Außenbordkamerad: Neue Quallen-Spezies – Ausbreitung in der Ostsee wahrscheinlich

Als wenn es nicht genug gäbe...

Eigentlich reicht es doch mit den Quallen in der Ostsee. Aber nun scheint es sich unter den Glitsch-Beuteln rumzusprechen, dass es hier überdurchschnittlich nett ist. Ein Exot macht sich breit.

Die neue Quallenart Blackfordia virginica. © Cornelia Jaspers/GEOMAR

Blackfordia virginica heißt das Tierchen, das Biologen vom Kieler Geomar im Nord-Ostsee-Kanal identifiziert haben. Sie veröffentlichten die Ergebnisse von Monitoring-Fahrten der vergangenen Jahre jetzt im Magazin “Helgoland Marine Research”.

Demnach ist die neue Quallenart mit etwa einem Zentimeter Größe zwar ziemlich klein, aber sie beweist immer wieder eine außergewöhnliche Hartnäckigkeit. Denn eigentlich wurde sie Anfang des 20. Jahrhunderts in den Gewässern vor dem US-Bundesstaat Virginia entdeckt. Seitdem hat sie eine weite Reise zurückgelegt.

Sie wurde vor Indien, Südamerika und Südafrika nachgewiesen und in den 70er Jahren auch im Brackwassergebiet bei Nord-Frankreich bevor sie sich auch in Portugal festsetzte. Und nun ist sie im Nord-Ostsee-Kanal angekommen, Die Forscher glauben, dass das Tier zuletzt aus dem Schwarzen Meer eingewandert ist und sich möglicherweise als Quallenpolypen an Schiffsrümpfen transportiert wurden. Nun machen sie sich erstmal im Brackwasser des NOK breit.

Die Folgen für die Ostsee sind noch nicht klar. Allerdings glauben die Forscher, dass eine weitere Verbreitung wahrscheinlich ist. Der Exot ernährt sich durch Plankton und schafft es gut, die Konkurrenz zu verdrängen. Schwierig für das Ökosystem könnte auch ihr Appetit auf Fisch-Larven sein.

Offenbar ist die Qualle schon seit 2016 in der Ostsee heimisch. Und die Biologen erwarten, dass sie sich hierzuwasser weiter festsetzt. Sie wurde auch schon in der Kieler Förde nachgewiesen. Attraktiver wird unser Revier dadurch nicht. Als wenn es nicht genug von den possierlichen Tieren in der Ostsee gäbe…

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Carsten Kemmling

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