Ex “Rubin” Untergang: Wie es zum Unfall der “Sharki” vor Cuxhaven kam

"Sofort strömte Wasser ins Schiff"

“Sharki” Skipper Cezary Wolski erklärt, wie es zur Kollision mit der Fahrwassertonne gekommen ist. Er versucht, das Schiff zu retten, muss dafür aber viel Geld einsammeln.

“Sharki” werden die Sachen nach dem Untergang getrocknet. Das Leck ist an Steuerbord zu sehen. © Sharki Crew

(Loch im Rumpf: Link zu weiterem Schadensbild von norderlesen) 

In den offiziellen Mitteilungen der Behörden heißt es immer noch, “die Polizei ermittelt, wie es zu dem Untergang kommen konnte”. Aber dieses Rätsel hat der polnische Skipper Cezary Wolski nun geklärt.

Die Gitarre steht noch am Platz. © Sharki Crew

Auf seiner Facebook-Seite schreibt er, die 15 Meter Yacht sei “infolge der Unachtsamkeit des zweiten Wachgängers mit einer Fahrwassertonne kollidiert”. Das führte in der Nacht zur Katastrophe. Bei relativ hoher Geschwindigkeit mit etwa 12 Knoten sei nach dem Aufprall auf der Steuerbordseite ein Leck entstanden, 2,5 Meter lang und ca. 50 Zentimeter hoch. Außerdem soll die Ankerkette der Tonne einen weiteren Riss im Rumpf, verursacht haben.

Nach 15 Minuten gesunken

“Sofort strömte Wasser ins Schiff.” Die Crew versuchte zu lenzen, aber schon nach etwa 15 Minuten war klar, dass der Untergang nicht zu vermeiden sein würde. “Die Yacht reagierte nicht mehr auf die Ruderbewegungen und das Wasser stand in der Kajüte hüfthoch. Wir beschlossen, Hilfe zu rufen, und gleich danach verließen wir die Yacht.

Zwei Minuten nach dem Übersetzen der Crew auf die Rettungsinsel tauchte “Sharki” unter. “Wir sahen noch eine Weile unter Wasser das Topplicht, dann verschwand es.”

Allerlei Getier nach 30 Stunden unter Wasser. © Sharki Crew

Inzwischen ist die ehemalige Admiral’s-Cup-Siegeryacht, die seit 2002 unter polnischer Flagge segelt, wieder gehoben worden. Sie hatte im Fahrwasser vor Cuxhaven ein Schifffahrtshindernis dargestellt. Diese Auferstehung könnte allerdings auch das Ende der Yacht in polnischem Besitz bedeuten, denn die Eigner müssen nun die Bergungskosten in Höhe von 25.000 aufbringen. Das Schiff war nicht versichert.

Sand im Glas. Das Bordleben scheint nur kurz unterbrochen. Bilder wie nach dem Untergang der Titanic. © Sharki Crew

Die Polen versuchen jetzt, das fehlende Geld per Spendenaufruf (Kontakt) zusammenzubekommen. “Wir wissen, dass die Kosten riesig sein werden”, sagt Wolski. “Aber wir können sie nicht so einfach aufgeben. Sie ist eine mutige Yacht. Wir konnten uns immer bei allen Bedingungen auf sie verlassen. Sie hat uns nie im Stich gelassen. Aber in dieser Nacht haben wir es getan. Wir haben uns nicht ausreichend um sie gekümmert.”

“Ich kämpfe und warte”

Wolski erkennt eine Botschaft darin, dass sich “Sharki” unter Wasser aufgerichtet hat und die Mastspitze aufgetaucht ist. “Für uns ist das ein Signal – ‘ich bin immer noch hier, ich kämpfe und warte’…

Wir haben immer allen geholfen, die Hilfe auf dem Wasser brauchten. Heute brauchen wir sie. Wir sind gezwungen, um finanzielle Unterstützung zu bitten. Alleine schaffen wir das nicht. Wir wissen, dass ‘Sharki’ ihren Platz in den Herzen vieler Menschen gefunden hat. Wir bitten euch herzlich – helft uns sie zu retten.” 5000 Euro sind bisher schon zusammengekommen.

Letztes Segelbild vor dem Untergang. So wird “Sharki” nach der Kanalpassage von der Nordsee begrüßt © Sharki Crew

In Polen hat das Schiff eine gewisse Bekanntheit erlangt, auch weil Wolski und seine Freundin Joanna Smágalo die IOR-Yacht 20 Jahre lang ausbauten und über die Zeit viele  Chartergäste mit auf Tour nahmen. Nun ist das Interieur nach 30 Stunden in 18 Metern Tiefe größtenteils zerstört. Besonders der Wellengang der ein- und ausfahrenden Containerriesen hat dem Schiff unter Wasser arg zugesetzt.

Unter Vollzeug. “Sharki” Bild aus besseren Tagen. © Sharki Crew

Nun muss “Sharki” aber in knapp zehn Tagen abtransportiert werden. Bis dahin müssen die Polen das Geld zusammenhaben, um eine Reparatur und/oder den Transport nach Polen starten zu können.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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