Blauwasser-Segeln: Mareike Guhr besucht Waisenhaus in Haiti

"Helfen und abgeben"

Der 15 Meter Katamaran “La Medianoche”, mit dem Mareike Guhr nach Neuseeland segelt © moonsailing

11.000 Seemeilen und zwölf Länder hat die Hamburgerin Mareike Guhr bereits in ihrem Kielwasser. Vor einem Jahr machte die 44-jährige Seglerin die Leinen los, um mit dem Katamaran „La Medianoche“ die Welt zu umsegeln. Ihr Traum: im Pazifik zu segeln, eigene Grenzen auszuloten und Gäste an Bord von der Faszination des Segelsports zu begeistern.

Doch auch der Begriff der Nachhaltigkeit wird an Bord groß geschrieben: Seit 2010 sammelt die Wassersportjournalistin Spenden für ein Waisenhaus auf Haiti. „Es kann nicht das Ziel des Magsail Global Projekts sein, die Welt zu besegeln und den besuchten Völkern den eigenen Wohlstand zu demonstrieren. Etwas weiter zu geben, zu helfen und uns darüber bewusst zu werden, in was für einem komfortablen Leben wir uns befinden … das ist wichtig, um davon vielleicht auch ein bisschen abzugeben!“ meint die Skipperin. Mit Hilfsgütern an Bord segelte sie in das ärmste Land der westlichen Hemisphäre. Reisebericht einer ungewöhnlichen Charitytour von der Dominikanischen Republik zur Ile-a-Vache in Haiti.

Hilfe für Haiti unter Segeln

Mareike Guhr, www.maigsail.de

Begeisterung beim Großeinkauf im Supermarkt von Santo Domingo © Nadja Arp

60 T-Shirts, 40 Hosen, 38 Handtücher, 30 Packungen Windeln, kiloweise Pasta, Reis und Zucker sowie etliche Liter Öl, dazu Spielzeug, Buntstifte und Batterien  – zehn Wagen im Supermarkt Olé von Santo Domingo sind bis obenhin voll, der Kassenbon zwei Meter lang. Für 2.500 US-Dollar bekommt man hier viel. Mit Hilfe der staunenden Angestellten des Supermarktes ist alles schnell an Bord des Katamarans verstaut, morgen geht es los: 250 Seemeilen liegen zwischen der modernen Marina Zar Par bei Boca Chica an der Südküste der Dominikanischen Republik und der Ile-a-Vache, einer kleinen Insel drei Seemeilen südwestlich von Haiti.

„Drei Jahre nach dem Erdbeben, bei dem rund 220.000 Einwohner der Karibikinsel starben, ist das Land fast komplett in Vergessenheit geraten. Doch wird hier alles gebraucht! Die Cholera ist weit verbreitet, touristisch ist das Land wenig erschlossen. Vor allem den Kindern geht es schlecht, Zehntausende wachsen in Waisenhäusern auf“, erklärt Mareike Guhr. Seit 2010 sammelt sie Geld und Spenden für das kleine Waisenhaus auf der Insel ohne Strom, fließend Wasser und Autos. „Als ich meine Weltumsegelung 2010 startete, war Haiti in aller Munde. Ich wollte vor Ort helfen“, erinnert sich Guhr. Doch Sportboothäfen und Kaianlagen gibt es in dem armen Land nicht – die einzige sichere Ankerbucht liegt geschützt vor der Ile-a-Vache in Port Morgan, hat die erfahrene Seglerin herausgefunden … und fuhr hin. 2011, damals noch mit ihrem Boot „Shaka“, überbrachte sie Spenden in Höhe von 10.000 Euro. In diesem Jahr sind es immerhin 4.000 Euro.

Zwischenstopp auf der Insel der Leguane: Isla Beata

Unter Motor geht es aus der geschützten Bucht der Marina Zar Par hinaus auf See. Der Wind weht mäßig, der Kurs liegt an – nur unter Genua rollt die „La Medianoche“ gemütlich die karge Küste entlang. Schon bald wird es dunkel, Schiffsverkehr gibt es kaum, der Vollmond erhellt die Nacht. Traumhaft! Am nächsten Vormittag ist der südlichste Zipfel der Dominikanischen Republik erreicht, das Ziel, die kleine Isla Beata, kommt in Sicht. Die Durchfahrt zwischen Festland und Insel ist leicht gemeistert, steuerbord an Land eine Ansammlung kleiner Hütten unter Palmen, backbord ein Wrack am Strand. Um 16 Uhr fällt der Anker in Lee der Insel, die nur von Fischern bewohnt wird. Der „Hafenmeister“ kommt praktischerweise gleich mit einigen Fischern und einheimischen Produkte an Bord. Das Abendessen ist gesichert – es gibt Krebsfleisch.

Mareike Guhr, www.maigsail.de

Die „Dorfstraße“ der Isla Beata, bestehend aus 68 nummerierten Hütten © Nadja Arp

Der Landgang am nächsten Morgen scheint wie die Versetzung in eine andere Zeit: 68 Hütten, mit Nummern markiert, schlängeln sich entlang des Weges parallel zum Strand. Kein Strom, kein Laden, nichts. Dafür jede Menge träge Leguane, die es hier anstatt streunender Katzen und Hunde gibt. Die Fischer vertreiben sich die Zeit beim Dominospielen, Flicken der Netze oder sie liegen dösend in ihren Hängematten. Hier ist die Zeit tatsächlich stehengeblieben!

 

Spenden
http://blueocean.berlin/magicmarine-team-werden/

2 Kommentare zu „Blauwasser-Segeln: Mareike Guhr besucht Waisenhaus in Haiti“

  1. avatar Christof sagt:

    Tolle Aktion, danke Mareike.

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 5 Daumen runter 1

  2. avatar Beuteltier sagt:

    Hätte man die Klamotten nicht einfacher per Post schicken können? Ach ne, macht ja nicht so ein Spaß!

    Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 4 Daumen runter 9

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