Auf Tiefe: Rätsel um gesunkene Traumyacht – Ein Video und seine Geschichte

Schaurig schön

Was ist passiert? Das Video einer im Eis verankerten und später gesunkenen Traumyacht bei New York sorgt für Spekulationen. Nun gibt es eine Erklärung, warum das Schiff auf Tiefe ging.

Die Drohne fliegt über eine wunderschöne Mittelcockpit-Yacht mit Teakdeck, die verlassen vor Anker liegt. Das Großsegel ist in den Mast gerollt, und es scheint, als sei sie bereit, jeden Moment den großen Törn zum Traumziel zu starten.

Wenn sie nicht im Eis gefangen wäre. Der Liegeplatz Hamburg Cove bei New York ist mit Schollen übersät. Die Wasserfläche scheint sich immer mehr zu schließen. Aber die Yacht behauptet beim Schwojen ein Stück Freiheit.

Sie liegt schon den ganzen Winter auf dem exklusiven Ankerplatz. Und Frank Di Nardi, der in der Nähe an den Wochenenden und Abenden ein kleines Foto- und Video-Geschäft betreibt, empfand die Szenerie als künstlerisch so bemerkenswert, dass er beschloss, sie für ein zukünftiges Projekt aufzunehmen.

Geborstene Seeventile?

Am 17. Januar drehte er die ersten Bilder mit der Drohne. Zehn Tage später war das Schiff gesunken und Di Nardi hatte wieder sein Fluggerät für Aufnahmen dabei. Er schnitt beide Teile zusammen legte sphärische Musik darunter und veröffentlichte das schaurig, schöne Video.

Es verbreitete sich rasant in der Seglerszene. Sofort wurde über die Gründe des Untergangs spekuliert. Der Vorwurf des Versicherungsbetrugs ließ nicht lange auf sich warten. Dabei scheinen beschädigte Seeventile der wahrscheinlichste Grund für den Untergang zu sein. Sie mögen durch gefrorenes Eiswasser undicht geworden sein.

Inzwischen gibt es auch eine Erklärung der Situation aus dem Umfeld des Eigners. Er soll wegen Problemen mit der Versicherung aus einer Marina flussaufwärts geworfen worden sein und das Schiff deshalb nach Hamburg Cove verlegt haben. Wegen der sich entwickelnden schwierigen Wetter- und Eisverhältnisse wurde ihm geraten, auch dort nicht länger zu liegen.

Die angebotene Hilfe schlug er aus und soll sogar mit Klage gedroht haben falls jemand das Schiff anfasst. Selbst als er aufmerksam gemacht wurde, dass das Boot Wasser macht, soll er nicht reagiert haben. Es wird erzählt, dass auch dafür Versicherungsprobleme ein Grund sein könnten. Das Versinken hat die Situation für den Eigner sicher nicht vereinfacht.

 

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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