Drama: US-Medien zeigen “schockierende neue Fotos” vom Katamaran-Untergang – peinlich

"Gigantisches Loch"

Der Prozess um die beim Flitterwochen-Törn vor Kuba ums Leben gekommene Isabella Hellman schlägt weiter hohe Wellen. Nun präsentieren Medien neue Bilder von den vermeintlichen Lecks.

Donald Trump würde seinen Spaß haben, wenn ihm dieser Medien-Fauxpas zu Ohren käme. Es würde seinen Dauer-Beschwerden über Fake-News-Journalisten neue Nahrung geben. Denn US- und UK-Medien haben sich bei der Berichterstattung zum Untergang eines Katamarans mit Todesfolge, der offenbar eine Straftat verschleiern sollte, mächtig blamiert.

Sie präsentierten “schockierende neue Fotos” von dem gesunkenen Zweirumpfer, die beweisen sollen, wie der Skipper das Boot zum Sinken gebracht hat, um den vermuteten Mord zu verschleiern.

Zum einen präsentiert die britische Daily Mail, die sich auf einen CBS-Bericht bezieht “ein gigantisches Loch , bei dem es sich allerdings um einen Schwertkasten handelt.

“Ein gigantisches Loch”, entdeckt die Daily Mail. Es ist der Schwertkasten. © Coast Guard

Zum anderen geht es um eine weit offen stehende “Fluchtluke auf der Unterseite”, die sich allerdings tatsächlich auf der Oberseite befindet. Der Kat hat sich bei der Kenterung umgedreht.

“Fluchtluke an der Unterseite des Rumpfes weit offen”.  © Coast Guard

Bilder vom tatsächlichen Leck, das den Kat im Mai 2017 zum Sinken brachte, wurden  nicht veröffentlicht. Skipper Bennett hatte der Küstenwache zunächst gesagt, dass er schlief als seine Frau am Steuer stand. Er sei von einem Laut aufgewacht und habe an eine Kollision gedacht. Seine Frau habe er nicht mehr auf dem Boot angetroffen als es stark Wasser machte.

Loch von innen

Das FBI hat aber inzwischen festgestellt, dass dem Rumpf von innen ein Loch zugefügt wurde. Es stammt vermutlich von Bennett, der vor dem Umstieg in eine Rettungsinsel genug Zeit hatte, einige persönliche Gegenstände und gestohlenen Münzen im Wert von 35.000 Euro einzupacken, bevor er von der Küstenwache gerettet wurde. Diesen Vorwurf hat er inzwischen auch zugegeben.

“Escape hatches wide open”, heißt es. Der Lukendeckel links befindet sich allerdings auf dem umgedrehten Deck. © Coast Guard

Bennett saß schon sieben Monate im Gefängnis wegen des Schmuggels der antiken Münzen. Aber die Staatsanwaltschaft versuchte eine Verurteilung wegen Mordes zweiten Grades zu erreichen. Bennetts Anwälten plädierten aber auf fahrlässige Tötung. Der Tod sei ein Unfall gewesen. 

Der Skipper entschuldigte sich inzwischen offiziell bei der Familie. “Ich weiß, dass sie durch meine Handlungen unvorstellbare Schmerzen erlitten haben, und dafür tut es mir wirklich leid. Meine Worte sie nicht heilen können, aber ich entschuldige mich von ganzem Herzen bei ihnen und hoffe, dass ihr Schmerz eines Tages nachlassen wird.”

Bennett akzeptierte vorab eine Strafe von mindestens sieben Jahren. Der Familie reicht das aber nicht aus. Sie will eine Mordanklage erwirken. Zwar sei nicht klar, wie Isabella Hellmann über Bord gegangen sei, aber ihr Mann habe nichts getan, um nach ihr zu suchen. Er versenkte sein eigenes Boot, um sich selbst zu retten, und gestohlene Goldmünzen in seinen Besitz zu bringen. Der endgültige Urteilsspruch wurde auf den 28. Mai verschoben.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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