B/one Test: Bei Starkwind über die Förde geglitscht

Viel Druck - auf dem Ruder

Die B/one von Bavaria wird in der Zweiten Bundesliga eingesetzt. SegelReporter testete das Schiff nach den angekündigten Modifikationen.

B/one

B/one am Limit © DSBL GmbH / Lars Wehrm

Oliver Schwall fragt nur kurz: “Na wie sieht’s aus?” Es orgelt kräftig draußen auf der Flensburger Förde. Die Rennen der Segel-Bundesliga Relegation sind wegen Starkwindes abgesagt, drei J/80 Masten sind schon gebrochen und nun will er mit der B/one raus?

Schwall, erfolgreicher Melges 24 Segler und Macher der Segel-Bundesliga, ist noch nie mit ihnen gesegelt. Die Boote sollen schließlich in diesem Jahr bei der 2. Liga eingesetzt werden. Er will sich selber ein Urteil zu den neuen Sportbooten bilden. Und ich auch.

[ds_preview] (Ab hier Text für SR-Club-Mitglieder)

Zwei Schiffe liegen zum Testen am Steg. Florian Weser, stellvertretender Vorsitzender des Deutschen Segel-Liga e.V, und Tom Gosch, Skipper der Entdecker-­ und Seefahrerfördervereinigung, werden noch schanghait.

B/one Glitsch

Glitsch mit der B/one vor Glücksburg bei harten Bedingungen. © DSBL GmbH / Lars Wehrmann

Von den Werftvertretern am Steg ist nicht so genau herauszubekommen, was denn nun tatsächlich verändert wurde. Die Beschläge sind neu und der Kiel soll nicht mehr so wackeln.

Harte Bedingungen

Wie auch immer, solch harten Bedingungen hatten wir selbst bei der Meisterschaft der Meister nicht, als wir die B/one gesegelt sind. Diese Erfahrungen lagen meinem Vergleich mit der J/70 zugrunde. Aber im Herbst sind wir auch ohne Gennaker gesegelt.

So ist es eine neue Erfahrung, mit dem Teil zu glitschen. Die Blase lässt sich ohne Probleme bedienen. Als sie steht, geht es sofort ab. Der Bug hebt sich aus dem Wasser und das Schiff beschleunigt je weiter wir aus der Landabdeckung von Glücksburg kommen.

Die Kontrolle ist gut. Andreas Borrink berichtete über Sonnenschüsse bei der Kieler Woche. Diese Tendenz ist jetzt nicht extrem zu verspüren, obwohl der Ostwind schon ordentlich an den Tüchern zerrt. Vielleicht hilft die überarbeitete Ruderbefestigung. Es ist nicht mehr so viel Spiel im System.

Viel Ruderdruck

Erstaunlich ist allerdings der Ruderdruck auf dem Raumschotsgang. Normalerweise wandert der Segeldruckpunkt auf Rüsselbooten mit gesetztem Gennaker so weit nach vorne, dass das Steuern völlig ausgewogen erfolgen kann. Die J/70 oder Melges kann man in diesem Modus mit zwei Fingern steuern. Die B/one ist aber erstaunlich luvgierig. Irgendetwas stimmt da nicht an der Balance des Segel- und Lateralplans.

Aber man kann nicht behaupten, dass es keinen Spaß macht. Das Schiff kann ordentlich Gas geben und auch die Halse gelingt unserem zusammengewürfelten Haufen trotz wenig Fahrt im Manöver ohne ein allzugroßes Chaos anzurichten.

Fies wird es an der Kreuz. Der Druck ist einfach zu groß. Im Unterschied zur Meister der Meister Regatta, wo wir mit nur drei Mann Besatzung segelten und wohl auch deshalb am Wind oft zu viel Lage schoben, sind diesmal vier ausgewachsene Menschen an Bord.

Böen hacken ins Rigg

Das Gewicht sollte ausreichen, um das Schiff aufrecht zu halten. Aber als die Böen ins Rigg hacken und wir allen Druck aus dem Groß nehmen, selbst den Fockholepunkt auf die hinterste Position der Schiene geschoben haben, liegt das Schiff mit flatternden Segeln auf der Seite und treibt quer.

