Corona in Frankreich: Lockerungen ab dem 11. Mai – auch für Segler?

100-Kilometer-Radius

Seine Rede wurde nicht nur von Wassersportlern mit Spannung erwartet. Zwar verkündete Frankreichs Premierminister Édouard Philippe vor der Pariser Nationalversammlung gestern eine schrittweise Lockerung der Ausgangssperre, die vermutlich auch Seglern Verbesserungen bringen wird, die Bewegungsfreiheit wird jedoch nur langsam ausgeweitet. Die Signale aus dem Land, in dem Segeln weltweit eine der größten Bedeutungen hat sind wenig ermutigend. Ein positiver Vorbild-Effekt für den Wassersport hierzulande scheint kaum erwartbar zu sein.

Wie geht es für den Segelsport in Frankreich weiter? © Luca Lago, Unsplash

Noch herrschen in Frankreich besonders strenge Corona-Regeln. Nur mit einem Passierschein dürfen Häuser und Wohnungen überhaupt verlassen werden. Sport ist strikt begrenzt und – wenn überhaupt – nur im Radius von einem Kilometer zur Wohnung und eine Stunde am Tag erlaubt.

In den vergangenen Tagen wurde viel spekuliert über erste Lockerungen. Segler hofften auf einen Saisonstart am 11. Mai. Nicht zuletzt, weil das Ansteckungsrisiko im Zusammenhang mit der individuellen Ausübung des Wassersports etwa vom Präsidenten des französischen Dachverbandes der Yachthäfen (FFPP) als gering eingeschätzt wurde – und viele Betriebe sich bereits in großer finanzieller Not befinden.

Freiluft-Sportler: Erste Freiheiten?

Und tatsächlich soll sich bald einiges ändern. Das verkündete Premierminister Édouard Philippe gestern wie erwartet. In eineinhalb Wochen werde es möglich sein, sich frei und ohne Passierschein zu bewegen. Auch alleine Sport im Freien zu betreiben, ist ab dem 11. Mai uneingeschränkt erlaubt, gab er bekannt. Bis zu zehn Menschen dürfen sich dann außerdem grundätzlich wieder treffen.

Die ganz große Freiheit darf allerdings trotz angekündigter Lockerungen erst einmal nicht erwartet werden. Auch in Frankreich bleibt man vorsichtig. So dürfen Fahrten über 100 Kilometer zunächst nur aus beruflichen oder dringenden familiären Gründen unternommen werden. Für Eigner, deren Boot weiter also 100 Kilometer vom eigenen Zuhause entfernt liegt, sieht es also definitiv schlecht aus. Strände bleiben mindestens bis Anfang Juni dicht.

Anders als Geschäfte bleiben zudem Sportstätten geschlossen. Für eine zukünftige Benutzung von Häfen und Booten erarbeite der französische Dachverband der Yachthäfen auf Anweisung der Regierung aktuell einen Leitfaden, sagte FFPP-Präsident Serge Pallares dem französischen Segelmagazin „Voiles et Voiliers“. Veranstaltungen mit mehr als 5000 Teilnehmern sollen frühestens ab September wieder erlaubt werden.

Lockerungen unter Vorbehalt

Man wolle Schritt für Schritt vorgehen, sagte Philippe zu den Plänen der Regierung. Schließlich gelte es zu vermeiden, Lockerungen wieder rückgängig machen zu müssen. Eine nächste Phase der Öffnung wurde für den 2. Juni angekündigt. Bis zum 7. Mai soll das Land außerdem aufgeteilt werden – in grüne Zonen, wo flexiblere Regeln gelten werden, und rote Zonen mit strengeren Beschränkungen.

Nicht nur deshalb kann derzeit auch für Frankreich kaum sicher prognostiziert werden, welche Freiheiten Segler wo wann tatsächlich erwarten. Denn nur, wenn die Zahl der Neuinfektionen kurz vor dem 11. Mai unter 3000 Fälle pro Tag sinke, würden überhaupt Lockerungen umgesetzt, so der Premierminister.

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