon Brown, die mit ihrer Tochter Maddison die Weltmeere besegeln und ihre Probleme mit Coppercoat in einem Artikel sowie einem aktuellen Video dokumentiert haben:

Die Diskussion, wie gut Copercoat tatsächlich wirkt, brandet schon seit Jahren durch die Cruiser Foren. Es gibt einige Fans aber auch enttäuschte Skipper. Offenbar kann man beim zeitaufwendigen Auftragen des auf Kupfer basierenden Anstriches einige Fehler machen.  Aber wenn es klappt, dann ist ein Osmoseschutz inbegriffen, und die Bewuchs-Abwehr soll bis zu zehn Jahre funktionieren.

Für die speziellen Herausforderungen beim Golden Globe Race hat es für Susie Goodall Racing als auch Mark Slats offenbar nicht geklappt. Aber auch die Kollegen hatten Probleme.

Golden Globe Race

Das Unterwasserschiff von Randmaa beim obligatorischen Zwischenstopp in Hobart aus! © ggr

Besonders der drittplazierte Este Uku Randmaa schleppte jede Menge Pocken durch die Meere. Er soll das Produkt Seajet Shogun benutzt haben, das gleiche wie der überlegene Sieger Jean Luc Van Den Heede.

 

Der französische Preparateur Lionel Regnier hat die Yachten von beiden Skippern auf die Regatta mit vorbereitet. Er sagt, sie hätten jeweils das gleiche Verfahren beauftragt. Und das Antifouling sei auf Randmaas Boot direkt nach dem von Van Den Heede aufgetragen worden.

Aber der Este hätte nur zwei Schichten Seajet Shogun gestrichen, der spätere Sieger dagegen eine weitere plus einen Belag Seajet Platinum. Dieser Kommbination scheint für Van Den Heede einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren gewesen zu sein.

Schließlich war der letztplazierte Finne Tapio Lehtinen mit seinem Pocken-Teppich unter dem Rumpf am Ende nur noch mit 4 bis 5 Knoten kaum halb so schnell wie Van Den Heede unterwegs. Bei ihm kam ein weiteres Problem dazu: Seine große Angst vor Haien. Er traute sich nicht ins Wasser, um den Bewuchs zu entfernen.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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