Bei zu großer Krängung reißt die Strömung an der schmalen Kielfinne ab. Wir können es nicht glauben. Aber bei dem böigen Wind wiederholt sich dieser Vorgang mehrmals. Er lässt sich nicht verhindern. Nur rechtzeitiges in den Wind luven hält die B/one in Fahrt. Dabei ist allerdings generell der Ruderdruck auch ungewöhnlich hoch.

Es gibt keine Möglichkeit, mehr Druck aus den Segeln zu nehmen. Auch das Groß ist schon sehr flach geschnitten. Die Spannung auf dem Vorstag ist schon höher als bei der MdM in Hamburg. Aber es reicht einfach nicht aus. Ob es mit einem Achterstag besser wäre? Ob die neue Segelgarderobe von North Sails daran etwas ändern kann? Auch der Ruderdruck an der Kreuz passt irgendwie nicht. Das Schiff ist zu luvgierig.

Kiel Rumpeln ist behoben

Zugegeben, die Bedingungen sind ziemlich am Limit. Und vielleicht ist die gute Nachricht, dass die B/one mit dieser großzügigen Besegelung bei den vermuteten eher weniger windigen Bedingungen der beiden Zweitliga Events in Starnberg und am Bodensee wohl gut unterwegs sein werden.

Auf jeden Fall ist offensichtlich dieses heftige Kiel-Rumpeln behoben. Die Finne steckt jetzt fest im Schacht und holpert nicht mehr in der Welle oder bei großen Kursänderungen.

In Glücksburg wurde unter den Seglern schon gemosert, dass die B/one jetzt für die 2. Liga eingesetzt wird. Sie vermuten Spaß Verlust beim Segeln im Vergleich zur ersten Liga. Aber das halte ich für unbegründet.

Gefühl für schmale Finne entwickeln

So lange sichergestellt werden kann, dass die Sportgeräte wirklich gleich sind, werden alle Teams auch auf gleiche Weise gefordert. Und es wird an den Fähigkeiten der Segler liegen, wie schnell sie die B/one über den Kurs bringen.

Man muss allerdings schnell ein Gefühl für dieses Boot entwickeln, das sich anders verhält als vergleichbare Schiffe. Dabei ist besonders das Verhalten mit der schmalen Finne gewöhnungsbedürftig. Beim Anfahren aus dem Stand beim Start treibt das Schiff erst einmal zu Seite, bis die Strömung am Kiel anliegt. Da kann man sich beim Peilen der Anliegelinen auf der Startlinie schon mal ziemlich verschätzen. Also erst Speed aufnehmen und dann an den Wind gehen.

Die spontane Ausfahrt in Glücksburg bei einem Chillfaktor deutlich unter Null Grad war wenig dazu geeignet, kontrolliert den Segel-Winterschlaf zu beenden. Aber vielleicht deuten diese ersten actiongeladenen Wasserstunden des Jahres 2014 darauf hin, dass diese Saison wieder viel Segelspaß auf Lager hat. Die Bilder von STG Fotograf  Lars Wehrmann machen jedenfall sehr viel Lust auf mehr.

 

 

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Carsten Kemmling

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24 Kommentare zu „B/one Test: Bei Starkwind über die Förde geglitscht“

  1. avatar andreas borrink sagt:

    Gute Story, tolle Bilder!

    Klar, jedes Boot hat sein Windlimit. Und die B-One ist eher über- als untertakelt. Ein wenig scheinen die Modifikationen ja gebracht zu haben. Aber warum wird eigentlich nicht gerefft? Das hat ja nichts mit Schwäche zu tun – ich bin überzeugt, dass man die B-One mit einem guten Reff bei diesen Bedingungen besser hätte beherrschen können. Weniger Fläche, niedrigerer Schwerpunkt = mehr Speed. Schneller als flach auf dem Wsser liegen wäre es allemal.

