Flugdrachen für die CO₂-Einsparung: Airbus-Frachter nimmt Atlantik-Betrieb mit Kite auf

"Spürbarer Beitrag für unseren Planeten"

Allzu oft scheinen Reedereien die Nutzung der Windkraft als günstige PR zu nutzen. Aber nun kommt tatsächlich das automatisiertes Drachensystem Seawing auf der Atlantik-Route zum Einsatz.

Die massive Seawing-Anlage, von der ein Drachen gestartet werden kann, wird installiert. © Airseas

Wie gut ein Drachen vor einem Boot auch auf dem Atlantik funktionieren kann, hat gerade der Franzose Francesco Lufinha bewiesen. Auch die Funktionstüchtigkeit als Spritsparer für die Frachtschiffahrt ist längst bewiesen. Aber bis zum tatsächlichen Einsatz auf See ist der Schritt dann doch ziemlich weit.

2019 hatte Airseas, ein französisches Tochterunternehmen von Airbus, berichtet, sich mit der japanischen Großreederei K-Line-Reederei einig zu sein, aber seitdem ist es ziemlich ruhig um das Projekt geworden. Das hat auch mit dem fehlenden Druck auf die Branche zu tun. Die Uno-Organisation für die weltweite Schifffahrt (IMO) schaffte es bei ihrer Sitzung im Sommer nicht, radikalere Maßnahmen für eine Verringerung des CO₂-Ausstoßes für Frachter zu beschließen. Die Umweltorganisation Nabu erklärte, dass im Ergebnis die Emissionen der Branche, die so viel CO₂ produziert wie der Flugverkehr, bis 2030 weiter um 16 Prozent ansteigen dürfen.

So soll es aussehen. Airseas Kite vor dem Airbus-Frachter. © Airseas

Die Motivation der Reedereien, Emissionen einzusparen, ist also nicht besonders groß. Deshalb haben es Entwickler von emissionssparenden Antrieben wie der Windenergie schwerer, sich am Markt zu etablieren.

Pionierarbeit in Deutschland

Das gilt besonders für die Flugdrachentechnik, die für Reedereien schon seit vielen Jahren eine logische Möglichkeit für das Spritsparen wäre. Pionierarbeit leistete Stephan Wrage mit der 2001 in Hamburg gegründeten SkySails GmbH. Sie bestückte 2008 den 132 Meter langen Frachter Beluga Skysails mit einem Drachen und bewältigte die Jungfernfahrt über den Atlantik erfolgreich. Die Treibstoffersparnis von 15 bis 20 Prozent konnte bestätigt werden.

SkySails

Die deutsche Firma SkySails wartete lange auf ihren Durchbruch beim Verkauf ihrer Drachen für Frachter. © SkySails

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Carsten Kemmling

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