Gesunken: Schweizer Crew in Nöten – Ruder abgerissen an einer Fahrwassertonne

Untergang

Im Solent ist eine Beneteau First 40 gesunken, nachdem sie an einer Fahrwassermarkierung hängen geblieben war. Seenotretter konnten den Untergang nicht mehr verhindern.

Die Rettungsorganisation RNLI trifft am Unglücksort vor Cowes ein. © RNLI

Großeinsatz für die britische Seenotrettungsorganisation RNLI vor dem Solent-Hafen Cowes. Eine First 40 von Beneteau mit einer dreiköpfigen Crew aus der Schweiz war in Not geraten, nachdem sie von Portsmouth kommend offenbar bei der Einfahrt in den Hafen an der Ankerkette einer Farwassermarkierung hängen geblieben war.

Die Beneteau übernimmt immer mehr Wasser. © RNLI

Wie es genau zu dem Vorfall gekommen ist, bleibt ein Rätsel. Offenbar ist die Yacht von der starken Strömung gegen die Tonne 2 getrieben worden und hatte dann mit dem Ruder am Grundgeschirr eingefädelt.

Das Schiff wurde zu einer seichten Stelle geschleppt. © J. Green

Beim Versuch, sich aus der misslichen Situation zu befreien, ist offenbar das Ruder aus dem Rumpf gebrochen und ein großes Leck entstanden. Die Yacht ging auf Drift und nahm immer mehr Wasser auf.

Das Schiff geht kontrolliert auf Tiefe, nachdem Crew und Retter von Bord gegangen sind. © J. Green

Zahlreiche Schiffsbesatzungen im Umkreis versuchten zu helfen. Schließlich wurden zwei Crewmitglieder abgeborgen und die RNLI-Seenotretter enterten die Yacht mit einer Lenzpumpe. Aber der Wasserspiegel im Schiff war schon bis auf Kartentisch-Höhe angestiegen – zu viel für die Pumpe. Der Untergang konnte nicht mehr verhindert werden.

Die Yacht ist bis zur zweiten Saling abgesackt und wartet auf die Bergung. © J. Green

Nach dieser Erkenntnis wurde die Yacht aus dem Fahrwasser zu einer seichten Stelle geschleppt. Vor Gurnard ging sie unter. Nur ein Teil des Mastes bis über die zweite Saling ist noch sichtbar. Eine Markierungsboje wurde ausgebracht, die anderen Schiffe als Warnung vor dem Hindernis dienen soll.

Die Beneteau soll an der Fahrwasser-Tonne Nummer 2 für die Ansteuerung von Cowes hängen geblieben sein.

Die vermutete rote Fahrwasser-Markierung vor Cowes, die zum Unfall geführt hat.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

2 Kommentare zu „Gesunken: Schweizer Crew in Nöten – Ruder abgerissen an einer Fahrwassertonne“

  1. avatar Skipphlip sagt:

    Oh Mann, sich einfach detailiert über das Revier – besonders im Solent – informexplizietieren. Für die Hafeneinfahrt von Cowes gibt es expliziet Warnungen vor der starken Strömung dort…Mann!! Zum Glück konnten alle gerettet werden

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  2. avatar Trambolin sagt:

    Wird mir immer ein Rätsel bleiben, warum bei all den sonstigen Sicherheitsvorgaben der Bereich des Ruderdurchbruchs nicht wasserdicht abzuschotten ist!?
    Das ist doch selbst im “Großserien”-bau ein Bereich, der hinter den Achterkojen liegt. Dann wird das lütte Sperrholzbrettl halt durch was wasserdichtes ersetzt. Das kann doch kein Vermögen kosten?!

    Ist ja wahrlich nicht das erste Boot, dass wegen sowas auf Tiefe geht! Und das Risiko sinkt ja nicht gerade bei den heute üblichen Doppelrudern.

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 5 Daumen runter 0

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