    Eine Frage an den Fotografen: Wie kriegt man diesen coolen, blauschwarzen Farbstich hin, den man – seit den TNZ-Fotos vom AC – plötzlich überall sieht? Ist das Nachbearbeitung oder irgendein Filter-Setting?

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    • avatar Karolin Wehner sagt:

      Unser Bundesliga-Fotograf, Lars Wehrmann, hat sich einen eigenen Filter für die Fotos gebaut. Diesen legt er dann über alle Fotos.

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  2. avatar Ole H. sagt:

    Wichtig wäre auch, daß sich die Fa. Bavaria mal dazu äußert, was mit den 2013er Schiffen passiert – aus Gründen der Chancengleichheit und one design sollten die älteren Schiffe auch auf den jetzt propagierten Ausstattungsstandard umgerüstet werden. Kostenfrei.
    Aus Sicht eines Besitzers ist sonst eine ’13er B/one, obwohl erst ein Jahr alt, deutlich entwertet.

    Wir haben einen Kunden hier in der Werft, der ein 2013er Schiff hat und keine oder nur zähe Aussagen sowohl des Verkäufers als auch durch die Fa. Bavaria bekommt, was ein Upgrade anbelangt.

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  3. avatar Bruhns sagt:

    Schicke Bilder aber warum haben bei 6-7 Bft Anfang April auf der Ostsee drei von vier Mitseglern keine Schwimmweste an? Vorschlag für den nächsten Test: “Mal schauen wie lange wir es bei den Temperaturen im Wasser aushalten bis wir absaufen….”

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    • avatar Carsten Kemmling sagt:

      ja stimmt schon. ist angekommen. ich mag diese aussagen mit erhobenem zeigefinger zum thema weste zwar überhaupt nicht, aber wir sollten uns schon einer vorbild funktion bewusst sein. war eben alles sehr spontan. mal kurz hoch und runter segeln, mobo immer fünf meter daneben. aber stimmt schon. erwischt. besserung wird gelobt.

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  4. avatar Hans Maier sagt:

    Laut den Bildern fährt Carsten meiner Meinung nach an der Kreuz zu viel Baumniederholer. Hätte das Boot einen Traveler könnte und man das vielleicht so fahren, aber ohne Traveler und Achterstag muss er die Großschot bei dem Trimm zu weit auffieren, sodass nicht genug Spannung auf dem Vorstag erzeugt wird. Die Folge: Bei jeder Bö macht die Fock einen Bauch anstatt hinten Druck rauszulassen. Und der Druck im Achterliek des Großsegels wird zu groß, sodass das Boot Luvgierig wird.

    Letztendlich glaube ich, dass die oben angesprochenen Schwierigkeiten durch einen anderen Trimm behoben werden könnten. Auch die Luvgierigkeit auf dem Raumschotskurs liegt mit Sicherheit daran, dass das der Baumniederholer nicht konsequent gefahren wurde.

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    • avatar Hans Maier sagt:

      Das Boot ist halt extrem konstruiert, sodass Trimmfehler gravierende Auswirkungen haben können. Wie bei einem Skiff benötigt man etwas Training und man muss sich damit auseinandersetzen, damit man das Boot richtig versteht und letztlich richtig beurteilen kann.

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    • avatar Carsten Kemmling sagt:

      jepp, waren alles nur pappnasen auf dem boot…

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      • avatar Hans Maier sagt:

        Nein, das würde ich nie behaupten. Aber es ist eine ganz schön harte und selbstbewusste Beurteilung mit nicht gerade geringen Auswirkungen die du da abgibst.

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        • avatar Carsten Kemmling sagt:

          ich finde es sehr selbstbewusst, aus der entfernung von trimmfehlern zu sprechen. auch wenn ich verstehe, dass du dein schiff in schutz nimmst.

          im übrigen habe ich mich um eine sehr vorsichtige ausdrucksweise bemüht. ich finde es ja toll, dass sich eine große deutsche werft dem sportboot-thema angenommen hat. und vllt kann der geringere preis die beschriebenen defizite im vergleich zur konkurrenz wettmachen.
          aber das, was wir beim segeln in flensburg erlebt haben, sollte so wirklich nicht passieren. irgendjemand hat da seinen job nicht richtig gemacht.

