Aufgegeben: Herrenlose “Kolibri” treibt vor Bermuda – Gingen die Norweger zu früh von Bord?

Unglücksyacht

Nach dem Video der portugiesischen Küstenwache wurde im Netz heftig diskutiert, ob sich die norwegische Crew hätte abbergen dürfen. Beim selben Sturm war ein Kind gestorben.

Der Havarist nach einem halben Jahr als Spielball der See.

Der Havarist nach einem halben Jahr als Spielball der See.

Die Umstände waren dramatisch als am 6. Mai ein Orkan südlich an den Azoren vorbei fegte und über zehn Meter hohe Wellen aufwarf. Es folgte eine Tragödie, bei der ein Vater mit seinem Kind abtreibt und es schließlich an Unterkühlung stirbt (SR berichtete).

Insgesamt waren fünf Yachten in Schwierigkeiten gekommen. In wenigen Stunden wurden zwölf Personen per Hubschrauber von der portugiesischen Küstenwache abgeborgen. Darunter auch die vierköpfige Crew der Swan 44 “Kolibiri” des norwegischen Skippers Guttorm Guttormsen.

Der unglückliche Skipper Guttorm Guttormsen aus Norwegen.

Der unglückliche Skipper Guttorm Guttormsen aus Norwegen.

Er berichtet von 15 Meter hohen Wellen und mehreren Kenterungen, bei denen das Rigg schwer beschädigt wurde. Die Segel rissen, das Kutterstag brach wie auch die Salinge. Die schlackernden Wanten hielten den Mast kaum noch aufrecht. Außerdem soll Wasser eingedrungen sein.

Im Video ist die Notlage schwer erkennbar als die Swan 44 unter Motor vor den Wellen abläuft. Aber der Zustand des Schiffes nach einem halben Jahr herrenlos auf See zeigt, wie sehr es zum Spielball der Wellen geworden ist. Gesunken ist es allerdings nicht. Hätte der Skipper an Bord bleiben müssen?

Guttorm Guttormsen ist als erfahrener Skipper bekannt, der mit seiner Swan auf dem Heimweg von einer Weltumseglung war. Er hatte geplant, nach Island zu segeln und von dort zurück nach Norwegen. Er sollte in der Lage sein, die Situation am besten einzuschätzen. Immerhin hat er jetzt sein Schiff wieder entdeckt. Es ist aber noch nicht bekannt, ob er es bergen wird.

Die "Kolibri" scheint beim Abbergemanöver eigentlich gut intakt. © Küstenwache Portugal

Die “Kolibri” scheint beim Abbergemanöver eigentlich gut intakt. © Küstenwache Portugal

Die Swan 44 "Kolibri" in besseren Tagen.

Die Swan 44 “Kolibri” in besseren Tagen.

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Carsten Kemmling

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