Einhand um die Welt: Polin Pajkowska erfüllt sich Nonstop-Traum mit Röttgerings Leih-Yacht

"Ich habe nichts gegen meine eigene Gesellschaft"

Noch ein letzter perfekter Anleger zum Schluss, und das Abenteuer ist geschafft. Joanna „Asia“ Pajkowska hat mit Uwe Röttgerings FANFAN! als erste Polin die Welt nonstop umsegelt. Die 60-Jährige galt schon vorher als eine der erfahrensten Hochseeseglerinnen der Welt und hatte zuletzt 2017 gemeinsam mit Uwe Röttgering den Klassensieg bei der „Twostar“ Transatlantik-Regatta auf der Class 40 „Rote 66“ gewonnen.

Longue Route, bernard Moitessier, Weltumseglung

Asia Pajkowska hat ihre Einhand-Nonstop-Weltumseglung auf FANFAN! bewältigt. © Uwe Röttgering

Bis dahin lagen schon mehr als 220.000 Meilen liegen in ihrem im Kielwasser, und die hat sie überwiegend alleine absolviert. Spektakulär war ihre Einhand-Weltumsegelung von Panama und zurück mit einem Stopp 2009 auf einem kleinen polnischen Serienboot vom Typ Mantra 28. Sie benötigte für die gut 25.000 Meilen lange Strecke 198 Tage.

Nun hat sie mit der Nonstop-Fahrt den Gipfel der Einhand-Helden erklommen. Pajkowska ist nach 215 Tagen zu ihrem Startpunkt in der Mayflower Marina von Plymouth zurückgekehrt. Mit FANFAN! legte sie 29.000 Seemeilen zurück.

Uwe Röttgering, Joanna Pajkowska

Asia Pajkowska und Uwe Röttgering

Sie überstand schwere Stürme und brach sich dabei einige Rippen, aber das hielt sie nicht davon ab, das Abenteuer zu bestehen. Eine der ersten Danksagungen galt ihrem Unterstützer und guten Freund Uwe Röttgering. Er hatte die Aluminium-Yacht FANFAN! schon von 2001 bis 2003 783 Tage und über 50.000 Seemeilen lang einhand um die Welt gesegelt und darüber eines der spannendsten deutschsprachigen Segelbücher geschrieben: Die See gehört mir.

“Uwe Röttgerring, hat mir freundlicherweise die Yacht geliehen, um mir zu helfen, meinen Traum zu verwirklichen. Es war eine lebensverändernde Reise. Ich hatte einige frustrierende Momente zu überstehen, als lange Zeit der Wind ausblieb.  Auch ein Schaden an der Bootsgasanlage war wenig hilfreich. Ich musste dann auf einer kleinen tragbaren Heizung kochen!”

Die Polin Pajkowska © Uwe Röttgering

Extrem hart war ihre Kap-Hoorn-Rundung. Ein großer Brecher beschädigte die Windfahnen-Steuerung, und die Polin musste 14 Stunden im Sturm Ruder gehen bevor es ihr gelang, die Selbststeuerung zu reparieren.

Der Rippenbruch passierte, als sie von einer Welle durch das Cockpit geschleudert wurde und auf einer Solarzellenhalterung landete. Die Genesung erfolgte nur langsam. Zu den weiteren Herausforderungen gehörten ein Aufstieg in den Mast, um das Fockfall-Ende zu erreichen, Reparatur und Wechsel des Großsegels, sowie Tauchgänge zum Entfernen der wachsenden Entenmuschel-Kolonie am Schiffsrumpf.

Mit dem Alleinsegeln könne sie gut umgehen. “Ich habe nichts gegen meine eigene Gesellschaft, also habe ich mich nie einsam gefühlt. Ich bin so glücklich, dass ich meinen Traum verwirklichen kann. Die ganze Reise ist ein Abenteuer fürs Lebens.”

Pajkowskas Kurs um die Welt (Tracker)

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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