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          • avatar Hans Maier sagt:

            Sorry, ich habe keine B One und habe auch nichts mit Bavaria oder Farr Design am Hut.

            Du hast “vorsichtig” behauptet: “Irgendetwas stimmt da nicht an der Balance des Segel- und Lateralplans.” mit anderen Worten, die Jungs von Farr Design haben sich wohl verrechnet. Oder was wolltest du damit aussagen?

            Und zu deiner Aussage: “Irgendjemand hat da seinen Job nicht richtig gemacht.”
            Was habt ihr denn beim segeln in Flensburg erlebt, was so wirklich nicht passieren sollte?

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          • avatar Carsten Kemmling sagt:

            okay, nun ja, wie beschrieben lagen wir mit flatterndem groß hilflos auf der seite und trieben quer…

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  5. avatar Manfred sagt:

    quote:
    In Glücksburg wurde unter den Seglern schon gemosert, dass die B/one jetzt für die 2. Liga eingesetzt wird. Sie vermuten Spaß Verlust beim Segeln im Vergleich zur ersten Liga. Aber das halte ich für unbegründet.
    unquote

    Verstehe das Gemoser nicht. Da werden Boote gestellt, man reist mit Schwimmweste an und kann auf gut vorbereiteten Booten segeln gehen und hat Regattaspass. Wie verwöhnt sind die denn???

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    • avatar Hans Maier sagt:

      Ich glaube daran hat auch Segelreporter mit seiner Stellung als Meinungsbildner schuld.

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    • avatar w m sagt:

      wahrscheinlich mosern die nicht-Segler am meisten. Die Mehrzahl der 2. Liga Segler freut sich doch auf die Segelei….

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  6. avatar Torsten sagt:

    Schöner Testbericht, mehr davon!

    Ihr beschäftigt Euch so ausgiebig mit der B/one, solche Berichte würde ich mir auch über andere Regattaboote wünschen. Ich denke, es ist keines ohne Schwächen. Wenn hier immer nur über die B/one berichtet wird, entsteht leicht der Eindruck, dass hier ein Boot einseitig niedergemacht wird. Berichtet doch auch über J/70, J/80, Melges, Jollen usw.!

    Ich konnte in Glücksburg auf der J/70 und J/80 segeln. Auf der 80 waren wir vorher zweimal bei Leichtwind gesegelt. Die 70 war für uns neu und hat mir und meiner Crew viel Spaß gemacht. Sensibel, trimmbar und gut zu bedienen, z.B. mit der Fockschot ohne Winschen und einem handlichen Gennaker. Was uns trotzdem gestört hat, waren z.B. die Winschen an Deck. Unklar, wofür man die braucht, beim Segeln sind sie im Weg und man stößt sich daran. Darf man die demontieren? Und es ist beim Ausreiten relativ eng für vier Leute. Die J/80 ist im Vergleich dazu ein Dickschiff, die Manöver dauern länger, besonders die Manöver mit dem Riesen-Gennaker sind echte Arbeit. Besonders bei Leichtwind geht alles etwas behäbiger. Was die Kajüte angeht, ist natürlich die J/80 im Vorteil und hat einen Innenraum mit 4 Kojen, in dem man sich aufhalten kann. Die Hütte der J/70 ist schon sehr minimalistisch, ohne eine gute Persenning würde ich da keine Tour drauf segeln wollen. Sitzhöhe gibt es im Boot leider keine, man könnte solche herstellen, wenn man die Sitzbänkchen am Niedergang tiefer legt. Wäre das nach Klassenvorschrift erlaubt?

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  7. avatar andreas borrink sagt:

    Nun doch noch mal ein kurzer Kommentar zur BOne, ist so eine spannende Diskussion:

    Das Boot mag ja hinsichtlich seiner Linien, des Riggs, des Lateralplans und eben aller relevanten Konstruktionsmerkmale durchaus stimmig konstruiert sein. Sollte man doch meinen, bei Farr Design – wenn die es nicht können, wer dann? Mir fehlt da das Konstrukteurswissen, um das zu richtig beurteilen.

