Der Kajakmaran-Mann Andreas Gabriel ist im Schwarzen Meer. Die letzten Fluss-km.

Pavel mit Hornbrille, Jakob ohne Gebiss

“Immer kommen Boote mit armen Leuten zu uns und fragen nach Schnaps und Zigaretten. Das nervt ein wenig,” haben andere Sportbootfahrer mir berichtet. Ich allerdings habe den Spieß umgedreht und war bisher immer einen Tick schneller im Fragen. Funktioniert auch.

“Die ständigen Kontrollen der Borderpolice in Rumänien (3-4/Tag normal) halten unheimlich auf,” haben andere Sportbootfahrer erzählt. Bei mir ist das ganz anders. So lerne ich Land und Leute kennen. Ich lasse mich mit ihnen Boot an Boot für eine Stunde die Donau runter treiben, um zu reden. Immer wieder nehmen sie mich mit zu ihrer spärlichen “Nature-Policestation” am Ufer, um mit mir ihr köstliches Frühstück zu teilen. So werden daraus wirklich angenehme Kontrollen.

Einem Einheimischen erzählte ich von diesen Erlebnissen. Er entschuldigte sich für deren Verhalten:-) “Nee nee Meister, da hast du was falsch verstanden”, sagte ich. ” Die haben mir gegeben!!!” Ungläubig blickte er mich an. Die Polizei hier fährt für mich einkaufen und knallt sich mit mir abends um 21:30 Fisch und Hochprozentiges rein.

Es gelingt mir, unglaublich nahe bei den Menschen zu sein und dafür bin ich sehr dankbar. Ohne einen Cent auf so eine extreme Reise zu gehen, schafft eine Magie, die anders wohl kaum zu erreichen ist.

Schön aber sehr einsam, die letzten km auf der Donau © A.Gabriel

Rechtes Ufer Rumänien, links bald Moldavien und kurz danach Ukraine. Am linken Ufer sehe ich ein Segelboot. Ich entschließe mich, bei einem Segelkollegen
Feierabend  zu machen. Was dann folgt, ist das krasseste Friesen/Rumänen-Treffen, das es wohl je gegeben hat. Bis zum Donaukilometer Null am Delta sollte es wohl nicht mehr getoppt werden.

Der Segler war schon weg, aber da war noch die Männertruppe nebenan auf Wochenurlaub. Nach zehn Minuten war ich satt, nach zwei Stunden blau. Der Boss, ein wohlhabender Rumäne aus Galati, hat sich vor zwei Jahren eine Personenfähre für 140.000 Euro nur zu dem einen Zweck gekauft: Jedes Wochenende Kumpels einladen und Spaß haben. Und ich mittendrin.

Ich habe mein Zelt auf der Fähre aufgebaut. Das Frühstück am nächsten Morgen sowie diese Männer, werde ich mein Leben lang im Herzen behalten. Danke Valerian, Adrian, Serban und all die Anderen. Rumäniens Männer sind sehr beieinander! Danke für Euch!

avatar

Andreas Gabriel

... ist Frohnatur, Geschichtenerzähler, Abenteurer und Maurer zugleich. Er brach von Tönning in NORDfriesland Ende April 2011 auf, um mit seinem Kajakmaran Europa zu umrunden. Über Kanäle, Rhein, Main, Donau, ins Schwarze Meer und dann über das Mittelmeer zurück. Alles ohne Geld. Andreas Gabriel erzählt wahre Geschichten, die er unterwegs erlebt, und seine Zuhörer freuen sich, dass er eigentlich ihren Traum lebt. Ihre Unterstützung kommt postwendend. Dass dieses spannende und intensive Reisen funktioniert, hat er schon in den ersten 2 Etappen bewiesen. In der dritten Etappe geht es von Laredo / Nordspanien nach Hause nach Tönning. Seine Webseite lautet www.der-mit-dem-wind-faehrt.de

3 Kommentare zu „Der Kajakmaran-Mann Andreas Gabriel ist im Schwarzen Meer. Die letzten Fluss-km.“

  1. avatar matti sagt:

    Andreas, halt die Ohren steif! Glück auf und weiter so!

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 9 Daumen runter 0

  2. avatar fastnetwinner sagt:

    Bitte unbedingt Buch schreiben. Ich kaufe hiermit 3!

    Like or Dislike: Daumen hoch 2 Daumen runter 0

  3. avatar Ingo T. sagt:

    GO TACHENTI GO!

    Habe gerade auf Deiner HP den Türkei-Bericht gelesen. Hört sich so an, als ob solche Momente die vielen Entbehrungen absolut aufwiegt. Man wird ja manchmal ein wenig neidisch….. Grüße aus dem Büro. Meinen Hemdkragen hab ich mal schön locker gemacht und kann Deine Freiheit jetzt auch spüren….

    Grüße und alles Gute!

    Ingo T.

    Like or Dislike: Daumen hoch 1 Daumen runter 0

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Sicherheitsfrage (SPAM-Schutz): *