Fluchtroute Mittelmeer: 88 Migranten mit Segelyacht auf Grund gelaufen

Geflüchtet, gestrandet, gerettet

Videoaufnahmen zeigen die Rettung von 88 Flüchtlingen, deren Segelyacht vor der italienischen Küste auf Grund gelaufen ist.

In Italien ist eine Segelyacht mit 88 Flüchtenden an Bord gestrandet. Das Boot lief in der Nacht vom 3. auf den 4. November etwa 150 Meter vor dem Ufer von La Canella, einem Ortsteil der süditalienischen Gemeinde Isola di Capo Rizzuto in Kalabrien, bei stürmischen Bedingungen auf Grund. Anwohner waren auf die Schreie der verängstigten Migranten aufmerksam geworden und hatten die Polizei verständigt. Videoaufnahmen zeigen, wie die Polizei daraufhin eine Rettungskette zwischen der Yacht und dem Ufer bildete, um die Menschen von Bord zu holen, darunter auch Frauen und Kinder. Bei den Schiffbrüchigen handelt es sich um Menschen aus Afghanistan, Syrien, Jemen, Palästina, Türkei, Iran und Sri Lanka. Laut eines Medienberichts war die Yacht etwa drei Tage zuvor von der türkischen Küste aufgebrochen.

In den letzten Jahren stieg die Zahl gestohlener Segelyachten im östlichen Mittelmeer, die dann für die Überfahrt von Flüchtlingen benutzt werden, stark an. Teilweise werden aber wohl von Schleusern auch Yachten gechartert, die dann für die Überfahrt von Flüchtenden nach Europa genutzt werden. Es ist ein lukratives Geschäft für die Schlepper, geht man davon aus, dass ein Platz an Bord Berichten zufolge 5.000 bis 7.000 Euro kostet. So zynisch es klingen mag, gegenüber der Überfahrt auf einem überladenen Schlauchboot, ist die Fahrt auf einer überladenen Segelyacht wohl vorzuziehen.

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