Boris Herrmanns neues Projekt: Computermodelle lassen den Neubau langsamer erscheinen

"Der Schmerz ist vergessen"

Ein Jahr nach der vergangenen Vendée Globe lässt das ZDF in der Sportreportage den Erfolg von Boris Herrmann Revue passieren. Er macht spannende Aussagen für den nächsten Zyklus.

Die alte Seaexplorer in Aktion. Starker Hingucker für den ZDF-Beitrag. (Klicken für Vid)

Ein Jahr ist es her, dass Boris Herrmann als erster Deutscher die Vendée Globe beendete. Sein Zieleinlauf mit beschädigtem Boot wurde live von zehntausenden neuen deutschen Segelfans verfolgt. Sie haben ihn leiden sehen und Erfolge feiern.

Ihr Interesse sorgte für erstaunliche Aufmerksamkeit für einen Sport, der sonst ein Nischen-Dasein führt. Herrmann konnte ernten, was er durch langwierige Arbeit und einen großen Traum gut 20 Jahre zuvor mit dem Start bei der Mini-Transat gesät hatte (Porträt Boris Herrmann). Nun hat er ein solides Budget, baut eine neue Yacht exakt nach seinen Wünschen und wird die nächste Venée Globe zum erweiterten Favoritenkreis gehören.

Im aktuellen ZDF-Beitrag gibt Boris Herrmann ein Update zu den aktuellen Entwicklungen. Es geht mit Riesenschritten weiter. Auch wenn die Belastung nach drei Monaten auf See enorm war und die Regeneration nach Angaben seiner Frau Birte danach noch länger als die Regatta selbst gedauert hat.

Wie bei einer Geburt

Dennoch stand nie zur Debatte, dass das nächste Abenteuer 2024 nicht folgen werde. Es ist schließlich der Beruf, den er sich ausgesucht hat. Es gilt, die nächste Karriere-Stufe zu erreichen, den Job so gut wie möglich zu bestreiten, um Erfüllung zu finden. Die negativen Momente müssen ausgeblendet werden.

Das klappt aber offenbar ganz gut. Birte Lorenzen-Herrmann bringt es im ZDF-Beitrag von  Hermann Valkyser auf den Punkt: “Es ist wie bei einer Geburt. Kurz danach sagt man ‘nie wieder’ und kurz danach hat man doch noch einmal ein zweites Kind. Ich glaube, so ähnlich ist das mit der Vendée Globe.”

Ihr Mann bestätigt das Phänomen: “Es ist paradox. Man erinnert sich einfach nicht mehr an die unangenehmen Momente. Es verschiebt sich die Proportion zwischen Leid und schönen Momenten. Wenn man über die Ziellinie fährt, ist das wie eine Betäubungsspritze. Dann hast du allen Schmerz vergessen und dann will man nichts anderes als das wieder zu machen.”

Herrmann über den medialen Erfolg seiner Unternehmung:

“Wir haben es geschafft eine Geschichte zu erzählen, die mehr ist als nur Wettkampf und Sport. In der Corona-Zeit und im Winter war das ein Fenster in die Welt. Fernweh, Inspiration, Selbstverwirklichung steckten wohl als Aspekte in dieser Geschichte.”

200 Menschen in Design-Prozess involviert

Der Bau der neuen IMOCA schreitet auch weiter voran. Die exakte Rumpfform bleibt weiterhin geheim, um der Konkurrenz, die sich ebenfalls in der Bauphase befindet, keine Idee über die genauen Linien zu geben. Immerhin befinden sich aktuell für 2024 13 neue Yachten in der Design- und Bauphase.

Herrmann bestätigt, dass das Deck gerade in Deutschland fertiggestellt

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Carsten Kemmling

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