Extremtörn: Lisa Blair verliert ihr Rigg bei Antarktis-Umrundung

Seglerin in Nöten

Antarktis, Rekordsegeln, einhand, Australierin

Linda Blair zu fröhlicheren Zeiten am internationalen Frauentag. © blair

Die australische Einhandseglerin Lisa Blair, die nach zwei Männern als erste Frau die Antarktis-Umrundung schaffen wollte, hat ihr Rigg verloren. Kurz zuvor geriet sie noch mächtig ins Staunen.

Die Australierin Lisa Blar, die als erste Frau die Anarktis alleine nonstop umrunden wollte (SR berichtete), hat 895 Meilen südlich von Kapstadt einen Pan Pan Ruf ausgesendet. Nach 72 Tagen auf See ist ihr Projekt gescheitert.

Bei 40 Knoten Wind und sieben Meter hohen Wellen wurde ihr Open 50 “Climate Action Now” mit dem Rigg aufs Wasser geschleudert, brach dabei das Backbord-Want und verlor den Mast.

Antarktis, Rekordsegeln, einhand, Australierin

Nice an cool © blair

Die Search-and-Rescue-Zentrale in Kapstadt ist benachrichtigt worden und wird Hilfe bereitstellen falls benötigt. Aber offenbar will die Seglerin aus eigener Kraft schaffen, sich in Sicherheit zu bringen. Sie soll unverletzt sein und versucht vermutlich ein Notrigg zu installieren.

42 Knoten Böe

Schon einen Tag zuvor hatte sie schwer zu kämpfen. In ihrem Letzten Blogeintrag vom 3. April berichtet die Skipperin, wie sie vom Starkwind-Alarm ihrer Instrumente auf Trab gehalten wurde. 42 Knoten wurden angezeigt. Es sei die stärkste Böe gewesen, die sie bisher auf ihrem Antarktis-Törn erlebt habe.

Kurz danach ist das Schiff in der Nacht schwer von einer Welle erwischt worden. Es krängte stark, geriet mit dem Baum ins Wasser und richtete sich erst nach einem lauten Knall wieder auf. Blair beschreibt:

“Ich zog mich an, um den Schaden an Deck zu untersuchen. Dann wurde ich durch den unglaublichsten Sternenhimmel begrüßt. Bei dem starken Wind hatte ich erwartet, eine weitere dunkle Nacht mit vielen Wolken zu erleben, deshalb war ich für einen Augenblick extrem überrascht von dieser reinen Schönheit. Ich blickte auf Abertausende Sterne. Nichts ist mit diesem Anblick auf See vergleichbar. Es war einer der schönsten Sternenhimmel, die ich je gesehen hatte – so viele mehr Sterne als man an Land sieht, sogar bei Halbmond…Wunderschön!”

Der ausgerissene Bugbeschlag. © blair

Aber das war nur eine Momentaufnahme. Denn kurz danach stellte die Skipperin fest, dass bei dem Knall ein Beschlag am Bug aus dem Deck gerissen ist, an dem sie den Bullenstander befestigt hatte. Dadurch war ein 5 x 5 Zentimeter großes Loch entstanden, durch das sie die Plastikflaschen sehen konnte, die als Auftriebsköper im abgeschotteten Vorschiff platziert sind. “Kein schönes Gefühl!”

Der Beschlag habe eigentlich eine Haltekraft von zwei Tonnen und für den “Bullen” nutzte sie bewusst ihren ältesten Tampen an Bord, damit der im Zweifel eher brechen sollte. Nun hatte sie ein Loch im Boot. Sie dichtete es schließlich mit jeder Menge Tape und Sika-Flex ab. Aber nun hat sie ein ernsthafteres Problem zu lösen.

Die aktuelle Position von Lisa Blair.

Lisa Blair Tracker

Lisa Blair Website

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Carsten Kemmling

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Ein Kommentar „Extremtörn: Lisa Blair verliert ihr Rigg bei Antarktis-Umrundung“

  1. avatar pl_johaa sagt:

    So siehts aus, wenn nur Unterlegscheiben als Widerlager verwendet werden. Den Pfusch sollte man der Werft um die Ohren hauen!

    Like or Dislike: Daumen hoch 2 Daumen runter 1

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