Big Pictures: Bagger-Bilder aus der Luft am Nothafen Darßer Ort

Wenn Bodo mit dem Bagger kommt

Immer wenn mal wieder die Baggerarbeiten am Darßer Ort beginnen, rückt die Dauer-Posse um den Nothafen ins Blickfeld. Nun wird die Rinne wieder frei gelegt.

Darßer-Ort

Die Versandung der Darßer-Ort-Rinne ist gut zu sehen. © SegelReporter

In den vergangenen Jahren mutete die Geschichte rund um den Nothafen Darßer Ort fast schon wie eine Inszenierung eines Komödienstadls an. Mal wurde gebaggert, dann erwirkten Umweltverbände wieder einen Baggerstopp. Dann gab es Pläne für einen Durchstich und ein anderes mal machten gesichtete Kraniche wieder alles zunichte. Der ehemalige “Menschenfängerhafen” aus DDR-Zeiten steht für ein fast 30 Jahre langes Ringen zwischen Politikern, Umweltschützern und Segel-Vertretern.

Darßer-Ort

Liegeplatz, der auch vom Seenotrettungskreuzer “Theo Fischer” genutzt wird. © SegelReporter

Eigentlich ist das Gebiet am Darß zu schön, um ein negativ-Symbol darzustellen. Das zeigen die Bilder aus der Luft. Aber nun werden wieder mehr als 60.000 Euro (Kostendurchschnitt vor zehn Jahren) im Schlamm versenkt, da man sich so lange nicht auf eine dauerhafte alternative Lösung einigen konnte.

Darßer-Ort

Das Baggerschiff vor dem Nothafen. © SegelReporter

Vor allem Segler fordern eine Anlaufmöglichkeit auf der mit rund 55 Seemeilen langen Strecke zwischen Barhöft und Warnemünde. Der ehemalige NVA-Hafen ist ein brisantes Thema an der Küste, weil viele unterschiedliche Interessen aufeinanderprallen. Es gibt ja auch immer wieder Seenotfälle, die den exponierten Standort ins Bewusstsein rücken und einen Erhalt einer Anlaufstelle in diesem Küstenabschnitt sinnvoll machen.

Den Umweltverbänden geht es um den Erhalt des Nationalparks und den Vogelschutz. Die Landesregierung möchte die hohen Kosten vermeiden. Wassesportverbände mahnen die Notwendigkeit eines Nothafens an, die DGZRS braucht einen Standort für den Seenotrettungskreuzer. Umwelt gegen Interessen gegen Geld gegen Sicherheit.

NDR Nordmagazin (Video klicken)

Eine Entscheidung ist allerdings vor gut einem Jahr gefallen. Das Schweriner Umweltministerium hat beschlossen, dass ab 2020 ein mit Steinwällen geschützter Hafen den Nothafen Darßer Ort in der Kernzone des Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft ersetzen soll. Er soll durch eine gut  500 Meter lange Seebrücke mit dem Festland verbunden sein. Die Kosten werden mit rund 12 Millionen Euro veranschlagt.

Bis dahin wird aber jedes Jahr am Darß gebaggert. Diesmal dauern die Arbeiten bis nach Ostern. Sie wurden durch starken Wind verzögert. Ab Anfang Mai soll der Nothafen dann wieder zugänglich sein.
 

Prerow Darßer Ort

Vision des geplanten Hafens vor Prerow.© TINUS-Medien

Prerow Darßer Ort

Liegeplatz für den Seenotrettungskreuzer. © TINUS-Medien

Prerow Darßer Ort

Schutz durch Steinwälle. © TINUS-Medien

Prerow Darßer Ort

Lange Seebrücke. © TINUS-Medien

 

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Carsten Kemmling

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