Gesunken: Oldtimer sackt im Hafen ab – Das Refit hatte fünf Jahre gedauert

Tragischer Untergang

Im schottischen Hafen Burghead ist ein Oldtimer gesunken, kurz nachdem er gekrant worden war. Dahinter verbirgt sich eine erstaunliche Geschichte.

Alle Mann von Bord. Der Moment des Untergangs. © Ogilvy

Es war sein Traumprojekt. Der Schotte Richard Ogilvy (75) arbeitete nach seiner Pensionierung fünf Jahre lang acht Stunden am Tag, um einen Oldtimer wieder flott zu machen. Rund 15.000 Euro steckte er in das Schiff, das schon seit zehn Jahren unbeachtet in seinem Garten gelegen hatte. Aber er wollte dem Klassiker mit den schönen Linien zu altem Glanz verhelfen.

Ogilvys Sohn auf dem sinkenden Schiff. © Ogilvy

Dann kam die große Stunde. Per Kran wurde die 40 Fuß-Yacht in das Hafenbecken gehievt, und Oglivy durfte sich über den Moment freuen, der die aufopferungsvolle Arbeit  sinnvoll erscheinen ließ. Aber das euphorische Gefühl hielt nicht lange an. Fünf Minuten nach dem Stapellauf ist die Yacht gesunken.

Der Eigner und seine helfenden Söhne müssen das Schiff schnellstens verlassen. Es sackt dreieinhalb Meter tief auf den Grund des Hafens. Ogilvy bekundet, dass die Risse im Rumpf größer waren, als er geglaubt hatte.

Der Skipper auf seinem Schiff nach dem Kranen. © Ogilvy

Normalerweise kann man alte Holzboote, deren Planken durch eine lange Liegezeit an Land ausgetrocknet sind durchaus im Wasser etwas “quellen” lassen, bevor sie dicht werden. Vielleicht hatte der Eigner genau das vor. Aber die Intensität des Wassereinbruchs war größer, als er gedacht hatte. Das Schiff sank unter seinen Füßen weg und er musste von einem Fischer gerettet werden.

Der Schock war groß und Ogilvy wurde zum Stadtgespräch. Aber der Schotte will nicht aufgeben. Das Schiff soll wieder gehoben werden und dann möchte er es an seinem neuen Liegeplatz in Lossiemouth platzieren.

Sieht noch alles so aus, wie es sollte. © Ogilvy

Seine Frau Susan (72) mit der er seit 54 Jahren verheiratet ist, hält zu ihm. Sie lasse sich von einer solch kleinen Episode nicht groß beeindrucken, auch wenn sie der Segelei nicht besonders zugetan ist. Das Vertrauen in die Fähigkeiten ihres Mannes dürfte allerdings nicht gerade gestiegen sein. Aber er will sich partout nicht von seinem Traum  verabschieden. Die Teilnahme an einem Oldtimer Festival ist schon geplant.

Da war die Hoffnung noch groß. © Ogilvy

So sah das Schiff vor dem Refit-Start aus. © Ogilvy

 

 

Windfall Yachten

Eine Flotte von etwa 100 Holzyachten gingen nach dem Zweiten Weltkrieg als Reparationsleistung in den Besitz der britischen Besatzer über. Dabei handelte es sich überwiegend um sogenannte Seefahrtkreuzer, gebaut in den Dreißiger Jahren. Die Briten überführten die meisten Yachten auf ihre Insel und nutzten sie wie schon die Deutschen überwiegend dazu, den Offizier-Nachwuchs auszubilden.

Tipp: André Mayer

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