Ausprobiert: Der Taschenofen von Peacock im Einsatz an Bord

Warme Hände stundenlang

Der Peacock-Taschenofen soll bis zu 20 Stunden Wärme spenden. Ideal für die kalte Jahreszeit an Bord? Wir haben den benzinbetriebenen Handwärmer ausprobiert.

peacock taschenofen

Der Taschenofen von Peacock wird mit Feuerzeugbenzin betrieben. Bild: Kai Köckeritz

Kälte ist einer der unangenehmsten Bedingungen an Bord. Wir können uns warm anziehen, unter Deck die Heizung anwerfen, doch irgendwann werden an Deck die Finger taub – selbst in Handschuhen. Doch es gibt ja Taschenwärmer, an denen man sich die klammen Finger wärmen kann. Erhältlich sind elektrische Taschenwärmer, welche mit Kohlestäben, die verbreiteten Gelwärmer, aber auch Benzin-Taschenöfen.

Da ich beim Segeln ungerne Winterhandschuhe trage, kalte Hände aber zugleich auch nicht haben möchte, habe ich mich etwas umgesehen. Die Gelwärmer spenden nur kurz etwas Wärme und müssen anschließend in kochendem Wasser wieder aktiviert werden. Was an Bord durchaus machbar wäre, aber nicht gerade praktikabel ist.

Bei elektrischen Handwärmern stört mich, dass ich sie mit Bordmitteln aufladen muss, falls ich nicht am Landstrom hänge. Vielleicht bin ich in diese Punkt etwas altmodisch aufgestellt, aber mir gefällt der Gedanke, vom Bordstromnetz unabhängig zu sein.

Auch der Gedanke an glühende Kohlestäbe in der Ölzeugtasche konnte mich nicht so recht überzeugen. Also lief es auf den Benzin-Taschenofen hinaus. Im großen Fluss wurde ich schnell fündig und probierte den Peacock-Taschenofen im Herbst einfach mal etwas länger aus.

Der Benzin-Taschenofen

Bereits seit 1923 produziert die japanische Firma Hakkin den kleinen Taschenofen. Er besteht aus drei Teilen: dem Tank, dem Brenner und dem Deckel. Das Gehäuse besteht aus vernickeltem Messing und ist in der Standard-Größe etwa handtellergroß. Um zu verhindern, dass das (Feuerzeug-)Benzin ausläuft, besitzt der Tank eine Füllung aus Watte. Sie saugt das Benzin auf und gibt die Dämpfe kontrolliert frei. Im abnehmbaren Brennerkopf befinden sich Glasfasern, die mit Platin beschichtet sind, um die katalytische Verbrennung zu ermöglichen.

Taschenofen: Funktionsweise

Die Beschreibung klingt zwar nach einem überdimensionierten Benzinfeuerzeug, aber der Taschenofen funktioniert ohne offene Flamme. Es ist nicht so, dass man sich ein brennendes Feuerzeug in die Tasche steckt. Hinter der katalytischen Verbrennung steckt vielmehr ein chemisches Prinzip. Das verdampfende Benzin erzeugt bei Kontakt mit Platin Wärme. Um diesen Prozess zu aktivieren, muss allerdings Wärme als Aktivierungsenergie hinzugefügt werden. Das geschieht in Form einer offenen Flamme (Streichholz oder Feuerzeug)

Vorbereiten und Aktivieren des Taschenofens

Im Lieferumfang des Ofens befindet sich ein kleiner Trichter aus Kunststoff, der nach der Abnahme des Brenners auf die Tanköffnung gesteckt wird. Über zwei Markierungen auf dem Trichter kann die Füllmenge kontrolliert werden. Hier gilt: je mehr Benzin eingefüllt wird, desto länger erzeugt der Ofen Wärme. Hakkin gibt an, dass 2 ½ Trichtermengen in den Tank passen. Mit dieser Menge soll der Ofen bis zu 24 Stunden laufen. Ich habe bisher nur maximal einen Trichter voll genutzt. Das reichte für zehn bis zwölf Stunden aus.

Ein kleiner Clou: Erst wenn der Trichter um 90 Grad gedreht wird, läuft das Benzin aus dem Trichter in den Tank.

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Der Brennerkopf lässt sich abnehmen, um den Tank zu befüllen. Bild: Kai Köckeritz

Anschließend wird der Brennerkopf aufgesetzt, kurz gewartet und die Glasfasermatte an ein Feuerzeug oder ein (brennendes) Streichholz gehalten. Im Prinzip reichen schon wenige Sekunden aus, um den Prozess in Gang zu bringen. Allerdings dauert es etwas länger, je länger der Brenner bereits in Nutzung ist.

Nach dem Aktivieren kommt der Deckel drauf, und der Taschenofen verschwindet in einem passenden Fleece-Sleeve. Das ist auch gut so, denn schon nach wenigen Minuten wird der Ofen so heiß, dass man ihn kaum in bloßen Händen halten kann.

Fazit: Taschenofen

Zugegeben: Ich war zu Beginn auch etwas skeptisch und habe den kleinen Taschenofen zuerst in kontrollierter Umgebung zu Hause betrieben und getestet. Allerdings hat sich schnell gezeigt, dass der Peacock sowohl alltags als auch bordtauglich ist. Der Deckel sitzt zwar recht lose, aber das Fleecesäckchen verhindert durch einen Klettverschluss, dass der Deckel sich selbstständig macht.

Die Wärme ist sehr angenehm, und in einer fleecegefütterten Tasche wird es schnell wohlig warm. Herausragend ist die Laufzeit. Eine halbe Füllung reicht für eine Nachtwache mehr als aus und spendet noch die gesamte Nacht Wärme.

Ein dezenter Benzingeruch ist erst wahrnehmbar, wenn man sich den kleinen Ofen direkt vor die Nase hält. Aufgrund seiner Funktionsweise bleibt der Ofen an, bis der Tank leer ist. Er lässt sich also nicht so einfach ausschalten, wenn er nicht mehr benötigt wird. Bisher habe ich ausschließlich Feuerzeugbenzin verwendet, Reinigungsbenzin soll aber ebenso funktionieren und ist günstiger.

Für mich eine perfekte Ergänzung für Törns in den kälteren Jahreszeiten. Richtig praktisch wird der Ofen auf nächtlichen Fahrten, wenn man die Hundewache im Cockpit verbringen muss. Preislich liegt der Taschenofen bei circa 30 Euro für die Standardversion. Es gibt auch noch „Mini“ und „Giant“. Die Brennerköpfe sind einzeln erhältlich.

Neben dem Taschenofen von Peacock gibt es auch einen von Zippo, der nach dem gleichen Prinzip funktioniert und auch ähnlich aussieht. 

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