Foiling: Laser auf Tragflächen – Fliegende “Kühlschranktüren”

Aufgemotzt

Mit einem Tragflächen-Satz kann man aus einem Laser einen Foiler machen. Auf einem aktuellen Video sieht es spannend aus. Aber warum setzt sich das Zubehör nicht durch?

Es ist eigentlich eine gute Idee. Man packe Flügel unter einen Laser und mache aus dem 47 Jahre alten Design einen modernen Foiler. Die “Kühlschranktüre” kann auf diese Weise mächtig aufgemotzt werden.

2013 kam aus Australien ein System auf den Markt, das Tragflächen an Schwert und Ruder aufweist. Mit einem Fühler an der Schwert-Achterkante wird automatisch der Flügel-Winkel und die Flughöhe eingestellt, und ab geht die Post.

Das Video der Briten zeigt, dass es funktioniert, aber viele gepimpte Laser sind in der Republik noch nicht gesichtet worden. Warum ist das so?

Das größte Hindernis ist wohl der Preis. Umgerechnet gut 3500 Euro wollen die Aussies dafür haben. Dafür werden auch schon gute gebrauchte Laser gehandelt.

Andererseits scheint man durch diese offenbar einfache Aufrüstung aus einer eher langsamen Standard Jolle einen High-Tech-Flitzer machen zu können. Das sollte seinen Reiz haben. Schließlich kaufen sich Menschen für solche Preise auch Rennräder, um sich ein besseres Gefühl zu gönnen.

Aber entscheidend ist wohl, dass Laser mit dem Foil-Satz offenbar nicht extrem viel schneller werden. Die 4,23 Meter kurze Jolle mit dem 7,06 qm großen Segel kann auch ohne Hilfsmittel gut 18 Knoten erreichen. Mit der Hilfe entsprechender Wellen knacken Lasersegler auch schon mal die 20 Knoten-Marke bei Extrembedingungen. Der Foiler wurde mit 19 Knoten gemessen.

Das Problem: Die Tragfläche scheint nicht am Wind zu funktionieren, wie bei den Foiler Motten. Das wurde vom Hersteller zwar versprochen, aber so einfach scheint es dann doch nicht zu sein. Und wenn das Foil nicht foilt, dann bremst es im Wasser. 

Möglicherweise ist das Laser-Klientel auch nicht gerade eine einfache Zielgruppe für den Pimp-Gedanken. Schließlich gibt es keine größeren One-Design-Fans. Wenn es ihnen allein um schnelles Segeln ginge, würden sie sich wohl andere Sportgeräte aussuchen.

Der Tragflächen-Satz bleibt also eine hübsche Idee und ein nettes Spielzeug, aber den großen Durchbruch hat der Laser-Foiler verpasst.

avatar

Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
Spenden
https://yachtservice-sb.com

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Sicherheitsfrage (SPAM-Schutz): *