Erster Segeltörn nach Lockdown: Brite löst Großalarm aus

Falsches Signal

Nur wenige Stunden nach der Erlaubnis in England, wieder aufs Wasser gehen zu dürfen, löste ein britischer Segler Großalarm aus. Ein Krankenwagen, fünf Feuerwehrautos und die Küstenwache wurden zum Einsatzort gerufen.

Die Segler in England freuten sich gerade über die vorsichtigen Corona-Lockerungen, derzufolge auch sie in beschränktem Maße wieder ihre Schiffe benutzen dürfen. Aber ein aktueller Rettungsfall lässt sie befürchten, dass die Behörden darin ein falsches Signal sehen und ihre Entscheidung noch einmal überdenken könnten.

Kurz nachdem die rigide Lockdown-Sperre aufgehoben wurde, wollte ein Mann in Oulton Broad bei Norwich im Nordosten Englands die neue Freiheit auf dem Wasser erleben. Er nutzte dabei eine Jolle vom Typ Skipper 14 – nicht gerade die modernste und sicherste Konstruktion, aber durchaus geeignet für die kurze Flucht vom Alltag.

So sieht eine Skipper-Jolle aus.

Der Einhandskipper wurde aber relativ schnell von einer Böe erwischt, kenterte und konnte die Jolle nicht mehr aufrichten. Ein Sprecher der ansässigen Segler-Vereinigung von Norfolk und Suffolk sagte gegenüber der Lokalpresse, dass das Verhalten des Seglers mit einem “seeuntüchtigen Boot” bei den herrschenden, stark böigen Bedingungen schon unter normalen Verhältnissen “töricht” gewesen sei, in Corona-Zeiten aber besonders. Denn die normale Sicherungsabläufe seien zurzeit schwierig zu gewährleisten. 

So löste die Kenterung einen Großalarm an Land aus, nachdem ein Zeuge die Notsituation beobachtet hatte. Der Mann soll zwar von zwei Seglern aus dem Wasser gezogen worden sein, aber am Unfallort wurden schließlich ein Krankenwagen, fünf Feuerwehrautos. Polizei und Küstenwache vorstellig. Als die Retter eintrafen, befand sich den Mann bereits wieder an Land. Er wurde kurz untersucht, musste aber nicht in ein Krankenhaus eingeliefert werden.

Nun befürchtet die Community, dass die negative Aufmerksamkeit dazu führen könnte, die Lockerungen für Segler wieder zurückzuschrauben. Bei den ansässigen Vereinen Waveney und Oulton Broad Yacht Club weist man darauf hin, dass es sich um die Aktion einer Einzelperson gehandelt habe. Vereine dürfen in England immer noch nicht geöffnet werden. Organisierte Aktivitäten sind nach wie vor verboten.

Der Vereinspräsident weist darauf hin: “Individuelle Segler sollten ihre eigenen Risikobeurteilungen vornehmen. Es wäre sehr klug, dafür zu sorgen, dass sich zur gleichen Zeit ein anderes Boot auf dem Wasser befindet. Segler können aufeinander aufpassen.”

avatar

Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Sicherheitsfrage (SPAM-Schutz): *