Cruising: Dirk Feldhusen ein halbes Jahr Auszeit auf See; skurrile Steuer in Portugal

Leuchtturm-Benutzung für zwei Euro

Dirk Feldhusen nimmt eine halbjährige Segel-Auszeit. © Feldhusen

Dirk Feldhusen berichtet aus Portugal von einer geheimnisvollen Leuchtturmsteuer. Er ist im April in Hamburg gestartet, um mit seiner Koopmans 32 ein halbes Jahr Segeln zu gehen. Erst mit Crew durch Holland und anschließend einhand über die Biskaya.

Inzwischen hat er Portugal mit dem sturmerprobten ex Schiff von Trans Ocean Schatzmeister Dirk Mennewisch verlassen und segelt Richtung Madeira und Kanaren. Wenn alles gut geht, sollen auch die Azoren im Kielwasser liegen, wenn er Ende September wieder in Hamburg anlegt.

LEUCHTTURMSTEUER ! ! ! “Farolagem”

“Was es nicht alles gibt. Nachdem ich in La Coruna von verschiedenen Seiten von einer Leuchtturmsteuer in Portugal gehört habe, deren Nichtzahlung eine Strafe von 500,-€ nach sich ziehen würde, wollte ich diese nun gerne bezahlen. Vor Baiona hat mich sogar eine deutsche Yacht per UKW gerufen und mir ebenfalls erzählt, wie wichtig das ist, sofern ich weiter gen Süden möchte.

Die Koopmans 32 ist schon sturmerprobt durch die Reisen mit ihrem Vorgänger. © Feldhusen

In Viana do Castello wusste man dann aber nix davon. In Povoa da Varzim hatte der Hafenmeister (Sorry, Manager) zumindest schonmal was davon gehört und mich zur Policia maritima geschickt, die allerdings erst am nächsten Morgen um 9 öffne. Da war ich nun leider schon wieder auf See.

Gestern abend bin ich gegen 2130 Uhr hier in Figueira da Foz angekommen und – noch nicht einmal die Leinen fest – brüllte die Coast Guard aus ihrem Häuschen herüber, ich möge UMGEHEND mit meinen Papieren auftauchen. nach einigem Geschrei quer durch den Hafen, einigten wir uns auf auf den Morgen nach dem ersten Kaffee.

Dort bin ich vorschriftsmäßig mit all meinen Papieren am morgen aufgetaucht und habe, wer weiß wofür, meine Papiere vorgelegt. Der gute Mann mit der Pistole am Gürtel war super nett, hat viele Fornulare ausgefüllt, mir in Vertretung des Hafenmanagers (welcher von etwa 10 wartenden Menschen vor wiederum dessen Häuschen nicht auffindbar war und bis jetzt nicht ist) erzählt, wie ich wieder zurück an Bord komme, weil der Hafen über die üblichen Zugangshürden verfügt.

Ungläubig und amüsiert

Neuer Anstrich für das alte, bewährte Schiff. © Feldhusen

Gefragt nach der Leuchtturmsteuer hat auch er mich ungläubig und amüsiert angeschaut. Wir haben gemeinsam überlegt, dass es sich wahrscheinlich um einen Scherz handele. Er konnte mir aber sagen, wo ich die policia maritim finde.

Dort habe ich nun gerade eine knappe Stunde gesessen und zugeschaut, wie zwei Beamte sich darum kümmern, dass meine Leuchtturmnutzung ab sofort legal ist. Es gab ein hübsches Dokument mit amtlichem Siegel. Gedauert hat es solange, weil die beiden das offensichtlich noch nie zuvor gemacht haben. Zumindest waren es die ersten Portugiesen, die mich – angesprochen auf die “Farolagem” – nicht ungläubig oder amüsiert angeschaut haben.

Schmetterling in der Biskaya. © Feldhusen

Nun habe ich mit ganzen 2,00 (Z-W-E-I) Euros zur Portugiesischen Staatssanierung beigetragen und meinen Lachanfall herausgezögert, bis ich die Amtsstube wieder verlassen hatte. Wenn es Portugal nun doch das nächste Griechenland wird, liegts zumindest nicht an mir!”

Feldhusen berichet auf seiner Facebookseite über sein Abenteuer

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Carsten Kemmling

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3 Kommentare zu „Cruising: Dirk Feldhusen ein halbes Jahr Auszeit auf See; skurrile Steuer in Portugal“

  1. avatar Harry sagt:

    Die Leuchtturmsteuer gibts dort schon ewig … Hab sie 2004 selbst gezahlt und auch schon in vielen Reiseberichten darüber gelesen.

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  2. avatar Lotte sagt:

    In Fig Foz haben wir eine Woche lang nur ein Leuchtzeichen gesehen rot-gruen-rot & die Pistolenmaenner haben uns wegen 2 Zentimetern fehlender Laenge (10,98) bei sehr beschaulicher Duenung nicht rausgelassen. Frueher habe ich “Hotel California” immer gerne mitgesummt; seit dieser Woche Knast mit staendig zunehmender menge von Leidensgenossen, die unwissend einliefen & nicht wieder rausdurften habe ich mir geschworen nie wieder Fig Foz.

    ps. Letzten Dezember war der Hafenmanager taeglich anwesend (geheitztes Bureau vielleicht)…

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  3. avatar Dirk sagt:

    Schön zu sehen, dass meine ex-Yacht artgerecht gehalten wird. Blaues Wasser und weite Distanzen sind ihr Metier.

    Dirk, Voreigner

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