Corona: Immer mehr Risikogebiete – die Reiseregelungen in Europa

Reisen im Corona-Herbst?

Die ersten Bundesländer sind bereits in die Herbstferien gestartet. Doch was geht eigentlich noch in Sachen Reisen angesichts steigender Coronazahlen und immer zahlreicher werdender Risikogebiete in Europa? Ein Überblick.

Die Herbstferien haben begonnen, aber viele sonst beliebte Reiseziele gelten inzwischen als Risikogebiete © Markos Mant, Unsplash

Zum 1. Oktober hat das Auswärtige Amt die generelle Reisewarnung für außereuropäische Länder aufgehoben. Fernreisen ohne Einschränkungen sind damit aber trotzdem kaum möglich. Zahlreiche dieser Länder gelten trotzdem noch als Risikogebiete und die pauschale Reisewarnung wurde durch individuelle ersetzt. Zudem bestehen andersherum nicht selten weiterhin Einreisebeschränkungen oder -verbote für EU-Bürger.

Doch auch in Europa ist die Lage für Reisewillige nicht gerade einfach. In den letzten Wochen wurden hier die Corona-Risikogebiete immer zahlreicher. Mehr als die Hälfte der EU-Länder ist inzwischen zumindest teilweise betroffen. Für diese Risikogebiete gilt eine Reisewarnung bezüglich nicht notwendiger, touristischer Reisen. Einem Einreiseverbot ist sie zwar nicht gleichzusetzen, laut Auswärtigem Amt handelt es sich aber um einen dringenden Appell, entsprechende Reisen aufgrund einer konkreten Gefahr für Leib und Leben nicht zu unternehmen. Und: Wer aus einem Risikogebiet nach Deutschland zurückkehrt, muss sich bei der zuständigen Gesundheitsbehörde melden, in häusliche Quarantäne begeben und einem Corona-Test unterziehen. Je nach Wohnsitz bzw. Bundesland können sich die genauen Regelungen leicht unterscheiden.

Derzeit plant die Bundesregierung, die Quarantänepflicht für Reiserückkehrer aus Risikogebieten zu verkürzen. Laut Regierungssprecher Steffen Seibert soll die Dauer künftig nur noch zehn Tage betragen. Darauf habe sich das Corona-Kabinett am Montag verständigt. Schon vor einigen Wochen verabredete die Bund-Länder-Runde zudem, dass es bald frühestens ab dem fünften Tag nach der Einreise möglich sein soll, sich durch einen negativen Test von der Quarantäne befreien zu können. Die neuen Maßnahmen sollen Mitte Oktober bekannt gegeben werden.

Anfang September rief Bundesgesundheitsminister Jens Spahn die Bürger schließlich dazu auf, Herbstferien und Weihnachtsurlaub in Deutschland zu verbringen. Doch auch bei uns gibt es nun wieder kleinere Einschränkungen. Mit Schleswig-Holstein sorgte ausgerechnet ein bei Urlaubern sehr beliebtes Bundesland pünktlich zum Start der Herbstferien mit neuen Quarantäne-Auflagen etwa für Reisende aus Berlin für Diskussionen. Am Mittwoch soll nun über eine bundeseinheitliche Regelung bezüglich inländischer Risikogebiete beraten werden.

So weit, so unübersichtlich. Doch was gilt nun derzeit wo für Reisende aus Deutschland? Eine Übersicht der wichtigsten Bestimmungen für ausgewählte Urlaubsländer und -regionen:


Schleswig-Holstein:
Hamm, Remscheid, Berlin Mitte, Berlin Neukölln, Berlin Tempelhof-Schöneberg und Berlin Friedrichshain-Kreuzberg gelten für Schleswig-Holstein als inländische Risikogebiete. Für Reisende aus diesen Regionen existieren deshalb Beschränkungen bzw. Quarantänebestimmungen

Mecklenburg-Vorpommern: Mecklenburg-Vorpommern weist Hamm, Remscheid und Vechta, nicht aber die vier Berliner Bezirke als Risikogebiet aus, weil die Hauptstadt als Ganzes betrachtet wird. Für Reisende aus den drei Regionen existieren Beschränkungen bzw. Quarantänebestimmungen

Niedersachen: keine Einschränkungen für innerdeutsche Reisende


Dänemark:
Einreise möglich, Nicht-Dänen mit deutlichen Symptomen von COVID-19 kann die Einreise verwehrt werden; die Region Hovedstaden einschließlich der Hauptstadt Kopenhagen und der Insel Bornholm gilt als Risikogebiet (Reisewarnung)

Niederlande: Einreise möglich, Flugreisende müssen vor Reiseantritt ein Gesundheitsformular ausfüllen; das Land gilt mit Ausnahme der Provinzen Zeeland und Limburg als Risikogebiet (Reisewarnung)

Schweden: Einreise möglich; kein Risikogebiet

Italien: Einreise möglich, Gesundheitskontrollen mit Temperaturmessungen bei der Einreise möglich, einzelne Regionen wie Sardinien verlangen eine Registrierung; kein Risikogebiet

Spanien: Einreise möglich, Flugreisende müssen ein Online-Formular ausfüllen, das einen QR-Code erzeugt; das Land gilt als Risikogebiet (Reisewarnung)

Kroatien: Einreise möglich, bei Einreise werden die Kontaktdaten registriert (auch vorab online möglich); die Gespanschaften Brod-Posavina, Dubrovnik-Neretva, Lika-Senj, Požega-Slawonien, Split-Dalmatien und Virovitica-Podravina gelten als Risikogebiete (Reisewarnung)

Griechenland: Einreise möglich, für Einreisende gilt eine Online-Anmeldepflicht, bei Einreise kann ein Covid-19-Test durchgeführt werden; kein Risikogebiet

Frankreich: Einreise möglich (für die Überseegebiete gelten spezifische Einreisebeschränkungen oder -verbote); Kontinentalfrankreich (mit Ausnahme der Region Grand-Est) und die Überseegebiete Französisch-Guayana, St. Martin, Guadeloupe und La Réunion gelten als Risikogebiete

Türkei: Einreise möglich, Temperaturmessungen bei der Einreise und Anordnung eines Corona-Tests bei entsprechenden Auffälligkeiten, verpflichtender Corona-Test vor der Rückreise nach Deutschland, positiv Getestete müssen sich in der Türkei in Quarantäne begeben; das Land gilt als Risikogebiet (Reisewarnung mit Ausnahme der Provinzen Antalya, Izmir, Aydin und Muğla)

Portugal: Einreise möglich, Einreisende müssen Angaben zum Zielort, Reisegrund und ihrer Erreichbarkeit machen, Körpertemperatur kann bei Einreise gemessen werden, Madeira und die Azoren haben strengere Einreisebeschränkungen (u.a. Covid-19-Test); die Region (Großraum) Lissabon gilt als Risikogebiet (Reisewarnung)

Österreich: Einreise möglich; die Bundesländer Wien, Vorarlberg (mit Ausnahme der Gemeinde Mittelberg / Kleinwalsertal) und Tirol (mit Ausnahme der Gemeinde Jungholz) gelten als Risikogebiete (Reisewarnung)

Schweiz: Einreise möglich; die Kantone Genf und Waadt (Vaud) gelten als Risikogebiete (Reisewarnung)

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