Gelungene Ocean-Film-Tour-Premiere 2020 – Whitbread-Film begeistert

Inspirierende Persönlichkeiten

Die Ocean Film Tour gehört für viele zum festen Programmpunkt der kalten Jahreszeit. SegelReporter war bei der Premiere der neuen Spielzeit dabei.

Die inzwischen siebte Auflage der International Ocean Filmtour feierte gestern Abend in Hamburg Premiere. In der mit 1.400 Besuchern ausverkauften Laeiszhalle wurden insgesamt fünf Filme gezeigt, die als großen gemeinsamen Nenner das Meer haben, denn das ist das namensgebende Konzept der Veranstaltungsreihe. In diesem Jahr wird die Tour durch 13 europäische Länder ziehen und dabei circa 200 Vorstellungen geben.

Den Auftakt am Premierenabend machte ein Film über eine zehnköpfige (!) Surferfamilie aus Südafrika, die ein Aussteigerleben abseits der üblichen gesellschaftlichen Konventionen führt. Gemein ist dieser ungewöhnlichen Großfamilie die Liebe zur See und zum Surfen im Speziellen.

© Maiden / Ocean Film Tour

Im Anschluss folgte das Highlight des Abends und für Segler ein besonders guter Grund zur diesjährigen Ocean Film Tour zu gehen: der Film „Maiden“, über die Teilnahme einer reinen Frauencrew um Skipperin Tracy Edwards am Whitbread Race 1989/90. Auch wenn man die Geschichte dieser nicht nur für die damalige Zeit ungewöhnlichen Kampagne bereits kennt, ergreift oder viel mehr inspiriert einen dieser Film doch sehr. Mit Originalaufnahmen zeichnet er den Weg der jungen Britin Tracy Edwards nach, die mit 16 von der Schule flog und sich gegen die männerdominierte Segelwelt durchsetzte und unter anderem mit Hilfe des jordanischen Königs ihre Whitbread-Teilnahme auf die Beine stellte. Schließlich wurde sie 1990 die erste Seglerin, die mit dem begehrten Titel Yachtsman of the Year ausgezeichnet wurde. Im Film kommen in Interviews zahlreiche Maiden-Crew-Mitglieder und damalige Konkurrenten wie Skip Novak und andere Zeitzeugen zu Wort.

© Maiden / Ocean Film Tour

Im Anschluss an den Film kamen als Überraschungsgäste die beiden Maiden-Mitseglerinnen Jo Gooding und Tanja Visser auf die Bühne und wurden mit Standing-Ovations empfangen. Als sich dann auch noch Tracy Edwards per Skype-Video live in die Laeiszhalle schaltete, war die ohnehin schon gute Stimmung im Saal am Kochen. Neben den hochwertig produzierten Filmen, die bei der OFT gezeigt werden, sind es bei der Premiere im Hamburg immer genau diese Momente, die einen packen und im Publikum das Gefühl erwecken, bei etwas Größerem als einer Filmvorführung dabei zu sein.

Die weiteren nach der Pause gezeigten Filme konnten zwar aus seglerischer Sicht nicht mit der Maiden-Geschichte mithalten, waren aber nichtsdestotrotz sehenswert. So auch der Film über den jungen US-Amerikaner Dean Marion, der trotz Down Syndrom wellenreitet und seine Liebe zum Meer auslebt. Auch Dean Marion war nach dem Film als Gast auf der Bühne und wurde ebenfalls mit stehenden Ovationen empfangen, was bei ihm sichtliche Ergriffenheit auslöste. Einer der emotionalsten Momente des Abends.

© Ocean Film Tour

Es folgte mit „Unstoppable“ ein Film über die US-amerikanische Profisurferin Bethany Hamilton, die als 13-jährige Opfer eines Haiangriffs wurde, wobei sie ihren linken Arm verlor. Von diesem Unfall hat sich die heute 30-jährige und zweifache Mutter keineswegs unterkriegen lassen und surft heute erfolgreicher denn je. Auch Hamilton wurde live auf die große Leinwand geschaltet und beantwortete noch einige Fragen des Moderators.
Den Abschluss dieses gelungenen Abends, der im Zeichen der Meere und der Protagonisten der gezeigten Filme stand, bildete schließlich ein Film über das Leben von Unterwasserfilmemacher Mike deGruy, der 2012 bei Dreharbeiten mit einem Hubschrauber tödlich verunglückte.

Alles in allem war die filmische Auswahl auch in diesem Jahr wieder hervorragend und ein Besuch der Veranstaltung kann allen Seglern, Wassersportlern und Freunden der Ozeane ganz klar empfohlen werden.

Informationen zu den kommenden Vorstellungen: www.oceanfilmtour.com

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