Bald schnellster Monohull der Welt? “Speed Dream”, irres Design für maximalen Vortrieb

Langer Hebel, schnelle Fahrt

"Speed Dream" Rendering. Gewicht nach Luv, und alles wird gut. © Speed Dream

Ich habe in dem Artikel “Schnelle Kiele befinden sich oberhalb der Wasserlinie”, bereits umfassend über das radikale SpeadDream Projekt von Vlad Murnikov und seiner Crew berichtet. Der Artikel erklärt auch, warum Murnikov der festen Überzeugung ist, dass sein Monohull schneller sein wird als die neueste Generation der Mega-Multis.

Nachdem der Hype um die ersten bunten Renderings abgeflaut war, wurde es für ein paar Monate ruhig um das Projekt und es hätte wohl niemanden gewundert, wenn die Pläne ganz in der Schublade verschwunden wären.

Die "Speed Dream" war nur ein Traum, aber nun soll er real werden. © Speed Dream

Mitte Januar wurde das Geschrei in den Yachtmedien dann aber um so lauter, als die SpeedDreamer Vlad Murnikov und Brian Hancock ankündigten, ein verkleinerten 35 Fuß Prototypen zu bauen. Originalzitat: “…will start construction on a scaled down prototype of the record setter monohull SpeedDream.”

Ich bin zwar prinzipiell auch der Meinung, dass man Krach machen darf um gehört zu werden, aber die Kiste jetzt schon als “record setter” zu bezeichnen ist natürlich mutig.

Wenn der Kiel in Luv aus dem Wasser geschwenkt wird, bremst er nicht. Das gebogene Profil soll in Lee unter Wasser für Auftrieb und Stabilität sorgen.  © Speed Dream

Wenn der Kiel in Luv aus dem Wasser geschwenkt wird, bremst er nicht. Das gebogene Profil soll in Lee unter Wasser für Auftrieb und Stabilität sorgen. © Speed Dream

Es wird sicher interessant zu sehen sein, wie sich der nach achtern geneigte Steven auf die Kursstabilität auswirkt. Dass die Jungs dadurch permanent im fließenden Wasser stehen, ist aber jetzt schon absehbar … ein Netz als Boden des Cockpits soll zum Glück für guten Ablauf sorgen.

Der Yachtblick-Artikel

Schmaler Rumpf, wenig Widerstand. © Speed Dream

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12 Kommentare zu „Bald schnellster Monohull der Welt? “Speed Dream”, irres Design für maximalen Vortrieb“

  1. avatar Christian sagt:

    @Tommy: Warum soll ein Wavepiercer-Bug die Kursstabilität negativ beeinflussen? Da gibt es doch gar keinen Grund dafür. Und auch die bisherigen Erfahrungen seit M. Curry decken diese Aussage nicht. Wenn, dann erzeugt wohl eher das Profil auf der Leeseite ein Drehmoment.

    Mag sein, dass ein solcher Bug ein etwas nasseres Segeln bedeutet. Wobei das aber auch eher mit Speed & Freibordhöhe zu tun hat.

    Anyway: Das Ding würde ich gerne mal segeln sehen…

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  2. avatar Hurghamann sagt:

    Ausfahrbarer Canting Kiel, da möchte ich mal die konstruktive/material Lösung sehen die die Lasten abkann. Erinnert an transparentes Aluminium.

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    • avatar Trampmuc sagt:

      Prinzipiell gibt das schon länger (z.B. bei Wally) – ich glaube vom folgenden Hersteller:
      http://www.cariboni-italy.it/index.php?page=keels&key=90

      Allerdings gehts da ja um ganz andere Belastungen. Wenn sich der Cantingkiel bei Neutrogena schon beim “Absturz” ins Wellental aushebelt, wie wird das dann erst bei dem Entwurf hier, wo ja ganz andere Hebel wirken 😉

      VG

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      • avatar Hurghamann sagt:

        Ja, das ist ein Kanting Hubkiel, aber Kollege Murnikov hat da, so wie ich es sehe, einen Kanting Teleskopkiel drangemalt – da wird es dann interessant.

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  3. avatar Ketzer sagt:

    Das sieht für mich mehr nach einem wilden Design-Projekt aus. Solche Träumereien gab’s doch immer wieder und sie scheiterten allesamt an der praktischen Umsetzung. Designer halt…

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  4. avatar Marc sagt:

    Ich glaube nicht, dass der Rekordversuch bei Wasser mit Welle stattfinden wird 😉

    Also nicht nur unken, es geht um ein schnelles Boot bei Idealbedingungen, genau wie die Kiter sie im Kanal hatten, flaches Wasser, wenig Welle, viel Wind. Es wird halt nur für einen speziellen Zweck konstruiert: schnell fahren!
    Ein Formel 1 Auto würde die Rally Dakar auch nicht überstehen.

