Corona Lockerung: Engländer dürfen wieder aufs Wasser – Übernachtungsverbot bleibt

Segeln in der ersten Reihe

Großbritannien wird besonders schwer von der Corona-Pandemie getroffen. Mittlerweile gibt es dort mehr als 32.000 Corona-Tote, so viele wie in keinem anderen europäischen Land. Aber Regierungschef Boris Johnson sagt, es sei gelungen, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen. Das ist die Grundlage für die heute aktualisierten Lockerungen, von denen auch der Segelsport profitieren soll. 

Das Foto musste wohl sein. Big Ben beim Showsegeln vor dem Big Ben mit seiner sehr britisch gebrandeten "Rita" © BAR

Das Foto musste wohl sein. Big Ben beim Showsegeln vor dem Big Ben mit seiner sehr britisch gebrandeten “Rita” © BAR

Anders als in anderen europäischen Ländern hat das zuständige Ministerium für Umwelt, Ernährung und ländliche Angelegenheiten (DEFRA) in dieser ersten Lockerungsphase ausdrücklich den Wassersport als zulässig eingestuft.

Der britische Seglerverband RYA verbreitet die Nachricht: “Alle Einrichtungen, die mit Sport und körperlichen Aktivitäten im Freien verbunden sind, dürfen wieder geöffnet werden, einschließlich Basketball- und Tennisplätze, Spielplätze wie Golfplätze (öffentliche und private) und Spielfelder und Wassersportarten”.

Die RYA-Präsidentin Sarah Treseder glaubt, dass nun sogar noch mehr Menschen für den Wassersport gewonnen werden dürften. Insbesondere beim Segelsport könnte “social distancing” gut praktiziert werden. Und die generellen Restriktionen würden sicher noch lange andauern.

Offene Fragen bei den Vereinen

Alle Fragen sind aber auch für die britischen Segler noch nicht geklärt. Der Chef der Hafen-Vereinigung rät weiterhin zu Vorsicht und dämpft allzu große Erwartungen. Es sei immer noch nicht klar, wie genau Slipanlagen und Yachthäfen regelkonform betrieben werden können. Bisher fehle den Betreibern und Vereinen aber auch schlicht die Zeit, um genaue Vorschriften für die Marinas zu erarbeiten. Deshalb würden die Lockerungen noch nicht flächendeckend umgesetzt.

Zudem gilt in England immer noch ein außerhäusiges Übernachtungsverbot “für einen Urlaub oder andere Zwecke.”  Insofern sind bisher nur Tagestörns denkbar. Aber die Segler-Lobby von der Insel hat es offenbar geschafft, nicht wie in anderen Ländern durch das Raster der Öffnungspolitik zu fallen.

Ob der Weg der frühen Öffnung für England generell richtig ist, muss sich noch zeigen. Boris Johnson kassierte angesichts der hohen Infektionszahlen im Land massive Kritik. Schottland, Wales und Nordirland kündigten an, ihren eigenen – strikteren – Weg zu gehen.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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