Corona: Krise eröffnet mit kreativen Ideen auch neue Betätigungsfelder

Segelmacher in neuen Revieren

Während einige Segelmacher ausreichend Aufträge bis in den Sommer haben, nutzen andere die neue Situation, um Marktlücken mit kreativen Ideen zu füllen. Zwei Beispiele aus dem Norden und Süden der Republik.

Neben Segeln werden bei Oleu in Heiligenhafen derzeit Schutzfolien für Taxis in Akkordarbeit produziert. Foto: Leu

Bei der Oleu Segel GmbH in Heiligenhafen hat man die angekündigten Lockerungen zum Segelsport in Schleswig-Holstein zwar gern wahrgenommen, allerdings liegt ein Großteil des Geschäftes im Charter-Bereich, der nicht so schnell wieder anlaufen wird. 200 Charterschiffe in Heiligenhafen werden sonst von Oleu betreut. Da fällt derzeit also einiges flach. Dennoch hat das Unternehmen, das für den Blick über den eigenen Tellerrand hinaus bekannt ist, gut zu tun. Die Angestellten sind voll damit ausgelastet, für Taxi-Fahrzeuge passgenaue Folien zu fertigen, die den Fahrer vor einer Ansteckung schützen. Sogar Hilfskräfte sind jetzt mit engagiert, um 5000 Schutzfolien zu schneidern. Die Auftragslage reicht wohl bis in den Juli hinein.

Eine Schildmasker haben Segelmacher Werner Fritz und Zahnarzt Ingo ehrlicher entwickelt. Foto: Fritz&Ehrlicher

Not bingt zusammen und macht erfinderisch – das gilt auch für Segelmacher Werner Fritz aus Prien am Chiemsee und den Drachen segelnden Zahnarzt Dr. Ingo Ehrlicher. Gemeinsam haben sie eine Covid-19-Schildmaske für den Einsatz in der Zahnarztpraxis entwickelt: individuell anpassbar, fest genug, ohne zu starr zu sein und vor allem desinfektionsmittelbeständig. Derzeit testet der Berufsverband Deutscher Oralchirurgen die Masken für eine allgemeine Empfehlung.

Die Idee kam Ehrlicher auf der Suche nach praktikabler, sinnvoller und vor allem auch bezahlbarer Schutzausrüstung für sich und seine Mitarbeiter in der Praxis. Schutzanzüge waren vorhanden, einige Schutzmasken auch, aber schützende Gesichtsvisiere entweder gar nicht zu bekommen oder schlichtweg nicht geeignet. Eine nahezu perfekte Lösung fand Ehrlichers Freund und ehemaliger Segelpartner Werner Fritz. Aus Fensterfolie, Liektau und Gurtband nähte er eine Schildmaske, die nun nach intensivem Praxistest in „Serienproduktion“ geht.

Die Schildmaske hat sich bereits in der Praxis bewährt. Foto: Fritz&Ehrlicher

Ingo Ehrlicher ist begeistert von der gemeinsamen Entwicklung: „Ich habe mein Team mit den neuen Schildmasken ausgestattet und habe nun die Möglichkeit, meine Praxis langsam wieder hochzufahren, gleichzeitig unterstütze ich einen Segelmacher, der Corona-bedingt derzeit nur wenig Aufträge hat – eine echte Win-Win-Situation!“ Die Visiere sind so konzipiert, dass genügend Platz unter dem Schild ist, um eine Mundschutzmaske und eine Lupenbrille zu tragen, sie sind flexibel genug, dass sie sich den jeweiligen Arbeitshaltungen anpassen, beschlagen nicht und sind sehr klar, auch nach mehrfachem Desinfizieren.

Werner Fritz bietet die Masken für 15 Euro inklusive Mehrwertsteuer und zuzüglich Porto an.

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