Corona Krise: Der Virus im Chinesischen Segelzentrum – Wie die Chinesen damit umgehen

"Einigermaßen unter Kontrolle"

China scheint die Corona-Krise langsam im Griff zu haben. Choni Lin, Presse-Koordinatorin der China Cup Regatta im Segelzentrum Shenzhen, berichtet über ihre Erfahrungen nach acht Wochen Quarantäne.

Der britische Segeljournalist Andy Rice, unter anderem regelmäßiger Sailing-Champions-League-Kommentator, hat die Chinesin Choni Li nach der Lage in einem der am schlimmsten betroffenen Corona-Krisengebiete der Welt befragt.

Rice arbeitete bei der vergangenen China Cup Regatta 2019 in Shenzhen mit der Presse-Koordinatorin zusammen. Die 23-Jährige berichtet ihm nun über die Lage in der Hafenstadt, die nach der Provinz Wuhan das am stärksten vom Corona-Virus betroffene Gebiet der Welt ist.

Shenzhen liegt auf dem chinesischen Festland gegenüber von Hong Kong und ist mit 12,5 Millionen Einwohnern eine der am schnellsten wachsenden Städte des Landes. Sie war Etappenziel beim Volvo Ocean Race 2017-18 und wird auch 2020-21 wieder von der um-die-Welt-Flotte angesteuert.

Beneteau 40.7 beim China Cup in Shenzhen. © China Cup

Die Menschen dort scheinen die Krise einigermaßen hinter sich zu lassen. Zuletzt soll es in China keine neuen Infektionen mehr gegeben haben, wenn man den offiziellen Verlautbarungen glauben kann.

Die sich abschwächende Kurve der Neuinfektionen in China

Die Kurve der bisher Infizierten

Aber Choni Lin bestätigt nach zwei Wochen Quarantäne vor Ort, dass sich die Lage wieder normalisiert hat. Im Interview berichtet sie über die erste Panik, die sich teilweise auch hierzulande auszubreiten. Allerdings hamsterten die Chinesen Reis statt Toilettenpapier – was sich noch einigermaßen logisch anhört.

Segeln beim lokalen Yacht Club in Shenzhen. © Shenzhen Sevenstar Yacht Club

Der Mundschutz sei in China auch vorher schon eine Art Modetrend gewesen, den wohl Popstars kultiviert hätten, die unerkannt bleiben wollten. Persönlich sei ihr größtes Problem die lange Isolationszeit zuhause gewesen. “Man verliert das Zeitgefühl – die Struktur des täglichen Lebens.”

Der Virus sei nun scheinbar unter Kontrolle. Aber auch in China gehe es nun darum, dass besonders die kleineren Betriebe in den nächsten Monaten wirtschaftlich überleben.

Choni Lin © Sailjuice

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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