    Aber eines kann ich beurteilen: Das Boot ist einfach zu schwer. Baut mal eine BOne in Epoxy/Sandwich, muss nichtmal Carbon sein, die wird 300kg leichter; da sollt ihr mal sehen, wie die abgeht! Jetzt noch ein bisschen schwarzes Gold dazu, vielleicht ein Carbonmast, ein entsprechend reduzierter Ballast und Bingo! – da steht eine echte Rakete. Das Gewicht von Rumpf, Deck und Rigg wird als Performance-Faktor oft unterschätzt – jedes Kilo bremst. Und, klar, ich weiss, das ist zu teuer…..aber so ist das eben.

    In den späten 60ern (Mann bin ich alt…) gab es auf der Alster einen selbstgebauten Conger, ohne Kajüte, offen, mit Seitentanks und Trapez. Der spielte geschwindigkeitsmässig in einer Liga mit dem Korsar – weil er nämlich nur die Hälfte wog…….

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    • avatar Hans Maier sagt:

      Da hast du recht. Was man der BOne wirklich vorwerfen kann ist, dass sie schwerer ist als andere Boote dieser Klasse. Gewicht ist nunmal der größte Kostenfaktor; mit dem Gewicht steht und fällt der Preis.
      Meines Erachtens gibt es aktuell drei sehr gelungene Sportbootklassen. Melges 24: sehr teuer und leicht; B One: sehr günstig und schwer, sowie die J 70 leicht, mittlerer Preis, leider nicht so gut verarbeitet (Dellen am Rumpf)

      Es gibt Leute, denen der Wettkampf in der Einheitsklasse wichtig ist. Die legen vielleicht nicht so viel Wert auf das Gewicht, sind aber froh nicht so viel zahlen zu müssen.
      Es gibt Leute die wollen auch bei Klassenregatten keine Abstriche beim Speed machen und der Preis spielt eher eine untergeordnete Rolle.
      Und es gibt Leute, für die die J70 den besten Ausgleich darstellt.

      Ich würde nicht sagen, dass das eine oder andere Boot generell besser oder schlechter ist; sie sind halt anders. Alle drei Boote sind sehr gut konstruiert, haben ihre Qualitäten und genießen aktuell berechtigterweise große Aufmerksamkeit.

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      • avatar Hans Maier sagt:

        Abschließend ist anzumerken, dass sich dieser drei-Boot-Vergleich auf Sportboote mit Gennaker beschränkt. Unter allen Sportbooten ist aus meiner ganz subjektiven Sicht immer noch die Platu 25 den anderen Booten um Längen vorraus. Mit keinem anderen Boot kann man so schön Wellensurfen wie mit der Platu25. Wer auf dem Laser groß geworden ist, muss dieses Boot lieben.

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        • avatar Torsten sagt:

          Tja, die Geschmäcker sind verschieden. Ich mag die Platu 25 z.B. nicht. Ich finde sie zu schwer, zu hochbordig und zu instabil, sowohl was die schmale Wasserlinie und das Segeln am Wind mit heftiger Krängung angeht, als auch die Neigung zu Sonnenschüssen.

          Mit der J/70 sind wir im Übrigen auch ganz schön kleine Wellen abgesurft, auf Schmetterlingskurs wg. Gennakerverbot.

          Letztlich würde ich gern in Bootsklassen segeln, die regional und deutschlandweit riesige Regattafelder an den Start bringen, da wäre mir der Bootstyp ziemlich egal. Es sieht nicht so aus, als ob es dazu kommt, weil “der Markt” das verhindert. Vielleicht sorgt die Bundesliga aber bei den Kielbooten für eine Entwicklung in diese Richtung.

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  8. avatar Raoul Kübler sagt:

    Hans, dass schau dir mal diese Alternative an: Schneller und billiger als die Melges dafür ebenso gut verarbeitet. Gleiches Designbüro wie die B/one. Und macht einen Riesen Spass!

