Corona Updates: Skippersmeeting per Skype – Haftungsausschluss gefordert

"Auf eigene Gefahr"

Wie in Hamburg wird auch im Süden das Regattageschehen erleichtert. Seit dem 1. Juli gilt in Baden-Württemberg eine überarbeitete Empfehlung für Wettkämpfe. Auch in Niedersachsen tut sich was.

J/70 Swisscup in Kreuzlingen am Bodensee mit 37 Booten. © C. Somm

Die Segler im Süden waren lange Zeit am heftigsten von den Corona-Einschränkungen betroffen. Inzwischen setzt sich aber auch dort die Auffassung durch, dass die Infektionsgefahr auf einem Segelboot vergleichsweise gering ist.

Während sich am Bodensee die Schweizer als Vorreiter hervortaten und am Wochenende die erste größeren Regatta mit 37 J/70-Crews an der Startline ausrichteten und schnellsten Katamarane auf die Rund-Um-Bahn geschickt wurden, startet auch auf der deutschen Seite das Clubregatten-Geschehen.

Am 18. Juni gab es mit Veröffentlichung der neuen Corona-Verordnung zum Thema Sportwettkämpfe vereinfachte Möglichkeit zur “Durchführung von Sportwettkämpfen im Breitensport”, aber klarer ist die Situation für das Mannschaftssegeln seit dem 1. Juli.

Der Landes-Segler-Verband Baden-Württemberg hat Empfehlungen für die Durchführung von Regatten im Rahmen der Corona-Pandemie veröffentlicht gültig ab Juli. Demnach dürfen sogar bis zu 20 Personen gemeinsam an Bord. Die maximale Teilnehmerzahl pro Regatta ist allerdings auf 100 Personen beschränkt, also Vierer-Crews mit maximal 25 Booten. Gemeldet wird über Online-Portale, Steuermannsbesprechungen finden per Skype oder Zoom statt. Mittwochsregatten werden schon wieder gesegelt und auch in Überlingen, wo der erste Segel-Bundesliga-Spieltag noch abgesagt werden musste, stehen  Regatten wie das “Überlinger Schatzkistle” für größere Schiffe wieder auf dem Programm.

Bedenken wegen Haftungsproblemen

Auch in Bayern wird wieder mit größeren Crews gemessert. Dort bestehen aber Bedenken wegen Haftungsproblemen. Wer ist regresspflichtig, wenn sich Teilnehmer während der Veranstaltung anstecken? Der Münchener Yacht-Club fordert deshalb von den Teilnehmern an seiner Mittwochsregatta die Ausfüllung eines Haftungsausschluss-Bogens. Dort heißt es unter anderem: “Die Teilnahme des Bootsführers und seiner Mannschaft an der Regatta erfolgt im Hinblick auf mögliche Ansteckungen mit Covid 19 auf ei-gene Gefahr”.

Die Liga-Regatta am Chiemsee in zwei Wochen wurde abgesagt und musste nach Kiel verlegt werden. Aber andere Wettkämpfe in Bayern wie der Prinz- Ludwig-Preis der 45er Nationalen Kreuzer gehen am Starnberger See am Wochenende nun wie geplant über die Bühne.

Auch in Niedersachsen ziehen nun nach. Sie waren die ersten in der Republik und wohl sogar in Europa, die eine Regatta unter Corona-Bedingungen erlaubten. Ab erst ab Montag den 6. Juli dürfen sie in einer größeren Gruppe (bis zu 30 Personen) auf einem Boot ohne Mindestabstand Sport ausüben. Eine Allianz aus Kanuten, Ruderern und Seglern in Niedersachsen hatte sich für die Neuregelung stark gemacht.  Das offizielle Corona-Update des Landesverbandes wird am Wochenende veröffentlicht.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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