Außenbordkameraden: Schweinswale auf der Ostsee-Jagd – Trauer um “deutschen” Delfin

Faszinierender Besuch

Der Eckenförde-Delfin ist tot. Und auch seinen gefährdeten Schweiswal-Kollegen geht es in der Ostsee nicht besonders gut. Aber ein seltenes Video zeigt, wie sie sich satt fressen.

Schweinswale mögen keine großen Flipper-Kunststücke vorführen können. Dennoch freut man sich beim Ostsee-Törn über ihre Besuche, die scheinbar immer seltener werden. Die Population der gefährdeten Säuger ist in der westlichen Ostsee auf 800 bis 2.000 Exemplare geschrumpft.

Umso schöner, wenn man sieht, dass sie durchaus noch Beute finden. Ein aktuelles Drohnen-Video zeigt fünf Säuger bei der Heringsjagd vor dem dänischen Fredericia. Die Wolke des Schwarms stiebt auseinander, wenn wieder einer der Wale einen Leckerbissen sucht.

Einen reich gedeckten Tisch fand im vergangenen Jahr auch der Delfin in Eckernförder Bucht vor. Seit Ostern 2020 schien er sich dort dauerhaft anzusiedeln und wurde zur großen Attraktion. Walschützer machten sich aber schon Sorgen und warnten vor zu großer Nähe. Dabei schien er diese zu suchen, um sich sogar streicheln zu lassen. Offenbar litt er aber unter einer Hautkrankheit. Das könnte auch der Grund sein, warum er als Einzelgänger unterwegs war.

Delfin-Besuch in der Eckernförder Bucht Ostern 2020.

Die Gesellschaft zur Rettung der Delphine (GDR) teilte mit: “Es ist anzunehmen, dass das Tier mit den Streicheleinheiten den Juckreiz seiner Haut stillen wollte und so eine gewisse Abhängigkeit vom Menschen entwickelte.” Die Experten warnten schließlich davor, das Tier anzufassen. Die Übertragung von Infektionskrankheiten sei möglich.

Inzwischen ist klar, dass der Delfin nicht mehr lebt. Eine Sporttaucherin hatte ihn Ende Januar in 15 Metern Tiefe auf dem Meeresgrund entdeckt. Die Todesursache ist im März nach einer Obduktion geklärt worden. Das gut 100 Kilogramm schwere etwa sechs Jahre alte Weibchen ist an einer schweren Lungenentzündung gestorben. Es habe unter Parasitenbefall und zwei großen Magengeschwüren gelitten.

So scheint sich die Ostsee dann doch nicht dauerhaft als Lebensraum für Delfine zu entwickeln. Bilder wie diese vom 49er-Training auf dem Atlantik vor dem portugiesischen Vilamoura werden vor der deutschen Küste so schnell nicht entstehen:

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

2 Kommentare zu „Außenbordkameraden: Schweinswale auf der Ostsee-Jagd – Trauer um “deutschen” Delfin“

  1. avatar J.S. sagt:

    Hmm… letzten Sonntag ist mir von Stollergrund bis in die Strander Bucht ein Delphin gefolgt. Glaub ich zumindest. Sah nicht aus wie ein Schweinswal. Größere Rückenflosse und heller Bauch. Und verspielt… hat sich von ein paar Halsen nicht verscheuchen lassen… mal sehen was andere Wassersportler berichten…

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