    [vimeo 91404939 w=900 h=506] Farr25 Downwind in Big Breeze from Raoul K on Vimeo.

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  9. avatar Hans Maier sagt:

    Die Farr 25 durfte ich leider noch nicht segeln. Es fehlt aber leider die Perspektive auf Klassenregatten. Farr scheint nicht akzeptieren zu wollen, dass sich Qualität nicht von allein verkauft und klassische Werbung heutzutage nicht mehr ausreicht. Die Werft oder ein Dritter muss für hochklassige Regatten sorgen damit Aufmerksamkeit und damit eine neue Klasse entstehen kann. Es muss zunächst mal viel Geld investiert werden und in dieser Hinsicht bin ich bei der Farr 25 etwas skeptisch.

    Ist der Rumpf eigentlich identisch mit der Platu 25? Falls ja, sollte sich die Werft überlegen ein Upgrade für die Platu25 anzubieten. In Europa stehen noch eine Menge guter Platu Rümpfe rum. Das könnte doch eine Chance für die Farr 25 als neue Klasse sein.

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  10. avatar Raoul Kübler sagt:

    Hi Hans, nein der Rumpf ist komplett neu designed. Das Boot hat wirklich NULL (sic!) mit der Platu zu tun!! Das Boot ist eine Entwicklung aus den Volvo70 Designs von Farr und wurde auf Kundenauftrag von dem türkischen Eigner von Farr Yacht Design entworfen.

    Der türkische Initiator vermarktet die Boot auch nur nebenher. Im echten Leben ist der ehemalige Olympionik (Atlanta, 470er), Frauenarzt. Die Boote werden an der türkischen Schwarzmeerküste gebaut. Sicherlich wird die Farr25 nicht an den One-Design Erfolg der Platu anknüpfen. Dafür haben sich die Zeiten und die Anzahl an Alternativen einfach zu sehr verändert. Dafür bekommst du aber ein sehr schnelles Schiff, dass auch mit nem 30-Füsser mithält. Wir segeln hier regelmäßig gegen Farr30s, Melges32, Mat1010s, First35, X35, etc. und kommen gut mit. Das Boot kann auch auf Kat 3 (also küstenah) aufgerüstet werden. Damit bieten sich dann auch noch Alternativen wie Fyn Rundt oder ähnliche Veranstaltungen. Das Boot hat 2 Rohrkojen unter Deck. Geht also auch. Längstes Rennen was wie hier gemacht haben war 120 nm. Hat viel Spass gemacht.

    Dazu haben wir eine sehr aktive Sportbootszene. Wir vergüten nach dem australischen SMS System, was sehr gut funktioniert. Wir haben eine recht große Anzahl an Designs. Darunter auch Platus, Melges, GP26, Delphia24, Skippis, und First 7.5. Letztes Jahr haben wir den Jahrespokal gewonnen. Die Entscheidung war allerdings bis ins letzte Rennen offen und super spannend. Ja, One Design macht Spass und ist wohl auch fairer, ich hab aber mein Herz an die Farr25 verloren 😉

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  11. avatar Markus Jenki sagt:

    Prinzipiell ist es doch großartig, wenn sich Bavaria und Audi so stark engagieren und in Glücksburg extra zwei Boote zum Probefahren einstellen. Und für die zweite Liga ist das sowieso eine super Sache, auch hier eine aktuelle Einheitsklasse fahren zu können.

    Nach der anfänglichen heißen Wettbewerbsphase nutzen doch einige Crews die Möglichkeit zur Probefahrt. Das Quertreiben bei Starkwind konnte man aber auch vom Ufer sehen. Evtl. war es auch etwas unglücklich, die Boote nicht von einem Entwickler/Werftmitarbeiter betreuen zu lassen und entsprechend aufzubereiten.

    Dass man jeden Bootstyp für sich beurteilen sollte kann ich aber nicht nachvollziehen. Man vergleicht doch immer innerhalb ähnlicher Dimensionen und bildet sich daraus ein Urteil.

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