Extremsegeln: 72-Jähriger Schwede Yrvind überquert Atlantik mit 4,80 Meter Boot

"Wundervoller Ozean..."

Der Schwede Sven Yrvind (72) hat auf einem 4,80 Meter kurzen, 1,30 Metern breiten und 22 Zentimetern tiefen Segelboot den Atlantik überquert. Von der Insel Porto Santo bei Madeira bis nach Martinique benötigte er 45 Tage.

Sven Yrvind hat mit seiner 4,80 Meter kurzen "Yrvind" den Atlantik überquert. Bei Gegenwind im Hafen wriggt er mit einem langen Ruder. © yrvind.com

“Ich bin sicher angekommen mit fantastischen Erinnerungen von einem wundervollen Ozean. Nach einigen Wochen entwindet man sich dem Griff der Zivilisation und man ist zurück in der Natur, wo wir hingehören”, sagt Yrvind nach seiner Ankunft.

“Ich habe auf jegliche Informationen der Außenwelt verzichtet. Kein Radio, kein Garnichts. Ich bin nun sehr müde. Hoffentlich kann ich es mit leisten, das Boot zurück nach Schweden zu schicken. Meine wichtigste Arbeit war das Design dieses Bootes. Und ich bin damit sehr zufrieden.”

Der 72-Jährige Sven Yrvind kurz vor seiner Abfahrt in Porto Santos. © yrvind.com

Yrvind hat in Schweden eine gewisse Berühmtheit durch das Segeln auf Mini-Booten erlangt. Er schrieb darüber drei Bücher. 1971 segelte er seine sechs Meter lange “Bris” unter anderem rund Kap Horn. Das Nachfolgermodell “Bris II” mit 5,90 Meter Länge bewegte er 1976 bis 78, dann folgte die erste “Yrvind” mit 4.1 Metern Kürze.

Dieses Schiff funktionierte aber nicht im Sinne des Erfinders. Und so konstruierte Yrvind sein neues Modell, mit dem er jetzt bewies, dass eine Atlantik-Überquerung möglich ist.

Der Schwede schreibt über seine Art zu segeln: “Ich habe keinen elektrischen Autopiloten oder eine Windfahnen-Steuerung. Es funktioniert auch ohne sie. Ich stelle das Ruder fest und balanciere das Schiff mit den Segeln aus…Das funktioniert besonders gut, wenn der Schwerpunkt des Schiffes weit hinten liegt.” Yrvind staute nach den ersten Tests noch mehr Gewicht nach hinten. “Das Boot segelte sieben Wochen lang wie auf Schienen.”

Sven Yrvind durfte schon dem schwedischen Königspaar Sylvia und Carl Gustav über seine Abenteuer berichten. © yrvind.com

Sven Yrvind Website

 

Tipp: SR-Leser Hanseatic

 

 

 

 

“Yrvind”-Vorgängerin”Bris”:

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Carsten Kemmling

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5 Kommentare zu „Extremsegeln: 72-Jähriger Schwede Yrvind überquert Atlantik mit 4,80 Meter Boot“

  1. avatar Friedrich sagt:

    Wie wenig doch mancher braucht zum Glücklichsein! Das Teil und sein Skipper lagen in Sandhamn zum Start von Gotland Rund, oder wie das neuerdings heißt, AF Offshore Race. Was für ein Kontrast zwischen ihm und der Flotte der mehr oder weniger modernen Offshore Racer und den Besatzungen. Was für ein Kontrast auch zu Banque Populaire, die in 45 Tagen um die Welt und nicht nur übern großen Teich will.

    45 Tage in so einer Yellow Submarine, bei dem man nicht einmal in schönen oder besser ergonomisch angenehmen Cockpit sitzen, Sonne, Wetter, Sterne und einfach nur das Meer genießen und sich auch mal die Beene vertreten kann?

    45 Tage auf Banque Populaire dürften auch nicht viel angenehmer sein. Ne, dann lieber mal mit ner gemieteten VB über die Alster, wenn’s schon was schlimmes sein soll, was Überwindung kostet…

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 6 Daumen runter 0

  2. avatar Marc sagt:

    zeigt mal wieder wie vielfältig segeln sein kann. Ich würde glaube ich auch Platzangst bekommen in so einer schwimmenden Dose. Aber eigentlich hat er alles was ein Segelboot braucht: Segel, ein geschütztes Cockpit, Strom, sogar zur Bootsfläche relativ viel Solarzellen, da können sich andere Fahrtensegler noch eine Scheibe von abschneiden.

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  3. avatar Ketzer sagt:

    Wor dem Hintergrund des ARC-Wahnsinns besonders schön! Die Ruderanlage mit fetter Reserveverdrängung ist allerdings seltsam.

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  4. avatar T.B. sagt:

    Nur zur zusätzlichen Info:
    Das Design auf dem Matt Layden Boot “Paradox”.

    Link:
    http://www.microcruising.com/pictures.htm

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  5. avatar J. Hartwig sagt:

    Das ist eine echte Leistung, Hut ab. Wäre schön wenn ich mit 72 auch solche “Dummheiten” machen kann.
    Respekt.

    Wir lieben es auch hautnah am Wasser, entspannt zu segeln.

    Tourenbericht: http://www.quartermillioneurohomepage.com/Limfjord%202011.html

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