Fundstück: Dock & Go System von Bénéteau hilft beim Einparken

Drehbare Brüllruder. Das Ende des Salzbuckel-Daseins

Von Carsten Kemmling

Drehen auf dem Teller. Das neue Dock & Go System von Bénéteau mit drehbaren Antrieben unter dem Rumpf soll es möglich machen © Beneteau Group

Einparken mit der Yacht im Hafen, das ist die letzte Bastion, die noch von den Salzbuckeln gegen die anstürmenden Segel-Dummies gehalten wird. Beim Eindampfen in die Spring, dem exakten Berechnen des Seitenwindes, dem gefühlvollen Spiel mit dem Gashebel oder der genauen Vorausberechnung der Auswirkungen einer rechtsdrehenden Schraube im Rückwärtsgang trennt sich die Spreu vom Weizen.

Beim Einparken kann der Salzbuckel noch zeigen, was er drauf hat. Aufrecht am Steuerrad trotzt er den kritischen Blicken der Segelgemeinschaft, die sich in den Cockpits zum Hafenkino versammelt hat. Er weiß, dass die Yachties ein Missgeschick erhoffen. Aber mit stoischer Miene, exakten Anweisungen an die Crew und Vertrauen auf sein Können hält er dem massiven Druck stand.

Und das soll nun alles ein Ende haben? Beneteau präsentiert bei der Boots-Messe HISWA te Water in den Niederlanden (31.8. bis 5.9. in Amsterdam) die „Exklusivinnovation DOCK & GO“ mit dem „ Sie ganz entspannt im Hafen anlegen können… egal wie stark der Wind, wie heftig Strömung und wie eng der Hafen ist. Schlimmer noch: „ selbst ein Kind kann eine Oceanis 50 problemlos an ihren Liegeplatz manövrieren“, verspricht Beneteau.

Der Skipper hantiert mit einem Joystick und steuert damit einen drehbaren Saildrive in Kombination mit einem Bugstrahlruder. Das “revolutionäre System“ soll komplizierte Hafenmanöver deutlich erleichtern. Ab Frühjahr 2011 kann man sich Dock & Go in eine neue Bénéteau einbauen lassen. Aber die muss dann schon größer als 50 Fuß sein.

Wir freuen uns schon, wenn die ersten 50 Fuß Bénéteaus mit ihren aufheulenden Doppel-Brüllrudern im Hafen hantieren. Das Ende des Salzbuckel-Daseins ist eingeläutet.

Bénéteau stellt seine “Revolution” mit diesem Video vor. Dock & Go bedeutet das Ende der typischen Einpark-Ehekrise an Bord.

Heilsbringer im Hafen. Joystick statt Gashebel und Ruder. © Bénéteau Group

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Carsten Kemmling

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