Container über Bord: Frachtverlust und Brand auf Containerschiff mit Chemikalien

Gefährliche Substanzen

Vor einigen Tagen verlor ein Frachter vor der kanadischen Küste rund 40 Container – und geriet anschließend auch noch in Brand. Laut kanadischer Küstenwache hatte das Schiff unter anderem gefährliche chemische Substanzen geladen.

Die 260 Meter lange „Zim Kingston“ war auf dem Weg von Südkorea nach Vancouver, als sie nahe der Juan-de-Fuca-Straße mit schwerem Seegang zu kämpfen hatte. Die Folge: Rund 40 Stahlboxen gingen über Bord. Kurz darauf brach aus noch unbekannter Ursache dann zudem ein Feuer an Bord des Frachters aus, das mittlerweile allerdings weitgehend unter Kontrolle gebracht werden konnte. Zwischenzeitlich sollen zehn Container in Flammen gestanden haben.

Verletzt wurde zwar bisher niemand, doch die gefährliche Ladung erschwerte die Rettungsarbeiten erheblich. Unter anderem soll das Containerschiff Dutzende Tonnen chemischer Substanzen aus dem Bergbau geladen haben. „Aufgrund der Art der Chemikalien an Bord des Containerschiffs ist es nicht möglich, das Feuer direkt mit Wasser zu bekämpfen“, teilte die Küstenwache etwa am Sonntag mit.

Derzeit arbeite man gemeinsam mit dem Schiffseigner daran, herauszufinden, welche Container über Bord gegangen sind und welche gebrannt haben, hieß es vor einigen Stunden. Genaues wisse man aber vermutlich erst, wenn es Einsatzkräften gelinge, an Bord zu gehen. Der Großteil der Besatzung war am Wochenende bereits evakuiert worden.

Laut kanadischer Küstenwache könnte von den im Meer treibenden Containern deshalb nicht nur ein Risiko für die Schifffahrt, sondern auch eine zusätzliche Gefahr für Mensch und Umwelt ausgehen. Sollten die Boxen, entgegen der aktuellen Erwartungen, an die Küste gespült werden, dürften sie dort auf keinen Fall geöffnet werden, warnte sie. Zwei der Container enthielten möglicherweise Chemikalien, die für die menschliche Gesundheit und die Meeresumwelt gefährlich seien.

Unglücke von Containerschiffen, bei denen Boxen mit Gefahrgut über Bord gehen, machen immer wieder Schlagzeilen, so etwa im Fall des Unglücks der „ONE Apus“ Ende letzten Jahres oder der Havarie der „MSC Zoe“ 2019. Für zusätzlichen Zündstoff in der ohnehin regen Diskussion um die Gefahren, die durch Frachterunglücke und treibende Container entstehen, sorgte Anfang des Jahres die Nachricht, dass sich Containerverluste zuletzt häuften.

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