Branche: Schweden kaufen insolvente Henri Lloyd Ölzeug-Marke – 128 Arbeitsplätze verloren

Schweres Fahrwasser

Die traditionelle britische Ölzeug-Marke Henri Lloyd ist in schweres Fahrwasser geraten. Beim Verkauf aus der Zwangsverwaltung hat der schwedische Investor Aligro die Firma übernommen.

Ben Ainslie bei der Model-Arbeit für Henri Lloyd. © Henri Lloyd

Der Model-Job ist nicht gerade Ben Ainslies liebste Aufgabe, aber für Henri Lloyd ließ er sich überreden. Schließlich haben es Sir Robin Knox Johnson und Sir Francis Chichester vorgemacht. Diese Namen dokumentieren, welche Bedeutung die maritime Marke in der britischen Segelszene hat. Und auch hierzulande hat sich Henri Lloyd in der Segelszene den Ruf des qualitativ hochwertigen Edel-Özeugs erarbeitet.

Aber das reicht offenbar nicht mehr aus, um auf dem umkämpften Textilmarkt zu bestehen. Die Sparte ist besonders durch die großen Outdoor-Labels mächtig unter Druck.

Das maritime Mode-Label Henri Lloyd ist in schwerem Fahrwasser. © Henri Lloyd

Ende der Woche musste Henri Lloyd Insolvenz anmelden, und vier Tage später ist das klassische britische Ölzeug-Label verkauft. Die 55 Jahre alte Marke wurde vom Investor Aligro übernommen.

Die Schweden besaßen schon seit März 2018 die Rechte an den Markenzeichen, und sie schlossen nun den Verkauf mit dem Zwangsverwalter ab. Der umfasst fünf Geschäfte in England und einen umfangreichen Textil-Bestand. 

Hans Eckerström, Gründer und Manager der Aligro Group erklärt: “Ich bin ein leidenschaftlicher Segler und Henri Lloyd hat immer einen speziellen Platz in meinem Herzen. Da wir nun die Möglichkeit bekommen, fühle ich mich verpflichtet, das Erbe der Marke würdig zu tragen und sie weiter aufzuwerten, um ihr volles Potenzial zu erreichen.” 

Ainslie als Henri Lloyd Cover Boy. . © Henri Lloyd

Aligro hatte schon seit dem Kauf der Markenrechte versucht, ihr wieder Leben einzuhauchen, aber das hat offenbar in der bisherigen Form nicht funktioniert. Erst nach dem Gang in die Insolvenz und der jetzigen vollständigen Übernahme sehen sie offenbar eine Chance.

Allerdings gehen bei der Übernahme 128 Jobs überwiegend in vier geschlossenen Geschäften verloren. “Dafür haben wir aber 44 Arbeitsplätze gesichert”, sagt der Insolvenzverwalter Rutten.

Die Bekleidungsfirma Henri Lloyd wurde ursprünglich 1963 von dem polnischen Soldat Henri Strzelcki mit seinem Partner Angus Lloyd gegründet – daher der Name. Strzelcki  nach Manchester gezogen und studierte dort das Textilgeschäft. 

 

 

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Carsten Kemmling

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