Aufblasbares Michelin-Segel: Ab Sommer auf Handelsschiff – Desjoyeaux testet in der Biskaya

"Das hätte ich gerne erfunden!"

Testphase bravourös bestanden – jetzt kommt der erste Prototyp auf Handelsschiff zum Einsatz. „Professor“Desjoyeaux begeistert: „Dem System gehört die Zukunft!“

Unaufhaltsam: Das Segel als zusätzlicher Vortrieb für Frachter. WISAMO setzt auf aufblasbare Segel © WISAMO

Die französische Michelin-Gruppe, in Seglerkreisen nicht unbedingt bekannt für besonders kreative Ideen oder bahnbrechende Innovationen, forscht und bastelt derzeit an einem Projekt, das für eine gewisse Aufmerksamkeit in der Handelsschifffahrt und gleichermaßen bei Seglern sorgen dürfte: Das Wing Sail and Mobility-System WISAMO.

20 Prozent weniger Spritverbrauch

WISAMO ist ein automatisiertes, aufblasbares und besonders leicht zu reffendes Flügelsegel, das auf Handelsschiffen nach Angaben von Michelin den Kraftstoffverbrauch und den Emissionsausstoß um bis zu 20 Prozent senken kann. Dem Reifen-Riesen zufolge eignet es sich besonders für Ro-Ro-Schiffe, Massengutfrachter, Gastanker und Öltanker und kann entweder in eine Neukonstruktion integriert oder nachgerüstet werden.

Das WISAMO-Konzept wurde von der Forschungs- und Entwicklungsabteilung von Michelin in Zusammenarbeit mit den beiden Schweizern Laurent de Kalbermatte (1985 Erfinder des ersten Gleitschirms) und Edouard Kessi entwickelt. Außerdem ist der berühmte Hochseeregatta-Segler „Professor“ Michel Desjoyeaux an dem Projekt als Berater und Tester beteiligt.

Desjoyeaux: “Das hätte ich auch gerne erfunden!”

Corona-bedingt ist der für Mitte 2021 angekündigte, professionelle Ersteinsatz des WISAMO-Systems etwas in zeitlichen Verzug geraten. Doch nun kündigen Michelin und die Compagnie Maritime Nantaise an, dass im Laufe des Sommers 2022 der Prototyp eines WISAMO-Segels auf dem Ro-Ro-Containerschiff MN Pelican installiert wird.

Das aufblasbare Segel hat eine Fläche von 100 qm

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4 Kommentare zu „Aufblasbares Michelin-Segel: Ab Sommer auf Handelsschiff – Desjoyeaux testet in der Biskaya“

  1. avatar PL_mail037 sagt:

    Und wo kommt die Ladung?

    • avatar PL_4oliver sagt:

      „Dem Reifen-Riesen zufolge eignet es sich besonders für Ro-Ro-Schiffe, Massengutfrachter, Gastanker und Öltanker und kann entweder in eine Neukonstruktion integriert oder nachgerüstet werden.“
      Ich nehme an, Sie haben den Textabschnitt übersehen.

  2. avatar Dirk Festerling sagt:

    Jetzt ist Michelin ein etwas größerer Player als die mir bekannten Vorgänger, aber “Sprit(/Schweröl/wasauchimmer)sparen-durch-Hilfsbesegelung” poppt alle paar Jahre auf und noch nie ist mehr als subventioniertes Prototypenstadium dabei herausgekommen.

  3. avatar ISTQB sagt:

    So’ 400m Ding vollbeladen mit Containern und dann fett Seitenwind… Ob das nicht wackelig wird?

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