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  5. avatar Wilfried sagt:

    Ich glaube, dass das ganze nicht funktionieren kann. Insbesondere wo liegt die konstruktive Verbesserung gegenüber einer Proa. Ich muss hier das Boot massiv krängen bis endlich der Kiel aus dem Wasser kommt. Dann müsste ich um iregendwelche Effektivität zu behalten den Mast brutal nach Luv neigen. So wie das jetzt aussieht hat man einen gigantischen Hebel des Segels , der durch Widerstand im Wasser irgendwie kompensiert werden muss. Alle wirklich schnell segelnden Konstruktionen versuchen mit dem Druckpunkt des Segels nach Luv zu kommen oder zusätzlich sogar Auftrieb (Kiter, Surfer und andere..) zu generieren. Und eine neckisch geformte Schwertflosse sieht zwar für den Designer geil aus wirkt aber auch nicht besser als ein leicht gebogenes Steckschwert. Ich teile hier die Meinung von Ketzer, dass das nichts werden kann. Aber anscheinend scheint er ja einen Geldgeber zu finden, der Aero- und Hydrodynamik nicht so wichtig findet.

    Gruß Wilfried

    P.S.: einen Kiel in der Luft kann auch durch einen Schlitten mit Gewicht ersetzen. Siehe IC-Kanu

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    • avatar Christian sagt:

      @wilfried: Der durchschnittliche IC-Kanu-Segler hat aber nicht so einen niedrigen Cw-Wert wie eine Kielbombe 😉

      Ich finde das Projekt toll, und sein Unterhaltungswert ist schon jetzt enorm. Übrigens schallte den allermeisten Innovationen nicht nur im Segelsport anfangs Skepsis und Abneigung entgegen…

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      • avatar Wilfried sagt:

        Richtig, aber bei den Flügelmotten hatte man wenigstens eine Idee dass es klappen könnte. Übrigens, auch die neigen ihr Boot nach Luv um Lift auf den Tragflügel und das Segel zu bekommen. Keins der neuen Konzepte besteht aus einer extremen Neigung nach Lee.

        An dem cw-Wert vom IC-Segler kann ja noch gearbeitet werden. Wieso sitzen die auch quer zur Fahrtrichtung :-).
        Gruß Wilfried

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      • avatar Wilfried sagt:

        Richtig, aber bei den Flügelmotten hatte man wenigstens eine Idee dass es klappen könnte. Übrigens, auch die neigen ihr Boot nach Luv um Lift auf den Tragflügel und das Segel zu bekommen. Keins der neuen Konzepte besteht aus einer extremen Neigung nach Lee.

        An dem cw-Wert vom IC-Segler kann ja noch gearbeitet werden. Wieso sitzen die auch quer zur Fahrtrichtung :-).

        Und nebenbei, bei genauer Betrachtung (weiß auch nicht warum mir das nicht sofort aufgefallen ist) ist auf keinem Bild der Kiel über der Wasserlinie. Also doch nur ein extremer Canting-kiel fürs glatte Wasser? Aber was ist dann noch revolutionär?

        Gruß Wilfried

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    • avatar WB sagt:

      Sorry Winfried, aber ich glaube das Dir bei Segelphysik etwas der Durchblick fehlt. Eine Foiler-Motte und ein Windsurfer Rigg kippt man nicht nach Luv um horizontalen Lift am Segel zu erzeugen. Der Windsurfer macht es um das System im Kräftegleichgewicht zu halten und der ‚Foiler –Mottensegler’ um Amwind die Lateralkraft zu erhöhen und den dynamischen Lift am Foil zu kontrollieren.

      Klugscheisser-Modus aus, aber musste mal gesagt werden bei soviel selbstgestrickter Physik.

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  6. avatar Wilfried sagt:

    Hallo WB,

    wenn schon Klugscheisser -modus an dann aber physikalisch richtig. Der Unterschied der Frage warum man etwas macht und was man dabei an zum Teil erwünschten oder unerwünschten Nebeneffekten bekommt sollte man schon auseinandernhalten können. Physikalischer Fakt ist , dass jemand der ein Rigg nach Luv neigt – weshalb auch immer – nunmal eine nach oben gerichtete Komponente am Segel bekommt und zugleich den Druckpunkt des Segels nach Luv verschiebt. Wer sein Rigg nach Lee neigt nur um den Kiel aus dem Wasser zu bekommen bekommt eine nach unten gerichtete Komponete. Diese unerwünschten Komponente dann mit einem horizontalen Profil im Wasser wieder auszugleichen erzeugt weiteren Widerstand. Somit alles kontraproduktiv für Geschwindigkeit.

    Wenn du die Speed-sailing Konzepte der letzten Jahre anschaust arbeitet keiner mit einer Leeneigung des Mastes.

    Gruß Wilfried

    Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 2 Daumen runter 6

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